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    Blogger-Interview + Rezept: Fisch auf Sichuan-Art

    Blogger-Interview + Rezept: Fisch auf Sichuan-Art

    Was wir in Restaurants, vor der Imbissbude oder am heimischen Esstisch als asiatisch verspeisen, hat mit der authentischen Zubereitungsart häufig wenig gemein. Unsere leckeren Asia-Kreationen von blogg.de (z.B. „Asiasnack„) und einigen Gastbloggern (z.B. Asiatische Satè-Spießchen von HeuteGibt’s)sind da sicherlich keine Ausnahme aber trotzdem nachahmenswert 😉

    Fernöstliche Küche, die tatsächlich die Bezeichnung verdient, finden wir auf Ulrikes bambooblog: Die Reisebloggerin stellt Asien und China in dem Mittelpunkt, in der Kategorie „Kulinarisches“ präsentiert sie ihre mitgebrachten Lieblingsrezepte.

    blogg.de: „Liebe Ulrike, das Hauptaugenmerk auf bambooblog.deliegt auf Reiseberichten, deshalb haben wir Dich vor Kurzem am Reisebloggermontag („Faszination China“) interviewt. Welche Rolle spielen für Dich kulinarische Genüsse, wenn Du auf Reisen bist?“

    Ulrike: „‚Kulinarische Genüsse‘ gehören zum Reisen und Erleben hinzu. Ich probiere gerne alles. Das hat mich schon meine Mutter gelehrt. Als ich ein Kind war, sind wir im Sommer immer nach Skandinavien gereist. Da gab es so exotische Sachen zu essen wie die grellroten Pölser (Hotdog-Würste) oder bunt gefärbte Kuchen. Blaue Sahne-Torte – das musste es einfach mal sein! Und meine Mutter gab bei solchen Gelüsten gerne nach. Wenigstens probieren, war ihre Devise.“

    blogg.de: „Was war das erste chinesische Gericht, das Du gegessen hast? Wie war diese Erfahrung für Dich?“

    Ulrike: „Ganz ehrlich: Das ist so lange her, dass ich das gar nicht mehr weiß. Da Du als nächstes nach Fisch fragst, hier ein Erlebnis von meiner ersten China-Reise 1987. Ich war mit einer Freundin in den Bergen von Sichuan unterwegs, in einer Gegend, die damals so abseits der Touristenrouten lag, dass sie keinen Platz im Reiseführer fand.

    Aus meinem Reisetagebuch 1987:

    ‚Wir gehen von Laden zu Laden, von Bude zu Bude. Und sicher habe ich manchmal meinen Mund genauso vor Staunen geöffnet wie die Kinder, die uns immer wieder lachend folgen. Es ist eine vollkommen fremde Welt, auch wenn aus manchen Restaurants Schlager tönen und das eine oder andere Auto an uns vorbeirauscht.
    Wir finden schliesslich ein Restaurant, das uns gefällt. Wir setzen uns an einen Tisch und wollen bestellen. Der Wirt, groß und rund, steht erwartungsvoll vor uns. Wie jetzt schon von uns nicht anders erwartet, versteht er uns nicht. Mein Sprachführer trifft auch nur auf geringes Interesse. Ein Kassettenrecorder dröhnt die neuesten Hits durch den Raum. Hier ist meine Zeichensprache erfolgreich: Die Musik wird leiser gedreht. Dann kommt dem Wirt eine Idee. Strahlend verschwindet er kurz und kommt mit einem großen zappelnden Fisch in der Hand wieder. Wir nicken erfreut. Der Fisch wird vor unseren Augen erschlagen, ausgenommen und sorgfältig mit Gewürzen eingerieben. Währenddessen bringt uns ein junges Mädchen einen Schnaps, den wir aber ablehnen. Der Fisch wird mit fein gehackten Frühlingszwiebeln im Wok gebraten und in einer ganz leicht süsssauren Sosse serviert. Dazu haben wir Bier bestellt (das können wir schon auf Chinesisch!). Der Wirt hält ein gerupftes Hühnchen hoch. Ob wir das auch gerne möchten? Nein danke. Wir möchten lieber etwas Gemüse und bekommen Blumenkohl. Es wird ein ganz wundervolles Essen. Das erste richtig gute, seit wir von Chengdu aufgebrochen sind. Es ist nicht ganz einfach, den Fisch mit Stäbchen zu essen. Doch er ist einfach köstlich. Wir haben Zeit und pulen jedes Stückchen Fleisch von den Gräten. Bekommen wir eine Gräte in den Mund, spucken wir diese nach Chinesenart auf den Boden. Am Nachbartisch wird für ein grösseres Festessen gedeckt. Es kommt sogar eine weisse Tischdecke auf den Tisch. Die Schnapsgläschen werden als erstes gebracht. Anscheinend gehört das in China zu einem guten Essen dazu. Als die Gruppe Chinesen eintrifft, sind wir fertig und brechen auf.'“

    blogg.de: „Deine Lieblingsgerichte aus der Chinesischen Küche enthalten Fisch. Welche sind das und welche Zutaten gehören außerdem dazu? Auf welche asiatische Zutat kannst Du in Deiner eigenen Küche mittlerweile nur noch schwer verzichten?“

    Ulrike: „Fisch bereite ich selten selbst zu. Und wenn, dann mache ich das kaum nach Rezept. Manchmal greife ich zu einem alten Asien-Kochbuch. Das ist noch älter als meine erste China-Reise. Es enthält die wichtigsten Grundrezepte für alles mögliche Asiatische. Sogar, wie man Reis auf Chinesische oder Japanische Art kocht, finde ich da. In meiner Küche habe ich immer Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Chili-Pfeffer. Das sind auch die wichtigsten Bestandteile eines chinesischen Gerichts.“

    blogg.de: „Bekommst Du diese Zutaten problemlos in Deiner Heimatstadt Hamburg? Wie schwierig war es für Dich zu Anfang, asiatische Gerichte nachzukochen und wie empfindest Du es heute?“

    Ulrike: „Heute bekommt man in den Asia-Supermärkten alles, auch Zitronengras oder getrocknete Krabben.
    Meine ersten Erfahrungen machte ich mit der ceylonesischen Küche 1985. Damals gab es nur ganz wenige Asia-Läden und die boten nur eine geringe Auswahl. Mein Asia-Kochbuch war da eine große Hilfe. Denn dort steht auch drin, was man macht, wenn man bestimmte Zutaten nicht hat. Damals gab es z.B. keine Kokosmilch zu kaufen. Aber ich fand in dem Kochbuch eine Anleitung, wie man die selbst herstellen kann. Die Kokosmilch aus Dosen ist zwar sehr praktisch heute, aber die selbstgemachte ist viel aromatischer.“

    Rezept: Fisch auf Sichuan-Art

    Ulrike: „Die Grundlage für mein Rezept stammt aus dem genannten Asia-Kochbuch. Es entspricht ungefähr dem Fisch, den wir 1987 in Sichuan gegessen haben.“

    ZUTATEN
    für 4 Portionen

    4 ganze feste, weißfleischige Fische (je ca. 375 g)

    Marinade:

    2 EL chinesischer Reiswein (ersatzweise trockener Sherry)
    2 EL helle Sojasoße

    Soße:

    2 TL Maisstärke
    1 EL kaltes Wasser
    2 EL dunkle Sojasoße
    2 EL chinesischer Reiswein (ersatzweise trockener Sherry)
    1 TL Zucker

    Im Wok:

    Öl
    1 EL frischer Ingwer
    5 Knoblauchzehen
    2 EL scharfe Bohnensoße (aus dem Asia-Laden)
    Wasser
    4 Frühlingszwiebeln

    ZUBEREITUNG

    Die Fische ausnehmen und säubern, Kopf und Schwanz nicht abschneiden.
    Die Rückengräte entfernen, Die Haut in Zentimeter breiten Abständen tief einschneiden.
    Aus Reiswein und heller Sojasoße eine Marinade mischen, den Fisch hineinlegen und einige Zeit ziehen lassen.
    Knoblauch und Ingwer in feine Würfelchen schneiden.
    Zwischendurch die Maisstärke mit kaltem Wasser glatt rühren, dann mit dunkler Sojasoße, dem Reiswein und dem Zucker vermischen. Beiseite stellen.
    125 ml Öl in einem Wok (oder einer tiefen Pfanne) sehr heißt werden lassen. Die Fische aus der Marinade nehmen, trocken tupfen, ins Fett legen. Von jeder Seite ca. 3 Minuten scharf anbraten (nur einmal wenden!). Herausnehmen und beiseite legen, am besten auf eine vorgewärmte Platte.
    Das Öl bis auf ca. 4 EL abgießen, im restlichen Öl Knoblauch und Ingwer auf mittlerer Hitze anbraten, bis der Knoblauch anfängt, gelb zu werden.
    Erst die Bohnensoße, dann ca. 250 ml Wasser einrühren. Die Soße aus Maisstärke usw. kurz umrühren und in den Wok geben. Unter Rühren aufkochen, bis die Soße dick wird.
    Dann über die Fische geben und sofort servieren. Frühlingszwiebeln drüberstreuen.

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