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    Reisebloggermontag: Pauschal, bitte!

    Reisebloggermontag: Pauschal, bitte!

    Bildrechte: fernwehblog

    Daniel Dorfer vom fernwehblog bloggt über Pauschalreisen und Kreuzfahrten. In unserem Interview spricht er über die Vorteile, wenn vor der Abreise (fast) alles vororganisiert ist und wie man dabei trotzdem nicht auf Individualität verzichten muss.

    blogg.de: „Worauf legst du Wert beim Reisen?“

    Daniel: „Das mag profan klingen, aber ganz spontan sind es zwei Dinge: Sicherheit und schönes Wetter!“

    blogg.de: „Du beschreibst Dich als „absolut KEIN Backpacker“ – warum kommt diese Art zu reisen für Dich nicht infrage?“

    Daniel: „Mit mittlerweile 41 Jahren zähle ich nun wirklich nicht mehr zur ‚Generation Backpacker‘. Ein gewisses Maß an Komfort setze ich auf Reisen voraus und dafür zahle ich auch gern ein paar Euro mehr.“

    blogg.de: „Die Pauschalreise ist vielen Reisebloggern ein Dorn im Auge. Verteidige sie!“

    Daniel an der Zip-Line auf Hawaii (c) fernwehblog

    Daniel an der Zip-Line auf Hawaii (c) fernwehblog

    Daniel: „Ich denke das Bild, das das Wort ‚Pauschalreise‘ in vielen Köpfen auslöst, ist völlig falsch. Eine Pauschalreise ist für mich nicht gleichbedeutend mit dem ‚All-Inclusive-Betonbunker‘ am Strand, sondern steht für mich eher für das kleine, familiär geführte Hotel im Stadtzentrum oder die Frühstückspension im Vorort. ‚Pauschalreise‘ bedeutet für mich wie für viele andere Reisende einfach Planungssicherheit. Das gilt sowohl im Vorfeld bei der Planung des Aufenthaltes und der Ausflüge, als auch während der Anreise inklusive einem bequemen Transfer zur Unterkunft. Vor Ort werde ich dann wieder zum Individualtouristen, bin viel unterwegs und miete mir auch mal ein Auto. Das typische Klischee eines Pauschaltouristen, der zwei Wochen faul am Hotelpool in der Sonne lieget und sich nur zu den Mahlzeiten bewegt, gibt es bei mir nicht ;).“

    blogg.de: „Wie unterscheidet man gute von schlechten Pauschal-Angeboten?“

    Daniel: „Das muss jeder für sich selbst entscheiden, denn jeder legt auf andere Sachen wert. Wenn ich vor Ort viel auf Achse bin, wie zuletzt in Portugal, darf es ruhig ein einfacheres Hotel sein – ich bin ja eh nur zum Schlafen und Duschen da. Beim Badeurlaub am Roten Meer hingegen bevorzuge ich dann schon ein Rundum-Sorglos-Paket in einem hochwertigen Hotel. Denn außerhalb gibt es nicht wirklich viel zu erleben, wenn man nicht gerade ein Taucher ist oder eine Nilkreuzfahrt vor hat. Man sollte daher immer vorher abwägen worauf im Urlaub der Fokus liegt und dabei bedenken in welche Region es geht.“

    blogg.de: „Wo siehst Du die Vorteile einer Kreuzfahrt?“

    Daniel: „Kurz gesagt: Du schwimmst in einem hochwertigen vier oder fünf Sterne Hotel mit verschiedenen Restaurants, Bars, Shops, Theater, Discothek und Swimmingpool auf meist ausgesuchten Schönwetterrouten über die Weltmeere und wachst fast jeden Morgen in einer neuen Stadt auf. Unter Tags warten tolle Erlebnisse an Land und abends kann man auf dem Kreuzfahrtschiff Spaß haben, genießen und entspannen. Abschalten fällt an Bord eines solchen Luxusdampfers nicht schwer…“

    blogg.de: „Welche Kreuzfahrtrouten kannst du empfehlen und was macht diese so attraktiv?“

    Daniel: „Neben dem gesamten Mittelmeerraum mit seiner Jahrtausende alten Geschichte finde ich die nördliche Karibik sehr schön. Dort hat man nicht nur die Möglichkeit Sonne, Meer und Strand bei den freundlichen, karibischen ‚No-Stress-People‘ zu genießen, sondern auch die uralte Kultur der Maya in Mittelamerika kennen zu lernen. Zwei Wochen sind dafür auf jeden Fall Pflicht!“

    Sonnenaufgang mit Heisluftballon über Luxor (c) fernwehblog.de

    Sonnenaufgang mit Heisluftballon über Luxor (c) fernwehblog

    blogg.de: „Du warst die letzten vier Tage verreist. Wo ging es hin und welche Tipps hast du mitgebracht?“

    Daniel: „Für mich ging es vier Tage an den schönen Tegernsee, gleich in meiner Nachbarschaft. Obwohl ich die Gegend sehr gute kenne, habe ich wieder viel Neues kennen gelernt. Mein Tipp für den perfekten Schweinebraten mit Knödel im Tegernseer Tal ist daher das Gasthaus ‚Beim Zotzn‘.“

    blogg.de: „Warum bloggst Du? Du könntest schließlich genauso gut einfach durch die Welt fahren, die Bilder im Kopf haben und sie dort lassen – warum so öffentlich?“

    Daniel: „Das Fotografieren macht mir sehr viel Spaß, auch wenn ich denkbar weit vom Profifotografen entfernt bin. Es gibt so viele tolle Motive auf Reisen und bevor diese Bilder auf der Festplatte verstauben, zeige ich sie lieber in meinem Reiseblog. Über jedes Feedback auf meine Bilder, die Reiseberichte und Reisetipps freue ich mich riesig.“

    blogg.de: „Viele Blogger widmen sich dem Travelblogging, weil es dafür vermeintlich auch Übernachtungen in Luxushotels und Business-Class-Flüge gibt. Wie sieht es bei Dir mit dem ‘Sponsored travelling’ aus?“

    Daniel: „Das Thema „Sponsoring von Reisen“ steht bei uns in Deutschland noch ziemlich am Anfang. Viele Gastgeber und Destinationen wissen gar nicht was Bloggen ist, erkennen den Mehrwert nicht und verlassen sich daher lieber auf die altbekannten, aber kränkelnden Printmedien. Als Deutscher Reiseblogger muß man schon einer kleinen Elite angehören, eine große Gefolgschaft haben und wirklich gute Artikel abliefern, um wirklich etwas bezahlt zu bekommen. Dazu heißt es am Ball bleiben, jede Woche etwas neues posten um positiv aufzufallen, bei den Agenturen, Fluggesellschaften und Veranstaltern Klingeln putzen. Und selbst wenn mal eine Reise gesponsert wird ist es harte Arbeit und nur wenig Erholung, denn man hat entweder ein straffes Programm vorgegeben oder ist selbst ständig auf der Suche nach Erlebnisse und Motiven um im Reiseblog darüber zu berichten. Von meinen etwa dreizehn Reisen im Jahr 2014 wurden lediglich vier kleinere gesponsert. Große Reisen, wie etwa nach Mexiko, Portugal, Ägypten oder auf die Kap Verden, wurden komplett selbst geplant und finanziert. Aber ich arbeite daran, daß sich diese Bilanz ändert… J“

    blogg.de: „Was wäre Dein Lieblingsziel über das Du gerne einmal bezahlt berichten würdest?“

    Daniel: „Da gäbe es einige Ziele auf dieser schönen Welt! Ganz vorne stehen die Südsee, USA und Australien, aber dafür brauche ich jeweils mindestens sechs Wochen Zeit und auch eine gewisse finanzielle Sicherheit, selbst wenn die Reise gesponsert wird. Denn als Selbstständiger DJ verdiene ich nichts wenn ich auf Reisen bin.
    Eine Kreuzfahrt entlang der Hurtigruten oder durch die Inselwelten Asiens wären für mich ebenso schön, wie ein paar Tage auf der ‚Queen Mary‘ oder ‚Queen Victoria‘. Auch ein einfacher Urlaub auf den Seychellen oder den Kykladen schüren mein Fernweh extrem.“

    Daniel in San Marino (c) fernwehblog

    Daniel in San Marino (c) fernwehblog

    blogg.de: „Ganz allgemein zum Thema Blogs. Wie siehst Du die Entwicklung in Sachen Blogging und Refinanzierung des Lebensunterhalts durch einen Blog?“

    Daniel: „Bloggen ist für mich wie für viele andere eine Leidenschaft. Wer da von Anfang an auf Geldverdienen aus ist sollte schon ein wirklich gutes Konzept haben und sich in Sachen Internet, Journalismus, PR und Marketing bestens auskennen. Zu der Sorte Mensch zähle ich sicher nicht. Ich freue mich bereits über einen gut bezahlten Gastartikel, der zu meiner Thematik passt oder über den ein oder anderen Seitenbesucher, der auf meine Werbebanner klickt. Anders finanziert sich die Tätigkeit als Reiseblogger für mich nicht.“

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