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    Freundschaften auf Reisen schließen – so klappt’s!

    Freundschaften auf Reisen schließen – so klappt’s!

    Lynn bloggt auf tyatravel.com – im blogg.de-Interview spricht sie über Reisefreundschaften, Namibia und travelblogging. Außerdem erzählt sie, wie es ist, als junge Frau allein unterwegs zu sein.

    Reisebloggerin Lynn

    Reisebloggerin Lynn

    blogg.de: „Liebe Lynn, für Dich ist es kein Problem, die Welt alleine zu entdecken. Wann bist Du das erste Mal ohne Begleitung gereist und wie war das für Dich?“

    Lynn: „Ich hatte das Glück, das meine Eltern schon früh viel Vertrauen in mich gesetzt haben. So war ich zwar nicht komplett alleine unterwegs, aber ich durfte zum Beispiel mit einem Freund nach Schottland fliegen und diesen Teil der Insel erkunden. Für mich war das Ganze ein großer Spaß und ich denke damals wurde der Grundstein gelegt, für meine Reiselust. Meine erste größere Reise allein war tatsächlich die ins südliche Afrika im letzten Jahr. Das war natürlich schon eine Spur aufregender. Da ich mir im Vorfeld aber viele Gedanken zu verschiedensten Themen gemacht habe, habe ich zum Zeitpunkt des Abfluges nur noch Vorfreude gespürt. Im Nachhinein war es auch eines der schönsten Erlebnisse überhaupt in meinem Leben.“

    blogg.de: „Du schreibst, Freundschaften auf Reisen zu schließen, sei nicht schwer. Auf Deinem Blog gibst Du Tipps, wie es klappt. Würdest Du sie für unsere Leser kurz zusammenfassen?“

    Lynn: „Am allerwichtigsten ist dabei Offenheit. Wenn man nur auf den Boden stiert und für keinen ein Lächeln übrig hat, wird man auch keine Menschen kennen lernen. Sobald man sich aber für fremde Kulturen interessiert, kommt man auch ins Gespräch. Hilfreich ist es dabei natürlich auch, eine Fremdsprache zu sprechen. Hallo und Tschüss in der Landessprache ist meist schon ein „Door-Opener“, mit Englisch kommt man aber auch sehr weit. Ansonsten werden in Hostels sehr schnell aus Fremden Freunde und für wen das nichts ist, der kann sich auch noch Kursen anschließen. In fast jeder größeren Stadt gibt es zum Beispiel Cooking Classes oder ähnliches.“

    blogg.de: „Hand auf’s Herz: Inwiefern haben solche Freundschaften bis über die Reise hinaus Bestand?“

    Lynn: „Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal ist es okay, wenn man eine wahnsinnig gute Zeit mit einander hatte und danach sich die Wege trennen. Andere Freundschaften überdauern aber auch die Zeit. Zum Glück ist es dank des Internets relativ leicht, mit Menschen überall auf der Welt in Kontakt zu kommen. Und nächstes Jahr besuche ich tatsächlich sogar zwei Freunde in Namibia, die ich dort auch kennen gelernt habe. Mal gucken, wie das wird.“

    blogg.de: „Eine Deiner Kategorien enthält kleine Reiseanekdoten. Welche erzählst Du besonders gern?“

    Lynn: „Eine meiner Lieblingsanekdoten hat sich in Südfrankreich abgespielt. Ich habe gerade am Straßenrand auf meine Mitreisenden gewartet, als ein alter Kasten R4 mit einer unglaublichen Geschwindigkeit um die Ecke biegt. Dabei öffnet sich die Tür auf der Beifahrerseite und der Fahrer und ich schauen uns einen Moment total verdattert an, eher er die Tür schnell wieder zu zieht. Natürlich lag das obligatorische Baguette auch im Auto. Diese Situation war für mich in diesem Augenblick einfach so urfranzösisch. Im ‚ordentlichen‘ Deutschland wäre das natürlich nicht vorgekommen.“

    "Urfranzösisch" (c) tyatravel.com

    „Urfranzösisch“ (c) tyatravel.com

    blogg.de: „Unter der Überschrift ‚Lese-Trotter‘ gibst Du Deine Meinung über Bücher rund ums Reisen ab. Welche war Deine letzte Lektüre aus dieser Sparte und kannst Du das Buch empfehlen?

    Lynn: „Das letzte Buch war „Fernweh ist ´ne Scheißidee“ und versammelt 33 Geschichten reiselustiger Menschen, die gehörig in die Hose gegangen sind. Einige sind lustig, wiederum andere hätten auch schlimmer ausgehen können. So wird man mitgenommen zu Pärchenurlauben, die gehörige in die Hose gehen, Bandenkriege in Südamerika und interessanten, asiatischen Krankheiten. Natürlich könnte man meinen, dass solche Erlebnisse vom Reisen abhalten, trotzdem würden alle sofort wieder los ziehen. Und genau deshalb würde ich das Buch auch empfehlen, denn trotz aller Widrigkeiten ist Reisen immer noch ein Abenteuer und das Buch macht Lust auf ebendiese Abenteuer.“

    blogg.de: „Richtig toll finden wir Deine Idee, die jeweiligen Geschichten hinter bestimmten Urlaubsbildern zu erzählen. Hast Du eine für uns?“

    Lynn: „Na klar! Einer der magischsten Momente, die ich je auf Reisen erlebt habe, war im Süden von Namibia. Die Gegend um Twyfelfontein ist unglaublich schön und Heimat der seltenen Wüstenelefanten. Diese Elefanten leben komplett wild, also in keinem Reservat, und ihre Population ist verschwinden gering. Es gibt Safaris, die komplett auf die grauen Riesen ausgelegt sind und die innerhalb von 7 Tagen keinen sehen. Umso erstaunter war ich, als einer unserer Guides plötzlich rief: ‚There is an elephant‘. Und was ich kaum für möglich gehalten hatte, würde Realität. Keine 200 m von unserem Camp verspeiste ein Elefantenbulle sein Abendbrot. Zu fasziniert von diesem Moment, wollte ich nicht meine Kamera holen, sondern nur den Augenblick genießen. Deshalb sind diese Bilder auch nur in meinem Kopf, aber ein Foto der Schilder, die vor Elefanten warnen, erinnert mich immer an diese Situation.“

    Ein Schild warnt vor Elefanten (c) tyatravel.com

    Ein Schild warnt vor Elefanten (c) tyatravel.com

    blogg.de:„Warum bloggst Du? Du könntest schließlich genauso gut einfach durch die Welt fahren, die Bilder im Kopf haben und sie dort lassen – warum so öffentlich?“

    Lynn: „Haha. Sehr gutes Argument! Bei mir hat es zunächst eher aus der Not heraus angefangen. Ich war nach meiner letzten Reise so voller Geschichten und Bilder. Diese wollten aber irgendwann meine Familie und Freunde nicht mehr hören. Deshalb ist Lieschenradieschen Reist geboren. Ziemlich schnell habe ich aber gemerkt, das mir das Schreiben unglaublich viel Spaß macht. Relativ bald habe ich auch das erste positive Feedback bekommen und gemerkt: ‚Hey, es gibt Menschen, denen gefällt was du tust‘ und deshalb teile ich meine Erlebnisse, Fotos und Geschichten öffentlich.“

    blogg.de: „Viele Blogger widmen sich dem Travelblogging, weil es dafür vermeintlich auch Übernachtungen in Luxushotels und Business-Class-Flüge gibt. Wie sieht es bei Dir mit dem ‘Sponsored travelling’ aus?“

    Lynn: „Davon bin ich weit entfernt! Ich muss auch ehrlich sagen, das für mich nicht die Motivation da hinter steckt, in Luxushotels zu übernachten und Business-Class zu fliegen. Das ist ja gar nicht meine Art des Reisen. Trotzdem bin ich natürlich auch an Kooperationen interessiert, die zu mir passen und einen Mehrwert für meinen Leser haben. Worüber ich mich zum Beispiel sehr freue, ist das meine Kategorie „Lese-Trotter“ auch von Verlagen unterstützt werden. Aber in aller erster Linie will ich mit meinem Blog Spaß haben. Ich möchte nicht, das mein Schreiben von solchen Hintergedanken bestimmt wird und der Inhalt von Lieschenradieschen Reist, wird auch immer meine eigene und ehrliche Meinung vertreten.“

    blogg.de: „Was wäre Dein Lieblingsziel über das Du gerne einmal bezahlt berichten würdest?“

    Lynn: „Oha. Das ist eine schwere Frage. Da ich mein Herz aber an Afrika verloren habe, wäre eine Destination auf dem afrikanischen Kontinent natürlich total spannend. Mich reizt im Moment Äthiopien sehr. Mit meinem Studentenbudget ist eine geführte Reise allerdings nicht drin, deshalb wäre das wohl momentan mein Lieblingsziel.“

    blogg.de: „Ganz allgemein zum Thema Blogs. Wie siehst Du die Entwicklung in Sachen Blogging und Refinanzierung des Lebensunterhalts durch einen Blog?“

    Lynn: „Ich bin ja noch nicht so lange dabei, als dass ich das alles vollkommen überblicke, aber ich habe mir auch schon so meine Gedanken dazu gemacht. Und zwar gibt es meiner Meinung nach, einen gewissen Trend zurück zu den Printmedien. Es gibt das Magazin „I like Blogs“ und viel Blogger schreiben (E-) Bücher. Das finde ich ziemlich interessant. Zum Anderen entdecken Unternehmer, Touristiker, Verlage etc. immer mehr den Mehrwert der Blogger. Anders als in auftraggebene Werbung, machen Blogger echte Werbung (oder eben auch nicht, wenn ihnen das Produkt nicht gefällt“). Das schafft vielleicht auch ein gewisse Vertrauen in die Marke, wenn ein Blog mit einem echten Menschen dahinter, das Produkt gut findet. Trotzdem ist es wahnsinnig schwer Fuß zu fassen und irgendwann soweit zu kommen, das man sich durch den Blog seinen Lebensunterhalt verdienen kann.“

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