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    Blogger und Werbung – Eine Sache für sich

    Blogger und Werbung – Eine Sache für sich

    Bloggen ist eine wunderschöne Sache, aus einem Hobby ist für viele Blogger über die Jahre des ins-Netz-schreiben eine mehr als ernsthafte Nebenbeschäftigung geworden. Manche Blogger, früher Journalisten oder Texter, haben ihre Leidenschaft für das geschriebene Wort durch das Internet und seine Möglichkeiten zu einem ernsthaften Broterwerb machen können, anstatt für kleine Zeilenhonorare am Wochenende auf Karnevalssitzungen herumzusitzen.

    Nach den Bloggern der ersten Stunde, die heute Autos in Finnland testen und sich in den Whirlpools der Welt räkeln, ist die nächste Generation der Blogger recht erfolgreich am Werk. Heute sind es die DIY-Blogs, die Fashionblogs und der Lifestyle die eine ganze Horde junger Männer und Frauen jeden Tag eine große Anzahl an Informationen und Bildern ins Netz stellen lässt. Früher hatte Politik einen großen Anteil an der Bloggerei, auch Technik und Programmierung spielten ein große Rolle, dann kamen die Weinblogger und die Kulinarikschreiber. Durch Webblogs wurde das Netz von Spaghetti-Bildern nahezu überflutet, denn mancher Blogbeitrag besteht und bestand nur aus einem Bild mit einem Teller Nudeln.

    Im Gegensatz zum Zeitungskiosk stimmen die Leser nicht mit dem Kauf, oder Nichtkauf, einer Zeitschrift über deren inhaltlichen Mehrwert ab, sondern bei Blogs sind es die Seitenaufrufe und Rankings, die Kommentare und Interaktionen der Leserschaft, selbst wenn diese ausbleiben, viele schreiben unermüdlich weiter, weil sie es können und es ihnen Spaß bereitet.

    Trotzdem, bloggen ist teilweise mit Kosten verbunden. Mancher Blogger recherchiert mal hier und da, testet dies und das, fotografiert mal bunt mal s/w, und der Webspace kostet auch noch Geld. Da ist es verlockend, wenn plötzlich jemand vor der Tür steht und einem Geld, Geschmeide oder Reisen für einen positiven Blogbeitrag anbietet.

    Viele Blogger nehmen diese Angebote gerne an, aber sie vergessen dabei oft, dass sie damit gegen die alte Regel verstoßen, wonach redaktionelle Inhalte und Werbung getrennt werden müssen.

    In der Lead-Digital wurde dazu neulich folgendes geschrieben:

    Betreibt ein Unternehmen anonym oder über einen Strohmann einen vermeintlich unabhängigen Blog und preist darin die eigenen Produkte positiv an, ist dies ebenfalls eine nach UWG unzulässige Verschleierung des Werbecharakters des Blogs. Schleichwerbung im Sinne des § 4 Nr. 3 UWG kann aber auch dann vorliegen, wenn in einem Blog in einem redaktionellen Teil auf eine Produktwebsite verlinkt wird und dabei nicht erkennbar ist, dass auf eine werbliche Website verlinkt wird. Fazit: Auch bei Blogs gilt ein striktes Trennungsgebot, wonach redaktioneller Teil und Werbung klar und deutlich voneinander abgegrenzt sein müssen.
    http://www.lead-digital.de/aktuell/mobile/werbung_in_blogs_kreative_verschleierungstaktiken

    Auch wenn es uns Bloggern manchmal schwerfällt, weil es doch viel schöner aussieht, wenn wir einfach so etwas bewerten und nicht „Werbung“ über den Artikel schreiben, wir sind dazu verpflichtet. Die Leserinnen und Leser unserer Blogs können dies auch richtig bewerten, und Werbung ist nun einmal ein gängiges Mittel um Inhalte zu finanzieren, das ist beim Blog um die Ecke ebenso wie bei RTL.
    Es gibt verlockende Angebot einfach mal schnell einen Text zu schreiben und Geld dafür zu bekommen, aber oft viel zu wenig Geld wie Robert Basic schon vor einer Weile vorgerechnet hat, was ihn dazu brachte Blogger als nicht sehr helle zu bezeichnen.

    Blogger sind in der Masse keine Vermarktungsexperten, sondern Hobbyschreiber die ihr Haupthobby mit einem Blog verbunden haben. Dies ist aber auch eine Gefahr, denn viele Bloggerinnen und Blogger sind sich nicht bewusst was erlaubt ist und was nicht.

    Bloggen, einige Blogger wissen das, kann durch Abmahnungen und den daraus resultierenden Kosten ganz schnell für ziemlich schlechte Laune sorgen.
    Eine ebenso große Gefahr besteht durch unbedachte Verlinkungen. Aktuell kursiert gerade eine Anfrage in den E-Mail-Postfächern für einen groß angelegten Linktausch. Da wird mit Alexa Ranks gelockt und Top-Positionen. Niemand der sich daran beteiligt kann wirklich wissen wie Google solche Aktionen bewertet.

    Anbieter wie rankseller bieten da schon mehr Sicherheit für die Blogger. Hier entscheiden die Blogger, ob und zu welchen Konditionen, sie einen Beitrag promoten. Auch die Wünsche der Kunden nach Kennzeichnung der Werbung oder nicht kann der Blogger hier entscheiden. Wo dies in den meisten Fällen eine klare Entscheidung „pro Kennzeichnung“ sein sollte, auch wenn das einigen Werbetreibenden nicht gefällt.

    Coskun Tuna von rankseller meint dazu:

    Wir vermarkten ein Portfolio von mehr als 12.000 Blogs. Das sind in der Regel alles unabhängige Blogger, also Personen, die einen oder mehrere eigene Blogs auf eigene Verantwortung betreiben. Entgegen der Behauptung Blogger würden sich für alles verkaufen und vieler anderer Vorurteile kann ich nur sagen, dass 30-35% der Buchungsanfragen auf rankseller, von Werbetreibenden an Blogger, von den Bloggern abgelehnt werden. Sie können sehr wohl entscheiden, worauf sie sich einlassen wollen, oder eben nicht. Advertiser als auch Blogger lernen so stetig dazu und erkennen was geht und was nicht. Es setzt sich auf jeden Fall immer stärker der Trend zu nützlichem und kreativem Inhalt durch.

    Über bezahlte Links und gesponsorte Reisen wird unter Bloggern viel diskutiert, teilweise werden ganze Lebensentwürfe für das „ins-Netz-schreiben“ umgeworfen. Dazu gehört eine große Portion Mut, aber Wissen zu Themen wie Medienrecht und Gründung einer eigenen Firma für meinen Blog sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Gerade im deutschen Steuerrecht, Firmengründungsrecht und im Wettbewerbs-/Medienrecht stecken viele Tücken. Diese Klippen zu umschiffen, um glücklich schreiben zu können, sollte das Ziel jedes Bloggers sein.

    Blogg.de bietet ab Juni 2014 eine Seminarreihe zum Thema „Bloggen und Recht“ und „Bloggen und die Steuer“ an. Erste Informationen gibt es unter info[at]blogg.de und in unserer facebook-Gruppe, und natürlich hier bei blogg.de

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