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    Sind Bloggercoaches die Bloggern das Bloggen erklären wollen Blogger?

    Sind Bloggercoaches die Bloggern das Bloggen erklären wollen Blogger?

    Wie ist das, wenn Blogger Geld verdienen? Am Anfang der Bloggerei in Deutschland, so irgendwann im Jahr 2006 haben mal vier Blogger vier Wochen lang vier Astra (Opel) zum Testen bekommen, da wurde ganz schön gemeckert, denn Blogger hatten gefälligst kein Geld für ihre Bloggerei zu bekommen. Ist lange her und die vier Blogger von damals gehören heute alle zum Bloggerestablishment.

    Bloggern die Geld verdienen wird misstraut

    Heute soll das immer noch so sein, denn Walter von schreibsuchti schreibt in den Tiefen des Internets: „In Deutschland herrscht Bloggern gegenüber – vor allem denen, die Geld machen – immer noch Misstrauen und Missgunst, die man sonst selten findet. Ähnlich wurde Vladi vom Affenblog vom Moderator bei der „Rock the Blog“ herablassend kommentiert. Das zeigte, dass der Moderator NULL Ahnung vom Bloggen und Geld verdienen im Internet hatte. Bei einigen Journalisten scheint dies auch der Fall zu sein. Sie sind gute Journalisten, aber ihnen fehlt leider manchmal der Respekt den „schreibenden Unternehmern“ (Bloggern und Co.) gegenüber.

    Bloggern, also denjenigen die Geld verdienen wird Misstrauen und Missgunst entgegengebracht? Meine Meinung ist da eine andere, denn es gibt einen Unterschied zwischen Bloggern die über Strickanleitungen, Beautytipps und Autos schreiben und Bloggern die immer nur darüber schreiben wie andere Leute noch besser bloggen können.

    Jetzt könnte mir, und dem ganzen blogg.de-Team, vorgeworfen werden, dass wir ja auch nur über Blogs schreiben. Das ist aber nur zum Teil richtig, denn uns geht es ganz oft darum auch mal aufzuzeigen wo Fallstricke sind und was eben nicht so einfach funktioniert. Unsere Artikelserie „Wie du mit deinem Blog kein Geld verdienst“ hat vor allem den Zweck mit einigen Mythen aufzuräumen die von Bloggercoaches in die Welt geschrieben werden, die aber nur auf einen ganz kleinen Teil der weltweiten Bloggercommunity zutrifft. Diese Tipps kosten nichts, und haben schon gar nicht den Zweck unseren Leserinnen und Lesern in irgendeiner Form etwas zu verkaufen.

    Dann gibt es da noch die Blogs die sich Blogs nennen, aber pure Linksammlungen sind, aber bestens SEO-optimiert sind und in allen möglichen Blogrankings ganz vorne stehen. Meist gelingt dies nur, weil die Macher dieser Blogrankings überhaupt nicht überprüfen was da alles angemeldet wird. Was zu grotesken Listen führt bei denen Rätselseiten, Telefontariflinksammlungen und Gutscheinseiten, die sich alle ein Blog irgendwo in den Namen geschrieben haben (wobei selbst das haben nicht alle) als Blogs geführt werden.

    Wer sich nun wundert, dass es Misstrauen und Missgunst gibt, der sollte genau hinschauen wer und was sich alles Blogger und Blog nennt.

    Alles kann ein Blog sein

    Es ist vollkommen richtig, wenn jetzt einige mit dem Fuß fest auf den Boden aufstampfen und bissige Kommentare unter den Fingern haben, in denen sie mir eine arrogante Haltung vorwerfen, weil ich hier ein Urteil darüber fälle, was ein Blog ist und was nicht.

    In meiner Bloggerwelt gehören aber Gutscheinseiten, Telefontariftipps und Preisvergleichseiten nicht in die Rubrik Blog, ist einfach so!

    Jeder darf sich Blog nennen, so wie es viele Läden gibt die vorgeben Burger zu verkaufen, aber in Wirklichkeit nur Presspappe auf den Grill legen und diese dann zwischen Industriebrötchenhälften mit Gemüseresten verzieren.

    Wer über Missgunst spricht, der muss auch überlegen wo sie herkommen könnte.

    Jeder kann Blogger sein

    Blogger kann sich jeder nennen, denn laut Wikipedia handelt es sich dabei um den Hauptverfasser des Inhalts eines Blogs, und häufig sind die Beiträge aus der Ich-Perspektive geschrieben. Das Blog bildet ein Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu spezifischen Themen. Damit kann auch ein Liebhaber von Telefontarifen, Gutscheinsammelcodes und Produktpreisen ein Blogger sein. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

    Walter von schreibsuchti ging es aber in seinem Kommentar um etwas anderes, denn er meinte sich und seine Kolleginnen und Kollegen die eigentlich auch gar keine Blogger sind, sondern sie sind Autoren von Ratgeberbüchern und mal mehr und mal weniger erfolgreiche Consultants für das Thema Internetveröffentlichungen und Newslettergenerierung. Aus der Sicht der Bloggerdefinition sind sie monothematische Blogger die eben über das Bloggen schreiben, so wie manche Blogger ihr ganzes Leben lang nur über Strickanleitungen schreiben.

    Die Meinung von Walter dazu

    Walter hat mir auf meine Frage an ihn „Was macht dich zu einem Blogger und könntest du nicht mehr Geschäft machen, wenn du dich Consultant nennst. Ist das sich als Blogger bezeichnen nicht eine Art sich als Teil einer Szene zu identifizieren“ geantwortet.

    Ist ein Buch über das Schreiben kein Buch? Sind Medien wie meedia.de, die über Medien schreiben, kein Medium?

    Ich glaube deshalb, dass Blogger, die über das Bloggen bloggen, auch Blogger sind. Wie andere mich da bezeichnen mögen, Berater, Consultant oder Lügner – das ist mir egal 🙂

    Ich sehe mich als Blogger, weil ich es seit 10 Jahren tue. Schreibsuchti.de (seit 2012) ist nur das Ergebnis davon, dass ich ein Fan des Bloggens bin. Ich bin kein Coach, der „Kunden“ braucht…

    Ich habe mehrere Blogs gegründet und wieder eingestampft. Mein aktuellstes Projekt ist www.endlichlebendig.de.

    Als Consultant könnte ich zwar mehr Umsatz machen und seriöser rüberkommen, aber das will ich nicht. Ich sehe mich als problemlösender Blogger. Wenn du so willst, ein konsultierender Blogger 🙂 Ich will auch keine Business-Kunden. Ich will dem „kleinen Mann“ helfen, besser zu schreiben und mit dem Schreiben erfolgreich zu werden.

    Ich will bewusst kein Consultant oder „Coach“ genannt werden, weil ich mich als Schriftsteller, speziell als Blogger, sehe. Ist halt eine Lebenseinstellung.

    Wie gesagt: Wie andere mich da sehen, das ist mir eigentlich egal. Meine Leser sehen mich jedenfalls als Blogger 😉

    Walter kann ich hier nur zustimmen, wenn er dies als Credo für sich lebt und seine Kunden positive Aspekte aus seinen Erfahrungen sammeln können.

    Woher kommt das Misstrauen?

    Wenn nun also über Misstrauen gesprochen wird und im gleichen Atemzug der Moderator von Rock the Blog angegriffen wird, dass er Vladi vom affenblog herablassend kommentiert habe, dann muss die Frage gestellt werden, woher denn Neid, Missgunst und Misstrauen kommen könnten.

    Um zu meiner Ausgangsaussage zurückzukommen: Nicht alle Blogger werden kritisch gesehen. Die Blogger die auf ihren Blogs eine Story erzählen können und dabei meistens nur sich und ihren Blog verkaufen genießen, dies ist zumindest meine Erfahrung aus vielen Gesprächen mit Mediaentscheidern und Mediaplanern, sehr positiv wahrgenommen. Positive Typen transportieren eine positive Message, sei es zu einer Reisedestination oder zu einem Auto. Authentische Typen sind gute Sprachrohre für Marken und Produkte..

    Vladi vom Affenblog hat in seinem Vortrag bei Rock the Blog 2015 zugeben müssen, dass er Blogger und Unternehmer in einem ist. Was nicht schlimm ist, denn das eine schließt das andere nicht aus. Der Unterschied, den auch Vladi auf der Bühne anführt, ist die Verknüpfung als Blogger auch sein eigenes Produkt zu verkaufen. Er transportiert als Blogger nicht die Botschaft einer Marke, sondern bietet seine Lösung für ein erfolgreiches Blogbusiness anderen Bloggern an.

    Hier kann und muss auch Kritik ansetzen, wenn ich mich in dieser Zwitterrolle als Blogger bezeichne, als jemand aus dem selben Kreis von Menschen der anderen Angehörigen dieses Kreises etwas verkaufen möchte, damit sie noch erfolgreicher im Kreis der Gleichgesinnten agieren können.

    Guter Rat ist teuer

    Auf den gut geölten Zug des Bloggercoachings sind schon viele aufgesprungen, und meist geht es nicht nur um die Bloggerei, sondern auch noch um ein paar gute Tipps wie man ein erfolgreicher Selfpublisher wird. Dabei sind die Preise recht unterschiedlich und mit 1.500 € für ein Jodeldiplom Bloggerzertifikat ist die SGD aus Darmstadt, meines Wissens nach, nahezu einsamer Spitzenreiter.

    Coaching und Consulting sind stark nachgefragte Dienstleistungen und sie werden auch gerne teuer bezahlt. Der Unterschied dazu ist, dass die meisten Coaches und Consultants niemanden beraten der selbst Coach oder Consultant werden möchte, sondern sie haben den Blick eines neutralen Dritten. Sie kennen sich zwar in der Materie aus, aber sie sind selbst kein Akteur auf dem gleichen Spielfeld.

    Bloggercoaches oder bloggende Bloggerberater haben dazu das Pech aus nur einem sehr begrenzten Portfolio von Ratschlägen schöpfen zu können. Dies ist nicht den Coaches geschuldet, sondern den Themen die bespielt werden. Die meisten Blogger haben immer wieder die gleichen Probleme. Es geht um Zeit, um Selbstdisziplin, um Reichweite und die richtigen Themen.

    Viele Bloggercoaches beschränken sich dan auch noch auf das Reichweitenthema, weil dies mit über den weit verbreiteten Ansatz des E-Mail Marketing gelöst werden soll. Hierauf bezieht sich auch der Hinweis von schreibsuchti in Bezug auf die Diskussion bei RTB 2015 zwischen dem Moderator (dessen Name mir niemand zu 100% bestätigen konnte) und Vladi, als diesem vorgeworfen wurde er sei kein Blogger, sondern E-Mail Marketing Experte.

    Bloggende Experten

    Fakt ist, es gibt eine nicht kleine Anzahl von bloggenden Experten die mit profesionellen Webseiten ihre Kurse anbieten und versuchen anderen Bloggern etwas über die Bloggerei beizubringen. Hier muss und sollte die Bloggerszene immer ein kritisches Auge darauf werfen, denn diese Bloggercoaches haben meist wenig vorzuweisen. Für mich die erste Frage die ich immer stellen würde. Was ist mit belegbaren Erfolgen, wenn dein Kurs xx € kostet.

    Sich nicht als Blogger zu bezeichnen kann auch manchmal hilfreich sein, weil die neutrale Position des Coaches viel besser sein kann. Einer der Gründe warum Tomas und ich demnächst mit einem neuen Konzept und der Bloggerformel an Blogger und Self-Publisher herantreten werden. Bewusst möchte ich dabei nicht als Blogger auftreten, sondern als Berater und Experte. Meine Bloggerei hat dann dieser Stelle nichts damit zu tun.

    Am Ende ist für mich immer klar, dass ein Blog der sich nur damit beschäftigt ein Eigenprodukt zu vermarkten, kein Blog ist und die Person dahinter auch kein Blogger. Es handelt sich um, meist gut gemachte, Webseiten die versuchen ein Erfolgsrezept zu verkaufen und oft so schnell verschwinden wie sie aufgetaucht sind.

    4 Comments
    • Mirko

      8. Mai 2016 at 10:49 Antworten

      Das Problem seitens der Leser ist vor allen Dingen die Kostenlos-Mentalität im Internet. Leser erwarten einen möglichst professionellen Blog mit interessanten Inhalten mit Mehrwert, sind aber nicht bereit, dafür auch nur einen Cent auszugeben. Und selbst wenn sie es nicht müssen, regen sie sich über Werbeplatzierungen auf, installieren AdBlocker (die ja inzwischen selbst Geld verdienen wollen), beschweren sich über Affiliate-Links, digitale Info-Produkte, Flattr- oder Spenden-Buttons und sehen einfach die ganze Arbeit nicht.
      Dabei ist die Zeit der persönlichen Online-Tagebücher schon lange dabei. Rein rechtlich ist der Blogger einem Journalisten gleichzusetzen (habe ich hier schon mal besprochen: http://www.mirkoschubert.de/856-journalisten-blogger…) – und auch von der Arbeitsweise sind (Vollzeit-Blogger) gar nicht so weit entfernt. Der einzige Unterschied: In der meisten Zeit machen sie es als Einzelperson und haben keine ganze Redaktion im Rücken. Das heißt, sie sitzen 12-16 Stunden täglich an ihrer Publikation und machen im Grunde 10 Jobs gleichzeitig. Abgesehen davon machen sie presserechtlich eine Menge Fehler, trennen Content und Werbung nicht richtig voneinander, schreiben zu selten objektiv genug bzw. ruhen sich zu sehr auf einer eher persönlichen Schreibe aus, ohne das wirklich zu kennzeichnen. Bei so einem stressigen Job kein Geld verdienen zu wollen, wäre pure Selbstausbeutung. Nur sehen das die Leser viel zu wenig (fehlt vielleicht die Aufklärung?) und erwarten weiterhin, dass alles kostenlos bleibt. Nun, dann wird es eben diesen Blog irgendwann nicht mehr geben – wenn dem Blogger die Luft raus gegangen ist oder er gar an Burnout erkrankt.
      Blogs sind im Grunde meistens nichts anderes als Online-Fachmagazine. So gesehen ist es durchaus auch berechtigt, dass Blogger über’s Bloggen schreiben. Vladi veröffentlicht im Grunde auch nur Fachartikel zum Blog-Marketing. Und damit es sich rentiert, gibt’s eigene Info-Produkte und Kurse oben drauf. Eine zielgerichtetere Werbung als großflächige Werbeanzeigen. Wenn es niemanden passt, kann er ja auch eine Paywall vor seine Artikel setzen, wie es etwa alt-eingesessene Print-Verlage machen. Ich glaube, dann gäbe es aber den nächsten Shitstorm.

    • Robert

      8. Mai 2016 at 20:25 Antworten

      Was soll eigentlich diese Sch.. Jeder der einen Blog mit Content befüllt ist ein Blogger aus Pasta. Was soll diese Hirnwichserei mit Kindergartenniveau. Ich blogge und verdiene mit meinem Blog kein Geld… Aber wenn jemand mit Bloggen Geld verdient ist wohl seine Sache. Und er ist trotzdem Blogger.Ist ein Sportler der mit Sport Geld verdient deswegen kein Sportler…. Baaahh so ein Kindergartenscheiss…

      • CEB (Chief Executive Blogger)

        9. Mai 2016 at 08:02 Antworten

        Robert, du meinst sicherlich Basta, aber mit Pasta macht es ja auch Spaß zu bloggen. Wer dir jetzt exakt deine Muttersprache derart fäkal beigebracht hat möchte ich nicht wissen, aber es gehört sich nicht. Wie heißt denn dein Blog?

        • Robert

          9. Mai 2016 at 23:09 Antworten

          Fäkalsprache hin oder her, Pasta oder Basta… Es ärgert mich ganz einfach, wenn sich irgendwelche Leute anmaßen etwas Besseres als andere zu sein. Und womit verdienst du dein Geld und wie. Oder dieser „Moderator“. Bringen euch eure Leser mal etwas zum Essen vorbei oder so.. Sicher ich bin verbal etwas ausgerutscht, dafür möchte ich mich Entschuldigen, aber der Artikel hat mich eben wütend gemacht.Wie mein Blog heisst ist hier Irrelevant. Ich schreibe das hier nicht aus Promotionzwecken.

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