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    Laufen & Saufen – Sport und Genuss, (k)ein Widerspruch

    Laufen & Saufen – Sport und Genuss, (k)ein Widerspruch

    Körperliche Fitness und ein gutes Körpergefühl sind für viele Blogger, und auch für normale nicht bloggende Menschen, ein wichtiger Baustein ihres Lebensglücks. Wer gut aussieht ist erfolgreich, verspricht die Werbung und die Lifestylemagazine mit angeschlossenen Sportteilen. Da ist es kein Wunder, wenn einem zu jeder Tages-/ und Nachtzeit sportliche Menschen in den Parks, auf den Strassen und in den Fitnessräumen begegnen. Große Firmen motivieren ihre Mitarbeiter mittels Firmenläufen und eigenen Sportangeboten sich fit zu halten, und ihren Körper für die Herausforderungen des Berufs zu stählen. Sport ist gesund und macht Spaß, so lange es nicht übertrieben wird und der Faktor Sucht ins Spiel kommt.

    Der süchtige Sportler

    Sport soll Spaß machen und wenn wir uns regelmäßig bewegen, dann ist dies gut für unseren Körper. Viele Sportler erwischt aber irgendwann der Kick, das Runners-High, das Glücksgefühl des Sportlers. Ähnlich wie beim Konsum von Drogen und Genussmitteln kann Sport süchtig machen. Der süchtige Sportler ist dann nicht süchtig nach einer Linie Koks oder Alkohol, für ihn muss es eine immer extremere Sportleistung sein. Sport wird dann zur Waffe gegen den eigenen Körper.

    Sportsüchtige verhalten sich ebenso wie normale Süchtige. Sie vernachlässigen ihr privates Umfeld, trainieren obwohl der Körper ihnen ein klares „Nein“ signalisiert und investieren in immer neue Gerätschaften die ihnen ihre Erfolge protokollieren. Die digitale Erfolgskontrolle via Internet treibt Sportsüchtige sogar noch mehr an.

    Die Sucht nach Genuss

    Gesund leben, gesund kochen, biologisch wertvoll einkaufen und damit ein besonderes Genussgefühl erzeugen. Ob Biomarkt, Food Trucks mit gesunden Lebensmitteln, Slow Food und neuerdings gesunden Fastfood-Burgern, wer gesund genießen möchte wird sich aufgrund der Fülle von Angeboten kaum entscheiden können in welches Bällebad der Wonne er zuerst springen möchte. Tausende von Food-/Genuss-/ und Weinblogs erklären uns jeden Tag mit welchen Gerichten wir uns und unsere Familien gesund ernähren können. Im Vordergrund steht oft der Genuss.

    Exotische Speisen und handgemachte Biere, vegane Weine und regionale Spirituosen, Biofleisch und handgestreichelter Lachs aus Norwegen. Die Palette der Suchtmittel für Genießer ist fast ebenso groß wie die Laufstrecken für die süchtigen Sportler lang sind.

    Ebenso wie es unzählige Zeitschriften und Magazine für Sportler gibt, boomt der Markt rund ums Fressen und Saufen. Dabei geht es nicht um die besten Fischstäbchenrezepte, sondern um Koberind und Gin aus der hintersten Ecke zu unglaublichen Preisen.

    Wer süchtig nach Genuss ist, der wird dort fündig und DHL liefert die Drogen in wenigen Tagen frisch auf den Tisch. Die Sucht nach Genuss ist wie die Sportsucht legal und gerade Übergewichtigkeit und Alkoholsucht verursachen riesige Schäden im Sozialsystem.

    Gesundes leben mit gesunden Lebensmitteln soll Spaß machen, ebenso wie Sport zu unserem Wohlbefinden, neudeutsch wellbeing, beitragen soll. Es ist wie immer das gesunde Mittelmaß, welches zu einem gesunden und fröhlichen Leben führt. Zwei Menschen die damit sehr erfolgreich umgehen, also genießen und sportlich aktiv sind, haben wir in den letzten Tagen interviewt.

    Die kickende Königin und die laufende Wein“Dealerin“

    Anja Schröder von Planet Wein.

    Anja Schröder von Planet Wein.

    Anja Schröder ist Weinkennerin, Genießerin, Mitgründerin der Weinbar Ruz in Berlin, aktive Läuferin und erfolgreiche Weinhändlerin im Herzen von Berlin. Sie hat vor einigen Tagen ihren ersten Marathon absolviert und hat uns ein paar Fragen zum Thema „laufen & saufen“ beantwortet.

    Unsere zweite sportive Genussfrau ist Josefine Schlumberger. Eine aktive Fußballsspielerin, Geisenheimer Studentin für Weinbau und Oenologie und frisch gekrönte Deutsche Weinkönigin.

    Zwei Frauen für die Sport ebenso wichtig ist wie ein gutes Glas Wein.

    Und was ist mit sportlichen & genießenden Männern? Wir haben einige bloggende Läufer angesprochen, aber diese hatten entweder keine Zeit „Muss laufen“, „bin bei der Probe“ oder verstanden nicht was Genuss und Sport miteinander zu tun haben. Frauen wissen das Leben offenbar besser zu genießen als Männer. Das starke Geschlecht ist auch deutlich suchtanfälliger als es Frauen sind.

    Weinmarathon und Kabinenschorle

    Wer als Läufer auf einen guten Tropfen nicht verzichten möchte, der kann beim Marathon de Medoc und Marathon du Cahora Rotwein an den Verpflegungsständen gereicht bekommen. Beim Marathon Deutsche Weinstraße werden als besonderes Highlight Riesling-Schwämme zum Erfrischen ausgegeben. Es gibt sie also die Verbindung aus Sport und Genuss, sogar als Wettbewerb. Der Läuferpapst Achim Achilles schreibt zum Thema saufen & laufen „Wer sich fünf Bier (gleich fünf kleine Gläser Wein) als wöchentliche Gesamtmenge erlaubt, kann entscheiden, ob er die ganze Ladung am Samstagabend pichelt, gelegentlich mal eins oder sich zehn Streckgetränke wie Radler oder Weißweinschorle gönnt.

    Blogg.de: „Anja, du bist Weinhändlerin in Berlin (Planet Wein) und eine passionierte Läuferin. Wein gehört gewissermaßen zu deinem Alltag, ebenso wie der Sport. Passen laufen & saufen, oder besser gesagt Weingenuss und Training, bzw. Wettkampf zusammen?“

    Anja: „Ich möchte vorweg nehmen, dass ich neben dem Laufen auch viele andere Sportarten betreibe und faktisch 5-6 x in der Woche Sport treibe. Für mich ist dies ein wunderbarer Ausgleich und meine zweite Leidenschaft neben dem Wein. Wie mein und auch viele andere Beispiele beweisen geht das ziemlich gut zusammen denn ich kenne viele Fachkollegen und auch Winzer die regelmäßig laufen. Ich behaupte sogar das sich das Laufen sehr positiv auf die Stressbewältigung im Weinhändleralltag auswirkt und meine Werte sind trotz regelmäßigem Alkoholgenuss extrem gut und ich fühle mich sehr fit und bin sehr gesund. Jedoch ist es in der Tat so das der Alkoholgenuss den Regenerationsverlauf beeinträchtigt und sich negativ auf den Fettstoffwechsel auswirkt, daher lege ich regelmäßige Pausen ein.“

    Josefine Schlumberger, eine königliche Teamplayerin.

    Josefine Schlumberger, eine königliche Teamplayerin.

    Blogg.de: „Josefine, Du bist aktive Fußballerin, aktive Weingenießerin und Deutsche Weinkönigin. Wie ist es bei dir mit dem Genuss und dem Sport, ab und an eine Rieslingschorle nach dem Spiel? “

    Josefine: „Genuss und Sport sind beides ganz große Kapitel in meinem Leben. Auf beides würde ich nicht verzichten wollen und sie gehen auch ein Stück weit miteinander einher. Grade in Wochen in denen der Genuss großgeschrieben ist, brauche ich als Ausgleich auch eine gute Portion Sport. Zeitlich sind Sport und Alkoholgenuss bei mir allerdings klar getrennt. Ich würde vor einem Fußballspiel nie trinken und am Abend vorher auch nicht groß feiern gehen. Nach dem Spiel gibt es ab und zu mal ein Gläschen, aber auch das ist eher die Ausnahme.“

    Blogg.de: „Marathon de Medoc, also ein Marathon bei dem Wein gereicht wird, ist das ein Widerspruch für dich oder eher eine Herausforderung?“

    Josefine:Für mich persönlich wäre das, glaube ich, nichts. Wenn ich Sport mache trinke ich am liebsten nur pures Wasser.

    Blogg.de: „Achim Achilles rät zum Kontingenttrinken, also fünf Gläser Wein in der Woche, wie siehst du eine solche strikte Regel. Kannst du dich daran halten?“

    Anja: „Hey, ich bin Weinhändlerin …. meines Wissens hat eine Flasche 750 ml und das ist mehr als 5 Gläser! Was macht Achim mit dem Rest der Flasche? Ich kann das aus beruflichen Gründen und auch aus reiner Genussbereitschaft nicht einhalten. Es gibt viele Tage an denen ich nichts trinke. Generell vier Wochen vor Wettkämpfen verzichte ich auf Wein und trinke eh nie Spirituosen.“

    Blogg.de: „Laufen, bzw. Sport, ist gesund, Rotwein soll auch gut fürs Herz sein. Eine gute Kombi?“

    Anja: „Ich bevorzuge Weisswein, weil ich ihn besser vertrage, aber Rotwein ist bewiesener Maßen gut fürs Herz, und wenn nicht irgendeine schlaue Theorie dies widerlegt ist der Maßvolle Genuss empfehlenswert. Aber ich denke wichtig ist auch immer der Qualitätsanspruch, das sollte der Fokus sein. Lieber ein Glas weniger, aber dafür einen Guten !“

    Blogg.de: „Josefine, als Weinkönigin hast du auch eine Vorbildfunktion, aber auch eine Vermarktungsfunktion für Wein. Kann Sport & Genuss von Wein überhaupt zusammenpassen? Bist du in der Kabine die Stimme die auf maßvolles feiern achtet?“

    Josefine: „Natürlich kann es das, zumindest in einem ausgewogenen und gesunden Verhältnis und der richtigen zeitlichen Abfolge. Weingenuss heißt ja nicht gleich Völlerei. Verschiede Studien haben sogar gezeigt, dass maßvoller Weinkonsum dem Körper und der Gesundheit guttun kann. Und um auf die zweite Frage zu sprechen zu kommen: In der Kabine bin ich einfach nur ein Teammitglied wie jedes andere und nicht Weinkönigin. Ich würde weder aus Vermarktungsgründen eine Kiste Wein in die Kabine stellen, noch würde ich den anderen Mädels vorschreiben, was sie zu trinken haben und was nicht. Da sollte jeder sein eigenes Maß kennen.“

    Blogg.de: „Manchmal werden die Abende lang und die Flaschen sind derer zu viele geleert worden. Machst du dann einen Ausnüchterungslauf und geht es dir danach besser?“

    Josefine: „Egal wie der Abend vorher verlief – wenn ich mich morgens tatsächlich zu einem Lauf an der frischen Luft motivieren kann, geht es mir den restlichen Tag eigentlich immer gut. Frische Luft und Bewegung machen einfach einen klaren Kopf und fit für den Tag.“

    Anja: „Da ich keinen Schweinehund habe, fällt es mir auch nach langen und Weinreichen Abenden nicht sonderlich schwer mich aufzuraffen und ein paar Kilometer zu laufen. Fakt ist das es mir danach immer sehr gut geht !“

    Blogg.de: „Anja, mit welchem Wein/Sekt/Champagner begießt Du einen erfolgreichen Marathon? Mit was feiert die Deutsche Weinkönigin sportliche Erfolge?“

    Anja: „Bei dieser Frage muss ich jetzt wirklich lachen, denn meinen ersten Marathon also die volle Distanz von 42,195 Km bin ich ja gerade erst gelaufen und bin ziemlich stolz auf 03:57:44. Ich habe viele Monate darauf hin trainiert und auf sehr viel verzichtet, unter anderem auch über 4 Wochen auf den Weingenuss ! Ich habe mir von meinem besten Freund gewünscht dass er mich mit ner Flasche Riesling im Ziel begrüßt … das war ganz wundervoll und ich habe jeden Tropfen Steinacker von Rings genossen !!!“

    Es ist also kein Widerspruch wenn Sport & Genuss aufeinander treffen. Süchtig und unglücklich kann beides machen. Die Tipps von Josefine und Anja sind praxiserprobt und beide Damen haben offenbar viel Spaß mit ihrer Fitness-Consumption-Balance.

    Wie sieht es bei Euch aus?

    Bilder: blogg.de (Titel), Anja Schröder (Planet Wein), Josefine Schlumberger (deutscheweine.de)

    4 Comments
    • Steffen Schindler

      28. Oktober 2015 at 16:57 Antworten

      Man muss nicht gleich ins Médoc fahren um an einem Wein-Sport-Event teilzunehmen. Warum nicht ein weinseliges Wochenende in einem Anbaugebiet verbringen und mit der Teilnahme an einer Sportveranstaltung verbinden. Kleine Auswahl gefällig?

      Der Weinstraßenmarathon in der Pfalz, der Ruwer Riesling Lauf (10 km) im Anbaugebiet Mosel, der Ahrathon an der …. richtig: Ahr, der Weinbergslauf im pfälzischen Grünstadt (5, 10 km), der Trollinger Marathon in …. auch das keine Überraschung: Württemberg, der Weinlauf in Windesheim/Nahe (5, 10 km), der Rieslinglauf in Oestrich-Winkel im Rheingau (10, 21,1 km) oder der Weinbergslauf in Ipsheim in Franken.

      Ambitionierte Läufer können auch am Wingertsup in Rheinhessen teilnehmen, der gleich sechs über das ganze Jahr verteilte 10 km Läufe umfasst.

      Die Krönung ist dann natürlich der RIESLINGMAN Triathlon in Rüdeheim im Rheingau: 500 m schwimmen im Rhein, 20 km mit dem Rad durch die Weinberge und dann noch 5 km laufen entlang des Rheins. Und am Ende? Da gibt es – neben gaaaanz viel Endorphinen – eine Flasche Riesling…..

    • CEB (Chief Executive Blogger)

      28. Oktober 2015 at 17:50 Antworten

      Cooler Tipp mit dem RIESLINGMAN Triathlon in Rüdeheim im Rheingau.

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