Landgericht Duisburg: Einstellung des Loveparade-Prozesse
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Landgericht Duisburg: Einstellung des Loveparade-Prozesses gewünscht

Aufgrund der Corona-Krise schlägt das Landgericht Duisburg eine Einstellung des Strafprozesses über die Ereignisse der Loveparade 2010 vor. Wird diese Entscheidung bewilligt, endet der Prozess ohne Urteil. Nun sind die Verfahrensbeteiligten gefordert, die bis zum 20. April zu diesem Problem Stellung nehmen sollen.

Wie das Landgericht Duisburg diesbezüglich mitteilte, ist aufgrund der dynamischen Entwicklung der derzeitigen Pandemie schlichtweg nicht absehbar, wie und zu welchem Zeitpunkt die derzeit unterbrochene Verhandlung wieder aufgenommen werden könnte.

Der 24. Juli 2010: Ein schicksalshafter Tag

Die Verhandlung geht auf die Loveparade zurück, die am 24. Juli 2010 in Duisburg stattfand. Zu dem Veranstaltungsgelände existierte nur ein Zu- und Abgang. Dadurch entstand ein so großes Gedränge, dass 21 Menschen erdrückt und mehr als 650 Betroffene verletzt wurden. Daraufhin wurden die drei Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent angeklagt. Der Grund für die Klage: Fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung. Startschuss für die Hauptverhandlung war Dezember 2017.

Der bislang letzte Verhandlungstag – übrigens der 183. Verhandlungstag – fand am 4. März 2020 statt. Vergangene Woche gab das Landgericht dann bekannt, aufgrund der Corona-Krise eine Unterbrechung der Verhandlungen einzufordern.

Bleibt der geplante Sitzungstermin im April bestehen?

Wird das Verfahren tatsächlich eingestellt, möchte die Kammer die aus bisherigen Verhandlungen gewonnenen Kenntnisse um die Ereignisse der Loveparade schriftlich via Beschluss zusammenfassen. Der Inhalt dieses Beschlusses soll dann innerhalb einer zeitlich begrenzten Hauptverhandlung präsentiert werden.

Aktuell ist der nächste Sitzungstermin auf den 21. April 2020 anberaumt. Allerdings ist aktuell noch nicht vorhersehbar, ob dieser Termin aufgrund der Corona-Pandemie tatsächlich stattfindet.