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    Wie Du mit Deinem Blog kein Geld verdienst – Teil 1: Partnerprogramm

    Wie Du mit Deinem Blog kein Geld verdienst – Teil 1: Partnerprogramm

    Geld verdienen mit Blogs ist eine der großen Herausforderungen unserer Tage, denn der Betrieb eines Blogs wird für immer mehr Menschen zu einer beruflichen Chance, kostet auf der anderen Seite aber auch Geld. In unserer Blogumfrage hatten wir vor einigen Wochen herausgefunden, was Bloggerinnen und Blogger antreibt. Dabei ging es nicht nur um den privaten Hausgebrauch des eigenen Blogs, oder um Oma und Opa über die Aktivitäten des Enkels zu informieren. Viele Bloggerinnen und Blogger sehen in ihrem Webblog die Möglichket sich eine berufliche Zukunft aufzubauen, oder ein paar Euro zusätzlich zu verdienen.

    In dieser Artikelserie soll es nicht um die Rahmenbedingungen gehen die beachtet werden müssen, wenn ein Blog hauptsächlich zu gewerblichen Zwecken betrieben wird, sondern mit welchen Erlösquellen ihr bestimmt keine befriedigenden Einnahmen erzielen werdet. Starten möchten wir heute mit…

    …dem großen Irrtum Partnerprogramm:

    Viele Blogbetreiber haben ihren Blog bei Affliatnetzwerken angemeldet, dazu gehören so große Player wie affili.net und zanox. Beide Netzwerke gehören zu großen Mediahäusern, bei affili.net ist das United Internet Media, also 1&1, und bei Zanox ist es Axel Springer. Daneben erscheint vielen auch noch das Partnerprogramm von amazon eine spannende und gute Einnahmequelle zu sein.

    Der erste Irrtum bei Partnerprogrammen liegt im Wort Partner, denn Partner gehen partnerschaftlich, also auf Augenhöhe, miteinander um. Dies ist bei keinem der drei Netzwerke/Anbieter der Fall, denn der kleine Blog von nebenan oder die Webseite zum Thema schöner mit Mutti stricken sind Sternenstaub im Universum dieser Anbieter. Sie sind da und werden mitgenommen, aber Partner sind sie bestimmt nicht.

    Partnerprogrammnetzwerke sind ein Teil der Mediavermarktungsindustrie und müssen Geld verdienen. Dies ist nicht mit individueller Betreuung von kleinen Webseiten möglich, aber mit großen Kunden die relativ risikolos ihre Produkte über möglichst viele Webseiten vertreiben möchten und auch nichts dagegen haben, wenn ihr Logo und ihre Marke auf vielen Webseiten zu sehen ist. Wichtigstes Ziel ist dabei, kein Geld für die Auslieferung der Werbemittel zu zahlen.

    Hier liegt auch schon der große Unterschied zwischen deinem kleinen Blog und einer großen Webseite (schau dir mal die AGOF an). Hier wird in der Regel für die Einbindung eines Produkts und/oder eines Werbemittels ein Preis pro 1.000 Bannerauslieferungen oder pro Click vereinbart. Bei den Affiliatenetzwerken erhaltet ihr kein Geld für die Auslieferung der Werbemittel, auch nicht für die Einbindung der Produkte und auch nicht für eine Nennung im Newsletter. Ihr müsst hoffen und beten, dass eure Nutzer auf eines der Werbemittel klicken und auch gleich einen Kauf, eine Bestellung oder eine Interessensbekundung abgeben, denn nur dann bekommt ihr die versprochene Vergütung auf euren Nutzerkonto gutgeschrieben, aber noch lange nicht ausgezahlt.

    Die Customer Journey – Dein größter Feind

    customer-journeySollte euer Leser dies nicht tun und sich weiter auf seine Customer Journey durchs Netz begeben, dann habt ihr leider keine guten Chancen jemals einen einzigen Cent für die Herstellung des Kontakts mit der Marke oder dem Produkt zu bekommen. Die Reise der Nutzer durchs Netz und die vielen Touchpoints bei dieser Reise sind der wahre Grund warum ihr als Betreiber eines Blogs und/oder einer kleinen Webseite selten in den Genuss einer partnerschaftlichen Vergütung kommen werdet. Woran liegt das?

    Die Logik der Customer Journey hat viel mit dem Prinzip des „last cookie wins“ zu tun. Dabei bekommt derjenige die Provision zugeschrieben der den letzten Cookie gesetzt hat, dies dürfte in den meisten Fällen eben nicht dein Blog gewesen sein, sondern entweder eine der großen Webseiten im Netz, oder eine über SEO/SEA optimierte Seite die exakt zu einem bestimmten Thema passt und sicherlich den letzten Cookie setzen wird. Ebenso ist es möglich, dass eine Social-Media-Seite mit ihren vielen Werbeplätzen deinen Cookie killt. Diese Gefahr ist vor allem bei Blogs sehr groß, weil Blogger gerne wieder auf die Social-Media-Kanäle verlinken und versuchen darüber neue Leserinnen und Leser zu gewinnen. Einen Tod muss jeder sterben, in diesem Fall bekommst du evtl. neue Leser, aber keine Provisionen für deinen Kundenkontakt. Die Monetarisierung deiner Leser kanibalisiert sich also in gewisser Weise.

    No Honey Pot

    Blogs haben den großen Vorteil aus vielen Quellen Leserinnen und Leser zu bekommen, eigentlich ein idealer Standort für den „last cookie wins“ Touchpoint, aber Blogs verlinken eben auch gerne wieder zu anderen Seiten und sind so statt eines Honey Pots eher eine stetige Quelle abfließenden frischen Quellwassers für andere Provisionsoptimierer. Wenn ihr also eure Leserinnen und Leser zu einem Kauf bekommen möchtet, dann sollte zwischen der ultimativen Kaufauforderung und der Weiterleitung zum Shop keine andere Möglichkeit mehr zu einem Verlassen der Seite gegeben werden, denn dann ist die Chance groß der Looser im Rennen um das letzte Cookie zu sein.

    Dem Partnerprogramm bist du egal, bis…

    Für den Anbieter des Partnerprogramms ist deine Webseite/dein Blog also eher egal, denn ob der kaufende Kunde von deiner Seite kommt, oder von einer anderen Seite ist stark vernachlässigbar. Wichtig sind für ihn die Webseiten die sich als echte Honey Pots für den last cookie herausstellen. Diese Webseiten sind wichtig und werden auch entsprechend behandelt, hier fließen höhere Provisionen und vor allem werden, dies zeigt der Markt, auch weniger vermittelte Kunden plötzlich am letzten Tag des Abrechnungsmonats gelöscht.

    Du musst also mit deinem Blog ein echter Honigtopf werden, einer an dem alles kleben bleibt und zu Geld gemacht werden kann, dann ist ein Partnerprogramm eine Möglichkeit Geld zu verdienen, wenn da nicht noch immer der plötzliche Provisionstod am Ende des Monats eintreten würde.

    Deine Provisionen werden zu Grabe getragen…sehr oft.

    shutterstock_144558722 Viele Publisher kennen das merkwürdige Gefühl, sich am Monatsende von einigen lieb gewonnen Provisionen und Vermittlungseinheiten verabschieden zu müssen. Gestern noch tummelten sich in der Provisionsstatistik viele nette kleine Zahlen die eine vernünftige Zahl im Summenfeld ergab. Diese kleinen Freunde sind aber meist nicht sehr überlebensstark, denn aus unerklärlichen Gründen sterben viele dieser lieb gewonnen Freunde in der Nacht des Monatsende zum Monatsanfang. Eine kleine, meist sehr überschaubare, Zahl von vermittelten Einheiten überlebt das Gemetzel in der Datenbank des Partnerprogrammanbieters. Du und dein Blog ihr habt ja nicht als einzige am Wettrennen um den letzten Cookie teilgenommen und am Ende des Monats wird eben bereinigt, gelöscht und weg ist das Geld. Richtige Begründungen liefert dir dein Partner meistens nicht dafür, es ist eben der plötzliche und unerwartete Provisionstod. Entweder hat dein Kunde die Ware zurückgeschickt, er hatte sich zweimal beim selben Gewinnspiel registriert oder hat irgendwas irgendwie widerrufen. Alles Dinge die du nicht in der Hand hast, aber für die du verantwortlich gemacht wirst. Der Kunde der seine Ware zurückgeschickt hat, bleibt aber in der Datenbank des Shops, auch die Newsletteranmeldung über deine Webseite ist erfolgt, aber gutgeschrieben wurde sie jemand anderen.

    Partnerprogramme sind gnadenlos, sie bringen dein Geld um und das was dir übrig bleibt wird so lange auf einem Konto zwischengelagert bis du die Mindestauszahlungssumme von 25,00 € (in den meisten Fällen) erreicht hast. Ein ordentlicher Zinsgewinn, dabei würdest du dich schon über 10,00 € am Ende des Monats freuen. Eine Auszahlung wäre auch möglich, denn ob die Bank eine Überweisung über 15 € ausführt oder über 15.000 € ist vollkommen egal, aber viel kleines Geld auf einem Tagesgeldkonto bringt deinem Partner mehr als es auszuzahlen, nach ca. 30-60 Tagen.

    Gibt es Hoffnung?

    Das Affiliateprogramme am aussterben sind, wird immer mal wieder kolportiert, aber so lange sich damit für eine kleine Handvoll von Webseitenbetreibern und eine noch kleiner Anzahl von Netzwerkanbietern gutes Geld verdienen lässt und es auf der anderen Seite viele kleine Webseiten gibt die sich als Cookieabwurfplatz einsetzen lassen, wird dieses Business nicht vom Feld gehen.
    Viele Merchants (Shops) wissen um die Schwierigkeit des „last-cookie-wins“ und der Unzufriedenheit von Webseitenbetreibern. Aus diesem Grund wird daran gearbeitet die Customer Journey gerechter unter allen Teilnehmern aufzuteilen. Große Versandhäuser wie Otto sind hier Vorreiter. Bei diesen Modellen wird fast jeder Cookie mit einem Wert versehen und im Rahmen der Vergütung bewertet.
    Hierbei ist natürlich auch wieder der im Vorteil der möglichst viele Kontakte herstellen kann, ob das der kleine Strickblog um die Ecke ist?

    Unser Fazit

    Wenn Du nicht schon heute signifikante Umsätze mit Partnerprogrammen machst und deine Webseite viele Besucher hat, dann kannst du diese Möglichkeit damit Erlöse zu erzielen weiterhin anweden. Bei einer kleinen Webseite würden wir immer dazu neigen, zum Ausbau der Partnertags zu raten. Verwende deine Kraft lieber auf deinen Content und nicht auf den kryptischen Einbau von Programmcode der am Ende des Tages im Big Data – Topf der Netzwerke landet und zu einer schönen Analysesuppe verrührt wird, von der Du am Ende des Tages garantiert nur wenig bis gar nichts abbekommen wirst.

    In Teil Zwei geht es um (un)bezahlte Kooperationen mit Unternehmen gehen.

    8 Comments
    • Eddy

      12. März 2015 at 11:13 Antworten

      Herzlichen Glückwunsch! Ihr zählt also zu den „Honigtöpfen“, für die sich Partnerprogramme lohnen. Ich zähle auf dieser Seite hier neben eim Banner von Affili.net auch noch einen von Google und einen dritten von Criteo. Da muss der Rubel also kräftig rollen.

      Ich habe jegliche Werbung von meinem Blog verbannt. Und das bleibt auch so, selbst falls ich mal 1 Mio Besucher im Monat habe. Für meine Leser steht der Mehrwert im Vordergrund, NICHT von Bannern, sponsored Links und anderem Gedöns abgelenkt zu werden.

      Da veröffentliche ich lieber hin und wieder einen bezahlten Blogpost (den ich natürlich klar und deutlich kennzeichne!) und erziele damit lukrativeren Verdienst, als mit allen Bannern zusammen 😉

      • CEB (Chief Executive Blogger)

        12. März 2015 at 11:28 Antworten

        Lieber Eddy, natürlich haben wir auch Google hier auf der Seite, dazu gibt es später in Teil 3 der Artikelserie mehr. Der Affili.net Banner gehört eher zum experimentellen Teil. Banner können Erlöse erzielen, ab einer bestimmten Größe. Sponsored Posts ebenso (Teil 4 der Artikelserie). Gekennzeichnet wird hier übrigens immer, wenn es sich um einen bezahlten Post handelt.

    • Hans-Peter

      12. März 2015 at 11:34 Antworten

      Ich finde die Anmerkung von Eddy ganz spannend. Sponsored Posts machen aber auch nur ab einer bestimmten Blogreichweite Spaß. Da bin ich auf euren Beitrag gespannt. Google zahlt doch per Click und TPK, oder?

    • Florian Weixelbaumer

      12. März 2015 at 17:10 Antworten

      Good riddens. Ich freu mich auf Teil 2 besonders!

    • Eddy

      13. März 2015 at 11:48 Antworten

      @Hans-Peter: keines der Unternehmen, mit denen ich bislang zusammen gearbeitet habe, hat zuvor nach meiner Reichweite gefragt. 😉

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