Der Mindestlohn – Pro und Kontra
Der Mindestlohn – Pro und Kontra
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Der Mindestlohn – Pro und Kontra

Der Mindestlohn steigt und das obwohl sich Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie in der größten Rezession seit dem Krieg befindet. Das eigentliche Prinzip bei der Erhöhung des Mindestlohns besteht darin, dass er simultan zu den übrigen Löhnen in Deutschland angehoben werden soll. Innerhalb von zwei Jahren ist er jedoch um 12,5 % angestiegen und das ist nur der Zwischenstand. Aktuell liegt er bei 9,35€ die Stunde.

Künftig soll er auf 12 Euro pro Stunde aufgestockt werden, aber ist das wirklich „ungefährlich“? Und wem nützt der Mindestlohn etwas?

Arbeitslosigkeit als Folge des Mindestlohns?

Den Mindestlohn gibt es erst seit 5 Jahren. Er wurde 2015 eingeführt und hat laut zahlreicher Studien seither keine Arbeitsplätze gekostet (wie ursprünglich angenommen). Zur Folge hatte die Einführung nur, dass mehr Minijobs in ordentliche Anstellungen umgewandelt wurden. Wenn die Erhöhung auf 12€ stattfindet, beträfe das aber ein Drittel der Arbeitnehmer. Das Resultat daraus könnte nun sein, dass viele Unternehmen unterschiedliche Aufgaben nach Möglichkeit automatisieren und einige Angestellte auf diese Weise ersetzt werden.

Die Befürworter des Mindestlohns sind der Meinung, dass kein Job besser wäre als ein schlecht bezahlter, doch die Moral der Menschen würde erheblich darunter leiden. Keinen Arbeitsplatz zu haben geht mit Depressionen, Unzufriedenheit und Unwohlsein einher. Der Kummer wäre vergleichbar mit einer schweren Krankheit oder einer Scheidung. Ob eine weitere Mindestlohnerhöhung tatsächlich zu einer höheren Arbeitslosigkeit führt, ist derzeit nicht klar. Aber ungefährlich ist das Vorhaben dennoch nicht.

Einkommen - Mindestlohn
Grundsätzlich soll durch den Mindestlohn gewährleistet werden, dass alle Menschen anhand ihres Einkommens aus einem Vollzeit-Job leben können

Jeder soll von seinem Einkommen leben können

Grundsätzlich soll durch den Mindestlohn gewährleistet werden, dass alle Menschen anhand ihres Einkommens aus einem Vollzeit-Job leben können. Das heißt, dass Lebenserhaltungskosten, wie Lebensmittel, Miete, Kleidung, Strom, Versicherungen etc., problemlos mit dem Gehalt einer Vollzeitbeschäftigung bezahlt werden können.

Schon bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde kommt man auf ein monatliches Gehalt von 1500 Euro. (Bei einer 38-Stunden-Woche) Ausnahmen gibt es dabei nicht, jeder Arbeitgeber muss sich an die Vorgaben halten.

Auch können Arbeitnehmer NICHT freiwillig auf den Mindestlohn verzichten und sich mit einem geringeren Lohn zufrieden geben.

Pro und Kontra im Überblick

Vor allem war die Einführung des Mindestlohns eines: gerecht. Wer Vollzeit arbeiten geht, sollte sein Leben davon auch finanzieren können. Es macht eine Aufstockung auf das Existenzminimum durch Hartz 4 unnötig, denn so werden Arbeitnehmer vor Verarmung und auch vor Lohndumping geschützt.

Zudem sind Menschen, die adäquat entlohnt werden auch motivierter, ihre Arbeit auszuführen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Berufseinsteiger fair bezahlt werden. Früher wurden diese häufig trotzt Studienabschluss oder Berufsausbildung nicht oder nur geringfügig entlohnt. Auch der Staat profitiert vom Mindestlohn, denn die Staatskassen können entlastest werden und das Einkommen geht zum größten Teil in den Kreislauf der Wirtschaft zurück. So schön das auch alles klingt: Dass die Armut tatsächlich bekämpft wird, ist auch mit dem Mindestlohn nicht gewährleistet.

Ein weiteres Kontra-Argument ist, dass wie schon gesagt Niedriglohnjobs wegfallen oder ins Ausland ausgelagert werden. Zudem zieht der Mindestlohn mehr bürokratischen Aufwand nach sich, denn die Einhaltung zu kontrollieren ist nicht ganz leicht. Für den Verbraucher gibt es ebenfalls Nachteile. So werden Dienstleistungen wie Friseure oder Taxi fahren teurer.

Kurze Debatte zu Beginn der Corona-Krise

Teile der CDU forderten einen niedrigeren Mindestlohn, um die pandemiebedingte Krise partiell abzuwehren. Dieser Vorschlag Ende Mai wurde aber direkt abgewehrt und brachte nichts als Kritik.

Die Krise solle nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen werden und das ist auch gut so.

Die Debatte war schnell als beendet erklärt wurden.

Der Mindestlohn und dessen Effekte bleiben ein Rätsel

Dass die Arbeitslosigkeit aufgrund des Mindestlohns ansteigt, kann niemand bestätigen, denn andere Faktoren sind dafür verantwortlich. Aktuell wird die Zahl der Arbeitslosen voraussichtlich ansteigen, weil viele Unternehmen so erheblich unter der Corona-Krise leiden und nicht, weil der Mindestlohn Anfang des Jahres wieder gestiegen ist. Der Mindestlohn und die genauen Effekte sind und bleiben ein Rätsel.