Immer weniger Mietstreitigkeiten landen vor Gericht
Immer weniger Mietstreitigkeiten landen vor Gericht
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Immer weniger Mietstreitigkeiten landen vor Gericht

Aktuelle Statistiken zeigen auf, dass Auseinandersetzungen über Mietangelegenheiten immer seltener vor Gericht landen. Nach Informationen des Deutschen Mieterbunds wurden 2019 insgesamt 213.500 Mietrechtsprozesse vor Amts- und Landgerichten in Deutschland entschieden. Dieser Wert entspricht dem niedrigsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung.

Eine stetige Abnahme an Mietstreitigkeiten

Seit der Mitte der 1990er Jahre geht der Anteil an Mietstreitigkeiten stetig zurück.
Im Jahr 1995 beschäftigten sich Deutschlands Gerichte noch mehr als 251.500 Mal mit Mietrechtsverfahren. Diese Daten basieren auf Informationen des Bundesamts für Statistik.

Stetige Abnahme an Mietstreitigkeiten
Seit der Mitte der 1990er Jahre geht der Anteil an Mietstreitigkeiten vor Gericht stetig zurück

Viele Auseinandersetzungen über Vertragsverletzungen

Mehr als ein Drittel der damaligen Gerichtsverfahren behandelte Vertragsverletzungen. Im Fokus standen Auseinandersetzungen rund um mit dem Mietverhältnis basierenden Rechten und Pflichten.

Typische Themen sind Streitigkeiten rund um die Tierhaltung, Wohnungsmängel, Diskussionen um Mietminderungen oder Verfahren über die Mietpreisbremse.

Ein hoher Anteil an Rechtsberatungen

Der Anteil an Auseinandersetzungen um Mieterhöhungen ging im Laufe der Zeit kontinuierlich zurück. Etwa 16,6 Prozent aller Fälle bezogen sich 2019 auf Mieterhöhungen. Im Jahr 2018 setzte sich noch jeder fünfte Rechtsstreit mit den Erhöhungen auseinander. Rechtsstreite rund um Eigenbedarfskündigungen haben sich im Gegenzug im Jahr 2019 auf knapp sieben Prozent erhöht.

Nach Aussagen des Mieterbunds besteht nach wie vor ein besonders hoher Beratungsbedarf. In den vergangenen Jahren führten Juristen alljährlich circa eine Million an Rechtsberatungen durch. Positiv ist zu erwähnen, dass 97 Prozent aller Beratungsfälle eine außergerichtliche Einigung erzielen konnten. Das am häufigsten diskutierte Beratungsthema bezog sich – ebenso wie in den Vorjahren – auf Heiz- und Betriebskosten.