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    Pauschal-Safari durch die Wüste

    Pauschal-Safari durch die Wüste

    Im Juli habe ich die Vereinigten Arabischen Emirate bereist und im Hotel einen Ausflug in die Wüstenlandschaft zwischen Ras-a-Khaimah und Dubai gebucht. Normalerweise stehe ich nicht unbedingt auf vororganisierte Touren. Doch die Wüste auf eigene Faust zu erkunden, ging mir entschieden zu weit. Am Ende des Tages hatte ich mich an das Gefühl des „Abgefertigtwerdens“ gewöhnt und war froh über die gewonnenen Eindrücke.

    Die Einsamkeit der Wüste – oder doch nicht?

    Wären da nicht die Motorengeräusche des Touri-Jeeps, aus dem ich gerade in den heißen Wüstensand gesprungen bin, wäre es hier verdammt still, fast gruselig. Umso unwirklicher erscheint der in weißes Leinen gehüllte Mann, der plötzlich hinter einer Düne hervorkommt und uns mit einem Falken auf dem Arm entgegen steuert.

    Sand unter den Füßen

    Die Sonne brennt mir auf der Haut, während immer mehr rote, aufgeheizten Sandkörner in meine – zugegeben für den Anlass unpassenden – Ballerinas rieseln. Egal, man ist schließlich nicht jeden Tag in der Wüste! Ich stapfe los, merke wie schwer mir die Schritte im losen Untergrund fallen und dass ich mich eigentlich kaum vom Fleck bewege. Meine Beine fühlen sich an wie in einem Albtraum, in dem man kaum vorwärts kommt, während einem das Monster immer dichter auf die Pelle rückt. Ich schaffe es nicht weiter als bis zur nächsten Düne, leere meine Schuhe aus und mache mich zurück zur Reisegruppe. Dort präsentiert der Falken-Mann stolz sein Tier und lässt sich fotografieren – gegen Gebühr. Wahrscheinlich sitzt er den lieben langen Tag hinter einem Sandhaufen und wartet auf Touristen.

    Seekrank, wo gar kein Wasser ist

    Unser Fahrer legt einen Gang ein prescht die nächste Düne hoch, wieder runter, hoch und so weiter. Wir folgen einer Kolonne identisch aussehender Fahrzeuge und ich fühle mich wie in einer Achterbahn – nur spektakulärer! Schließlich kann das Gefährt jederzeit umkippen – das komme aber nur sehr selten vor, meint unser Fahrer, der sich immer wieder besorgt umdreht, um sich zu vergewissern, dass bei uns alles okay ist. Es dauert nicht lange, und ich weiß warum: das Auto vor uns fährt zur Seite, stoppt und heraus klettert ein kreidebleiches Mädchen, das sich ungeniert in den Sand übergibt: die Arme!

    Sand, Sand, Sand!

    Wir halten an einem wunderschönen Aussichtspunkt, der mich die Weite der Wüste erst richtig begreifen lässt: Dünen bis zum Horizont, an dem nun langsam die Sonne untergeht. Wären nicht so viele fremde Leute dabei, hätte es romantisch werden können. Bevor sich die Dunkelheit vollständig über uns legt, steigen wir zurück ins Auto und steuern unserem wohlverdienten Abendessen entgegen.

    Finale im Beduinencamp

    Ich finde es ein wenig lächerlich, dass man uns dafür in ein „echtes“ Beduinenlager bringt. Ich muss mich nicht lange umsehen, um zu verstehen, dass dieses vielmehr eine Touristen-Sammelstelle darstellt. Das essen schmeckt köstlich und besteht zum größten Teil aus Gerichten, die ich als einheimisch bezeichnen würde. Leider haben es trotzdem Spaghetti mit Tomatensoße in die Auswahl geschafft. Seit wann essen Beduinen eigentlich traditionell an einem Buffet zu Abend? Zur Unterhaltung tanzt ein junger Mann in buntem Gewand zwischen den Tischen umher, ein Mädchen bietet Henna-Tattoos an und draußen gibt es wieder Fotos gegen Geld. Ich nehme das Schauspiel gelassen, freue mich über den unkomplizierten Tag und beiße in meine Falafel.

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