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    Reisebloggermontag: abseits der Touri-Massen erlebst Du mehr!

    Reisebloggermontag: abseits der Touri-Massen erlebst Du mehr!

    Reisebloggerin Anna könnte ständig ihre Sachen packen, um die weite Welt zusehen! Allerdings hat sie einen Job mit 40 Wochenstunden und günstige Pauschalangebote will sie um jeden Preis meiden. In unserem Interview und auf Anemina Travels verrät Anna, wie sie ihre Reisen plant und was sie Aufregendes erlebt!

    blogg.de: „Wie findet man neben einer Vollzeitstelle noch genug Zeit zum Reisen und was ist in diesem Fall ‚genug‘?“

    Anna: „Genug ist eine Frage der Einstellung. Manchen Menschen reicht es, einmal im Jahr für zwei Wochen in die Sonne zu fahren und andere zieht es ständig weg. Ich für meinen Teil brauche Abwechslung! Trotzdem habe ich genauso auch mal meinen Alltag nötig, denn wenn das Reisen selbst zum Alltag wird, verliert es auch ein Stückchen seiner Magie – aber ich will so oft verreisen, wie es geht!

    Mit meinen 30 Urlaubstagen habe ich so wie viele wie andere auch. Davon war ich dieses Jahr 24 Tage auf Reisen. Im November kommen noch 23 Tage dazu – es geht nach Hawaii! Trotzdem habe ich immer noch 2 Urlaubstage übrig und überlege gerade, wohin ich über Weihnachten fahren könnte.

    Und genau da sind wir beim Punkt! Jeder von uns hat nicht nur Urlaubstage, sondern auch Wochenenden, Feiertage und Überstunden. Wie er diese Zeit nutzen möchte, entscheidet jeder für sich. Bei mir liegt der Fokus ganz klar auf Reisen: Wann immer es geht, baue ich Feiertage in meine Urlaubsplanung mit ein und verlängere hin und wieder meine Wochenenden um ein bis zwei Tage für einen Kurztrip.“

    blogg.de: „Wie gestaltet sich für dich eine Reise abseits der Touristenmassen?“

    Anna: „Ich weiß, dass es nicht möglich ist, anderen Touristen aus dem Weg zu gehen und das ist auch in Ordnung. Auch ich besuche Sehenswürdigkeiten – allerdings bewege ich mich alleine, plane meine nächsten Schritte selbst und meistens spontan. Ein Reisebus, der Touristen nach einem festgelegten, hundertfach erprobten Programm zwei Wochen lang von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit karrt, ist für mich der Inbegriff von Massentourismus. In so einen Bus würde ich niemals einen Fuß setzen! Aber sehr viele Menschen tun das.

    Massentourismus hat etwas von Zirkus! Beispiel gefällig? Der Programmpunkt „Abendessen bei Einheimischen“ ist nichts anderes als ein Event in einer höchst austauschbaren Kulisse, aufgeführt für eine Gruppe von Touristen, die glauben soll, etwas sehr Authentisches zu erleben. In Wirklichkeit sieht es hinter den Kulissen ganz anders aus. Und vor allem sind Menschen keine Sehenswürdigkeiten!“

    Das eigene Mietauto ist Anna viel lieber als ein vollgestopfter Reisebus (c) Anemina

    Das eigene Mietauto ist Anna viel lieber als ein vollgestopfter Reisebus (c) Anemina

    blogg.de: „Was spricht gegen einen Pauschalurlaub?“

    Anna: „Gehen wir mal von folgender Situation aus: Du willst weg, gerne in die Sonne und ans Meer, hast keine Lust auf zu viel Vorbereitung und es darf ruhig auch günstig sein. Kurzum: Du entscheidest dich für ein All-Inclusive-Paket. Damit hast du in der Regel ein Hotel, in dem es fünfmal am Tag warmes Essen und abends Cocktails gibt. Es gibt Pools, einen Strand und Sportmöglichkeiten direkt vor Ort. Klingt ziemlich cool, oder? Und gegen ein bisschen Entspannung ist ja auch nichts einzuwenden.

    Aber Moment! Wo bist du eigentlich? Türkei? Thailand? Karibik? Egal, richtig? Ein Pauschalurlaub ist furchtbar austauschbar: Hauptsache das Wetter stimmt! Und wenn du das Hotel verlässt, verpasst du Mahlzeiten – deshalb bleibst du sowieso lieber drin.

    Natürlich ist das überspitzt, aber wenn ich verreise, dann will ich ein Land kennenlernen und mich nicht in einen Touristenbunker einsperren. Ich kann aber verstehen, wenn andere das als Erholung empfinden. Für mich ist das dann ein Urlaub, keine Reise.“

    blogg.de: „Du schreibst von einem Unterschied zwischen einem Touristen und einem Reisenden. Kannst du ihn hier noch einmal kurz darstellen?“

    Anna: Das Interessanteste an dieser Unterscheidung ist, dass sich kaum jemand als Tourist bezeichnen würde, denn die Touristenschelte hat eine sehr lange Tradition. Man unterstellt Touristen, sie seien blind und bewegen sich nur in Herden. Reisender klingt deshalb viel besser als Tourist und verreisen klingt besser als Urlaub machen.

    Das Reisen an sich war schon immer ein Mittel sozialer Abgrenzung, wobei es mittlerweile für fast jeden erschwinglich geworden ist. Es gibt auch keine Orte, die noch nicht entdeckt sind. Wir haben daher kaum noch eine Möglichkeit, uns durchs Reisen von anderen abzugrenzen – nur, indem wir unsere Mitreisenden herabwürdigen.

    In Wahrheit ist niemand nur Tourist und niemand nur Reisender. Und ob es tatsächlich eine ‚bessere‘ Form des Reisens gibt – darüber kann man sich wahrscheinlich endlos streiten.“

    blogg.de: „Wo hattest du deine aufregendste Reiseerfahrung und was hat sie dazu gemacht?“

    Anna: „Ich habe zwar Situationen erlebt, die aufregender waren, aber ich möchte hier eine Situation schildern, die mir am meisten von allen in Erinnerung geblieben ist. Sie spielt in einem kleinen Dorf in Zentral-Vietnam. Mein Freund und ich waren dort mit dem Rad unterwegs, als plötzlich immer mehr Kinder aus ihren Häusern kamen, um uns zuzuwinken und uns hinterherzulaufen. Irgendwann hielten wir an und sie versammelten sich um uns. Wir unterhielten uns so gut es ging – die Kinder konnten ein paar Brocken Englisch. Und alle wollten Fotos von uns machen. Wir, die Touristen, im Mittelpunkt des Interesses – das war irgendwie schräg, aber es war wunderbar zu sehen, wie offenherzig diese Kinder waren.“

    Immer auf der Suche nach Abwechslung: Reisebloggerin Anna (c) Anemina

    Immer auf der Suche nach Abwechslung: Reisebloggerin Anna (c) Anemina

    blogg.de: „Welche Tipps kannst du anderen geben, die eine unverwechselbare Reise außerhalb des Massentourismus planen aber nicht so recht wissen, wie sie das anstellen sollen?“

    Anna: „Ich kann nur allen raten, keine Angst zu haben: wer Angst hat, hat schon verloren! Du solltest auch eine gewisse Portion Neugier mitbringen und Lust, Leute kennenzulernen. Und bitte entscheide Dich gegen Pauschal-Pakete und Gruppenreisen. Geh nicht ins Strandhotel, sondern such dir eine kleine Unterkunft in der Stadt. Lauf auch mal ohne Reiseführer durch die Straßen, immer dahin, wo es dich hinzieht statt zu den Zielen, die jemand anderes anpreist. Lass dich treiben! Du wirst erstaunt sein, wie schön das ist. Und mach dir keine Sorgen, wie du wieder zurückfindest, denn die Sehenswürdigkeiten sind meistens ausgeschildert. Wenn du auf deinem Spaziergang Einheimische triffst, frag sie nach ihren Lieblingscafé und besuche es selbst. Mach das am besten jeden Tag! Es kann sein, dass mal nicht alles auf Anhieb so läuft, wie du es gerne hättest. Aber gerade das wird deinen Urlaub unvergesslich und unverwechselbar machen.“

    blogg.de: „Warum bloggst Du? Du könntest schließlich genauso gut einfach durch die Welt fahren, die Bilder im Kopf haben und sie dort lassen – warum so öffentlich?“

    Anna: „Ich möchte mein Wissen weitergeben und Leute dazu ermutigen, über ihren Tellerrand hinaus zu schauen. Außerdem schreibe ich wahnsinnig gerne. Es wäre schade, wenn niemand meine Geschichten lesen würde! Deshalb freue ich mich auch über jeden einzelnen Kommentar, über jedes Like auf Facebook und ganz besonders darüber, wenn jemand meine Posts mit seinen Freunden teilt.“

    blogg.de: „Viele Blogger widmen sich dem Travelblogging, weil es dafür vermeintlich auch Übernachtungen in Luxushotels und Business-Class-Flüge gibt. Wie sieht es bei Dir mit dem ‘Sponsored travelling’ aus. Was wäre Dein Lieblingsziel über das Du gerne einmal bezahlt berichten würdest?“

    Anna: „Ich würde gerne mal eine Woche auf einer einsamen Insel verbringen und leben wie Robinson Crusoe. Ganz alleine und auf mich gestellt. Vielleicht auf den Malediven, vielleicht in der Karibik. Darüber möchte ich dann eine Reportage schreiben. Es sollte warm sein auf dieser Insel, sodass ich im Freien nachts nicht erfriere. Und wenn es dort Frischwasser und Kokosnüsse oder etwas anderes essbares gäbe, wäre das auch nicht verkehrt. Das Problem an dieser Idee ist, dass sich wohl kaum ein Sponsor dafür finden lässt – denn wer will eine einsame Insel vermarkten? Hallo? Hört mich jemand? Wer schickt mich auf die Insel?

    blogg.de: „Ganz allgemein zum Thema Blogs. Wie siehst Du die Entwicklung in Sachen Blogging und Refinanzierung des Lebensunterhalts durch einen Blog?“

    Anna: „Ich denke, dass es in Einzelfällen möglich ist, vom Bloggen zu leben. Dann muss aber auch wirklich alles stimmen: die Nische, der Werbemarkt, die Qualität und der Einsatz. Ein bisschen Glück gehört auch dazu. Ansonsten kann ein Blog zwar zusätzliches Geld in die Kasse spülen, aber nicht der Hauptberuf sein. Es ist sicher nicht verkehrt, nicht alle Hoffnungen in einen Blog zu setzen, sondern zu erkennen, welche Fähigkeiten man darüber hinaus noch hat. Zum Beispiel Schreiben, Webdesign, Grafikdesign, Beratungen – alles Dinge, die man freiberuflich machen kann, von überall her. Das digitale Nomadentum hat Zukunft!“

    1 Comment
    • moosearoundtheworld

      20. Oktober 2014 at 16:47 Antworten

      Zeit ist wirklich das einzige, was auf Reisen knapp bemessen ist. Wir sehen das genau wie Anna: Man kann mit ein bisschen cleverer Urlaubsplanung so einiges aus den 30 Tagen Urlaub herausholen (die wir zwar auch haben aber ja längst kein Standard sind).

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