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    Reisebloggermontag: Mit 60 Jahren durch die Welt

    Reisebloggermontag: Mit 60 Jahren durch die Welt

    Mit 60 Jahren durch die Welt – das ist Peters Motto. Der erfolgreiche Blogger reiste allerdings schon nach Übersee bevor es das Internet überhaupt gab. Im Gespräch mit blogg.de verrät er, wie sich das Reisen seither verändert hat, wo seine Lieblingsorte sind und warum er seine Erlebnisse online teilt. Schließlich hatte auch der Urlaub ohne ständige Erreichbarkeit etwas für sich!

    blogg.de: „Während Du den Fragebogen beantwortest, bist Du in Südafrika unterwegs. Erzähl doch mal!

    Peter: „Zur Zeit befinde ich mich in Südafrika und nähere mich langsam Kapstadt, wo ich ein paar Wochen bleiben werde. Aktuelle Berichte gibt es auf meinem Blog Peters Travel, z.B. über Mosambik.“

    blogg.de: „Woher kommt Deine Lust auf’s Reisen?“

    Peter mit Silberrücken in Ruanda (c) peterstravel

    Peter mit Silberrücken in Ruanda (c) peterstravel

    Peter: „Ich bin schon mein ganzes Leben gereist. Bereits während der Schulzeit habe ich mal ein Klasse ausgesetzt und war mehrere Monate in Irland bei einem Onkel. Direkt nach der Schule bin ich erst einmal für eine Weile nach Bali gefahren. Während des Studiums habe ich mit Freunden für einen Iraner Autos nach Teheran gebracht, die dann dort verscherbelt wurden. Anfang der 70er war ich drauf und dran in Peru zu bleiben, weil ich dort eine Freundin hatte. Meine Wohnung in Deutschland hatte ich bereits aufgegeben. Ich schlug mich dort als Fotomodell durch, ging aber letztlich nach ein paar Monaten wieder zurück. Zu dem Zeitpunkt konnte man den Trail nach Machu Picchu ganz alleine gehen und natürlich kostenlos – ein Hike, der jetzt lange vorher geplant, angemeldet und mit 500 Dollar teuer bezahlt werden muss!

    Zum ersten Mal in Myanmar – damals noch Burma – war ich in den 70ern; damals durfte man nur 7 Tage im Land bleiben – vor 5 Jahren war ich mal wieder dort, dann aber natürlich für die jetzt erlaubten 30 Tage, den Bericht gibt es ebenfalls auf meinem Blog.“

    blogg.de: „Dein Blog dreht sich ums Reisen mit 60+. Wo siehst liegen für Dich Unterschiede zum Verreisen in jüngeren Jahren?“

    Peter: „Im Grunde hat sich nicht viel verändert. Naja, das stimmt natürlich nicht so ganz. Damals war alles mehr Pionierarbeit. Für Südostasien gab es von Tony Weeler den Guide ‚South-East-Asia on a Shoestring‘als Vorläufer von Lonely Planet und Konsorten. Man musste sich die Reise mehr erarbeiten und mehr improvisieren. Alles war etwas mühsamer und oft nicht wirklich planbar, was ich sehr schön finde. Es gab schließlich weder Internet noch Handys. Auch ATMs gab es noch nicht!

    Damals war man noch wirklich verreist, ohne Kontakt nach Hause. Heute können viele gar nicht

    Mönchskinder in Myanmar (c) peterstravel

    Mönchskinder in Myanmar (c) peterstravel

    abschalten, sind ständig über Handy, Emails, Skype oder Facebook mit zu Hause verbunden. Als erstes suchen sie am neuen Ziel die Steckdose, um ihr Smartphone aufzuladen!

    Damit will ich aber nicht sagen, dass Reisen heute nicht immer noch aufregend sein kann – es ist halt anders. Es wird vielleicht schwieriger sein persönliches Paradies zu finden, was noch nicht überlaufen ist. Aber es gibt sie noch, diese Paradiese! Man muss halt mal die ausgetretenen Pfade der Reiseführer verlassen. Spätestens wenn ich irgendwo ein ATM sehe, weiß ich, dass das Ziel nichts mehr für Individualisten ist.“

    blogg.de: „Was würdest Du Menschen sagen, die meinen, sie wären zu alt zum Reisen?“

    Peter: „Absoluter Blödsinn. Man ist nie zu alt zum Reisen! Ich will gerne zugestehen, dass es sicher nicht jedermanns Sache ist im Alter mit dem Rucksack zu verreisen. Aber das muss ja auch nicht sein. Es gibt so tolle Möglichkeiten!

    Ich habe gerade zu diesem Thema einen Beitrag geschrieben. Heutzutage, gibt es für Ältere viel mehr Möglichkeiten – auch preisgünstige – als früher. Schließlich kann man das Gesparte nicht mit ins Grab nehmen.“

    blogg.de: „Worauf legst du Wert beim Reisen?“

    „Puh! Immer wieder Neues kennenzulernen. Und das tue ich bei jeder von meinen Reisen. Es gibt soviel zu entdecken, dafür reicht ein Leben gar nicht aus!“

    blogg.de: „Du hast sicher schon viel von der Welt gesehen. Wo war es für Dich am schönsten und wo willst Du unbedingt noch hin?“

    Mosambik, Bazaruto Island (c) peterstravel

    Mosambik, Bazaruto Island (c) peterstravel

    Peter: „Nochmal Puh 🙂 Vieles hängt von den Umständen ab. Mit wem war man unterwegs (ich bin allerdings oft alleine unterwegs). Gab es besondere Erlebnisse? Wie war das Wetter? Ja auch das Wetter spielt eine Rolle! Wenn du eine Woche lang Regen in Rio hast, leidet die Stadt darunter.

    Beeindruckt war ich z.B. von Guatapé bei Medellin in Kolumbien, Petra in Jordanien, Angkor in Kambodscha, Hampi in Indien oder auch dem Bagan in Myanmar der 70er Jahre, Buzios in Brasilien vor 35 Jahren (als ich vor sieben Jahre wieder dort war fand ich es nicht mehr so aufregend).

    Ich mag Inseln wie die thailändischen Similan- und Surin-Inseln oder Boracay und die Gegend um

    El Nido auf den Philippinen. Besonders gut gefallen hat mir vor zwei Jahren Little Corn Island in Nicaragua aber auch die San Blas Inseln in Panama oder Ilha Fernando de Noronha in Brasilien.

    Last not least auf meinem jetzigen Trip Likoma Island in Malawi oder Ilha de Mosambik.

    Mögliche zukünftige Ziele sind Buenos Aires (ja, da war ich noch nicht!), Segeltrip mit der Stahlratte (zur Zeit in der Ecke von Panama/Kolumbien/Karibik unterwegs) oder mit einem der Dutch Tall Ships (alte Segelschiffe) eventuell in die Antarktis oder sonstwohin; Galappagos Inseln reizen mich auch.

    Es gibt noch reichlich andere Ziele und immer wieder kommen neue dazu….“

    blogg.de: „Warum bloggst Du? Du könntest schließlich genauso gut einfach durch die Welt fahren, die Bilder im Kopf haben und sie dort lassen – warum so öffentlich?“

    Peter: „In den letzten Jahren habe ich einige Freunde an meinen Reisen mittels E-Mails auf dem Laufenden gehalten. Dabei ist es wegen der Datenmenge schwierig, Fotos mitzuschicken. Daraus entstand dann die Idee des Blogs. Zuerst also ein kleiner Freundeskreis, der mittlerweile aber erheblichen Zuwachs bekommen hat.

    Es geht mir auch darum, alle Altersschichten zu unterhalten, zu informieren und eventuell sogar zu inspirieren die eine oder andere Reise nachzureisen. Demnächst werden eventuell Berichte über schöne Hotels oder vermehrt Städtereisen hinzukommen. Wer es denn gar nicht schafft seine Wohnung zu verlassen, soll aber wenigstens etwas zum Träumen haben.“

    blogg.de: „Viele Blogger widmen sich dem Travelblogging, weil es dafür vermeintlich auch Übernachtungen in Luxushotels und Business-Class-Flüge gibt. Wie sieht es bei Dir mit dem ‘Sponsored travelling’ aus?“

    Blick auf Panama Stadt (c) peterstravel

    Blick auf Panama Stadt (c) peterstravel

    Peter: „Das ist bei mir bisher kein Thema, wobei ich es aber nicht kategorisch ausschließen würde. Zum Glück bin ich finanziell unabhängig. Ich weiß, dass ein Großteil der Blogger – zumindest bevor sie wirklich loslegen – die Hoffnung auf das große Geld haben oder zumindest auf gesponserte Reisen etc. Ich habe lange genug im Journalismus bzw. Fernsehbereich gearbeitet, um zu wissen, wie hart der Konkurrenzkampf ist. Wenn das das (Haupt-)Motiv für einen Blog ist, sollte man die Finger davon lassen!“

    blogg.de: „Ganz allgemein zum Thema Blogs. Wie siehst Du die Entwicklung in Sachen Blogging und Refinanzierung des Lebensunterhalts durch einen Blog?“

    Peter: „Natürlich gibt es erfolgreiche Blogger, die gutes Geld verdienen, aber das ist die absolute Minderheit! Es wäre falsch zu sagen, dass jemand mit der richtigen Idee heutzutage keine Chance hätte. Aber was ist die richtige Idee oder die berühmte Nische? Wodurch zeichnet sich ein Blog aus? Was ist sein Alleinstellungsmerkmal? Wie unterscheidet er sich von der Masse? Wurde gründlich recherchiert, dass das Thema nicht schon hinlänglich besetzt ist?

    Wenn man dann wirklich überzeugt ist, muss man dafür sorgen, dass einem nicht bereits nach 20 oder gar 10 Beiträgen die Luft ausgeht. Bei alldem muss man sich im Klaren sein, dass es sau viel Arbeit ist! Zwei bis drei Beiträge die Woche wären super. Weniger geht natürlich auch. Der größte Teil der Arbeit besteht allerdings darin, bekannt zu werden und das bedeutet immer wieder kommentieren in themenrelevanten Blogs und auf entsprechenden Foren oder in FB-Gruppen, bestenfalls Gastbeiträge schreiben. In den meisten Fällen wird sich vor Ablauf eines Jahres nicht viel tun – Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Bis zur eventuellen Refinanzierung des Lebensunterhaltes ist es auf jeden Fall ein langer und anstrengender Weg, der oft nicht vom erhofften Erfolg gekrönt wird.“

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