Ausgaben Rüstungsgüter weltweit
So viel Geld geben Staaten weltweit für Rüstungsgüter und Waffen aus
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So viel Geld geben Staaten weltweit für Rüstungsgüter und Waffen aus

Die politische Situation einzelner Länder wird durch viele Faktoren verdeutlicht, darunter der Anteil an Rüstungsverkäufen weltweit. Einem aktuellen Bericht von Friedensforschern zufolge erhöhten die 25 größten Waffenhändler ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent. Doch unter allen Staaten weltweit steht ein Land mit großem Abstand an der Spitze.

Erhöhte Ausgaben für Waffen und Rüstungsgüter

Weltweite Ausgaben für Rüstungsgüter und Waffen haben sich im vergangenen Jahr deutlich erhöht.

Nach Angaben des internationalen Friedensforschungsinstituts Sipri erhöhte sich der Gesamtumsatz der größten Rüstungsunternehmen weltweit auf insgesamt 361 Milliarden US-Dollar.

Dies entspricht einem Wert von ungefähr 300 Milliarden Euro. Diese Zahlen gehen aus einem aktuellen Bericht hervor, der in Stockholm veröffentlicht wurde.

Die USA: Die wichtigsten Waffen- und Rüstungsgüterhändler

Mit großem Abstand rangieren die USA auf Platz 1 der wichtigsten Händler. Alle zwölf in der Rangliste vermerkten Unternehmen tätigen insgesamt 61 Prozent aller Verkäufe auf der ganzen Welt. Bereits die fünf größten Rüstungsfirmen General Dynamics, Northrop Grumman, Raytheon, Boeing sowie Lockheed Martin erwirtschafteten gemeinsam einen Umsatz in Höhe von 166 Milliarden US-Dollar bzw. 136 Milliarden Euro.

Rang 2 des internationalen Waffenhandels belegt China mit einem Anteil von 16 Prozent. Sipri listet insgesamt vier chinesische Unternehmen, die ihren Umsatz binnen zwölf Monaten um 4,8 Prozent steigerten. Nach Angaben des Sipri-Forschers Nan Tian sei diese Entwicklung darauf zurückzuführen, dass chinesische Waffenhersteller von militärischen Modernisierungsmaßnahmen für die Arme profitieren. Die militärischen Erzeugnisse werden vor allem im eigenen Land verkauft.

Die USA sind die wichtigsten Waffen- und Rüstungsgüterhändler
Mit großem Abstand rangieren die USA auf Platz 1 der wichtigsten Händler

Russland profitiert von einer starken Rüstungsindustrie

Auf dem dritten Platz findet sich Russland mit einem Anteil von 3,9 Prozent wieder.

Da als Folge der Besetzung der Halbinsel Krim sowie des Ukraine-Konflikts drastische Sanktionen verhangen wurden, ist die Ausfuhr ins Ausland für russische Rüstungshersteller auf ein Minimum reduziert.

Die Einnahmen der beiden gelisteten Firmen reduzierten sich auf insgesamt 634 Millionen Dollar bzw. 522 Millionen Euro. Wie Lucie Béraud-Sudreau als Leiterin des Sipri-Forschungsprogramms zu Waffenhandel und Militärausgaben betont, weist Russland eine starke Rüstungsindustrie auf. Die aktuelle wirtschaftliche Situation führte jedoch dazu, dass sich die Modernisierung des Militärs nur sehr langsam vollzieht. Dadurch kristallisiert sich ein massiver Umsatzrückgang für die russische Rüstungsindustrie heraus, da die Regierung Russlands als wichtigster Auftraggeber weniger Waren bestellt.

Kritik seitens Greenpeace

Zu diesem Thema äußert sich ebenfalls die Umweltschutzorganisation Greenpeace, die in der Rüstungsindustrie ein „radikales Umdenken“ fordert. Nach Aussagen des Greenpeace-Abrüstungsspezialisten Alexander Lurz wurden Fehlentwicklungen so selten offensichtlich wie derzeit. Die Corona-Pandemie bedrohe hunderte Millionen Existenzen auf der ganzen Welt. Millionen an Menschen sind mit dem Virus infiziert. Zudem mangele es deutlich an einer ausreichenden medizinischen Versorgung.

Im Gegenzug sind die Sipri-Zahlen ein deutliches Indiz dafür, dass knapp vorhandene Ressourcen definitiv nicht in die Taschen der internationalen Waffenindustrie fließen sollten.

Das größte deutsche Unternehmen ist Rheinmetall

Die sechs größten Firmen Westeuropas machen zusammen einen Anteil von 18 Prozent aus. Deutsche Unternehmen sind in den Top 25 überhaupt nicht vertreten. Rheinmetall ist die größte deutsche Rüstungsfirma, deren Umsatz sich um insgesamt vier Prozent auf 3,9 Millionen US-Dollar bzw. 3,2 Milliarden Euro erhöhte.

Die erhöhten Rüstungsausgaben spiegeln nach Aussagen von Béraud-Sudreau zugleich aufkommende Spannungen in der internationalen Politik wider. Diese Entwicklung schritt bereits durch die Besetzung der Krim-Halbinsel durch Russland im Jahr 2014 voran. Durch die Ernennung von Donald Trump als Präsident der USA hatte sich dieser Trend noch einmal zusätzlich verstärkt.