Beliebte Vornamen 2020
Die beliebtesten Vornamen des Jahres 2020
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Die beliebtesten Vornamen des Jahres 2020

Der Blick auf die beliebtesten Vornamen 2020 zeigt auf, dass sich der Geschmack deutscher Eltern wahrscheinlich verändert hat. Nach Aussagen des Vornamenexperten Knud Bielefeld ist Ben nicht mehr der beliebteste Vorname für neugeborene Jungen in Deutschland. Nachdem der Name „Ben“ neun Jahre lang die Spitzenposition verteidigt hat, belegte im Jahr 2020 „Noah“ den ersten Platz.

Diese beiden Namen sind dicht von „Matteo“ gefolgt. Unter Mädchennamen lieferten sich einige Vertreter ebenfalls ein dichtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Über längere Zeit hatte „Emma“ den Spitzenplatz inne. In diesem Jahr zogen jedoch „Mia“, „Emilia“ und „Hannah“ knapp an dem bisherigen Favoriten vorbei.

Eine Auswertung von 23 Prozent aller Babynamen

Im Gegensatz zu den Vorjahren zeichnete sich 2020 erst in letzter Sekunde ab, welcher Name am Ende des Jahres die Nase vorn haben wird.

Nach Aussagen von Knud Bielefeld wusste man in den Jahren zuvor schon im Frühjahr, welche Namen letztendlich die vorderen Positionen einnehmen werden.

Für 2020 analysierte Bielefeld die Namen von insgesamt 23 Prozent aller deutschlandweit geborenen Babys. Dabei ist noch nicht einmal auszuschließen, dass bei anderen Stichproben eventuell auch andere Namen favorisiert gewesen wären.

Beliebteste Vornamen 2020
Nachdem der Name „Ben“ neun Jahre lang die Spitzenposition verteidigt hat, belegte im Jahr 2020 „Noah“ den ersten Platz

Absehbare Namenstrends

Der Wechsel an der Spitze kommt nach Aussagen von Bielefeld nur wenig überraschend. Schließlich rangierten „Emilia“ und „Matteo“ bereits in den letzten Jahren stets auf den vorderen Plätzen – Tendenz steigend. Dieser Aufwärtstrend wurde 2020 durch die Position auf dem Siegertreppchen gekrönt.

Weiterhin standen unter Mädchennamen im vergangenen Jahr ebenfalls „Sophia“, „Lina“, „Ella“, „Mila“, „Clara“ und „Lea“ hoch im Kurs. Die restlichen Plätze der Top Ten der Jungennamen wurden von „Finn“, „Leon“, „Paul“, „Henry“, „Luis“ und „Felix“ belegt. „Sophie“, „Marie“, „Maria“, „Alexander“, „Elias“ und „Maximilian“ sind die beliebtesten Zweitnamen.

Ein deutlicher Abfall des Namens „Greta“

Großer Beliebtheit erfreuen sich ebenfalls wieder englische und skandinavische sowie ältere deutsche Namen.

„Anna“, „Emma“, „Paul“, „Anton“ oder „Emil“ sind einige der Spitzenreiter, die schon seit längerer Zeit ein Revival erleben.

„Gerda“ ist ein weiterer Name, der zunehmend die Namens-Hitlisten anführt. In Sachsen erreicht „Kurt“ eine zunehmende Popularität.
Ein deutlicher Absteiger des Jahres 2020 ist „Greta“. Dabei betonte der Namensexperte schon im Sommer, dass der Name – vermutlich ist dessen Popularität auf die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg zurückzuführen – in der Liste beliebter Vornamen an Boden verliert. Aktuell ist der Mädchenname von Platz 30 auf 130 abgefallen. Dieser steile Fall ist nach Aussagen von Bielefeld die „bemerkenswerteste Beobachtung“.

Außergewöhnliche Namen für Jungen und Mädchen

Außerdem scheuten sich frischgebackene Eltern auch im Jahr 2020 nicht, ihrem Nachwuchs auch besonders extravagante Namen zu geben. Weibliche Neugeborene tragen Namen wie „Marvelous“, „Divora“ oder „Amore“. Jungen bekamen Namen wie „Denver“, „Hotte“, „Rhett“ oder „Archibald“. Nach Aussagen von Bielefeld wurden diese Namen im letzten Jahr allesamt mindestens zweimal vergeben.
Der Name „Corona“ sei in seinen Statistiken hingegen nicht ein einziges Mal aufgetaucht.

Andere Informationsquellen durch die Coronakrise

Dennoch ging das Corona-Extremjahr an der Analyse der Vornamen-Hitliste nicht spurlos vorüber. Für gewöhnlich werten Bielefeld und dessen Mitarbeiter für die Namensanalyse die Fotogalerien von Geburtskliniken sowie amtliche Meldungen von Städten aus. Bedingt durch die Coronakrise waren die Fotografen im Jahr 2020 jedoch seltener in den medizinischen Einrichtungen unterwegs. Stattdessen erhielt Bielefeld die meisten Informationen durch Standesämter. Für die Statistik wertete Bielefeld die Informationen aus 465 Orten aus. Diese Daten entsprechen bereits erwähnten 23 Prozent aller im vergangenen Jahr in Deutschland geborenen Kinder.

Vergleichbare Bewertungen mit eigenen Angaben zufolge ungefähr 90 Prozent sämtlicher Daten durch Standesämter veröffentlicht ebenfalls die Gesellschaft für Deutsche Sprache. Diese Vereinigung mutmaßte Mitte Dezember, dass „Emil“ und „Lena“ als Sieger aus dem Jahresranking hervorgehen.