Ingwer selbst ziehen: So gedeiht die Superknolle

Ingwer ist eine echte Superknolle, denn sie ist angenehm scharf, entzündungshemmend und stärkt die Abwehrkräfte. Wer nicht ständig Ingwer im Supermarkt kaufen möchte, kann ihn selbst ziehen. Die Pflanze ist zwar in Mitteleuropa nicht heimisch, doch kann sie auf der Fensterbank oder im Gewächshaus kultiviert werden.
Gesunde Knolle mit pikanter Schärfe
Ingwer regt die Verdauung an, lindert Übelkeit und wirkt entzündungshemmend. Seine pikante Schärfe erhält er durch den Scharfstoff Gingerol.
Ingwer enthält auch in geringen Mengen Vitamin C und kann in Form von Ingwertee Erkältungssymptome lindern.
Nicht nur für Tee kann die Ingwerknolle verwendet werden. Ingwer ist als Gewürz insbesondere in der asiatischen Küche geeignet und kann auch als scharfe Leckerei kandiert werden.

Warum es sinnvoll ist, Ingwer selbst anzubauen
Ingwer ist in fast jedem Supermarkt erhältlich, doch die Knollen stammen meistens aus China, Indien oder Peru. Das bedeutet, dass sie lange Transportwege hinter sich haben. Italien ist das einzige europäische Land mit nennenswertem Ingweranbau. Der dort angebaute Ingwer wird jedoch in der Regel nicht exportiert.
Ingwer wächst immer wieder nach, sodass niemand darauf angewiesen ist, ihn ständig im Supermarkt zu kaufen. Auch wenn es keine heimische Pflanze ist, kann er auf der heimischen Fensterbank oder im Gewächshaus gezogen werden.
Im Freiland kann Ingwer in Deutschland nicht angebaut werden, da das Klima dafür nicht mild genug ist. Mitunter sind in Hofläden Ingwerknollen aus Deutschland verfügbar. Sie wurden unter Folien oder in beheizten Gewächshäusern angebaut.

Was für den Anbau von Ingwer benötigt wird
Wer Ingwer zu Hause anbauen möchte, sollte eine Ingwerknolle, das sogenannte Rhizom, kaufen und auf Bioqualität achten. Das Rhizom sollte frisch und prall sein und muss über Vegetationsknoten verfügen. Diese Vegetationsknoten sind Austriebsknospen, bei denen es sich um rundliche Verdickungen handelt, die aus der Rinde ragen.
Weiterhin werden benötigt:
- ein Glas mit warmem Wasser
- ein breites Pflanzgefäß mit Drainagelöchern, ca. 30 Zentimeter Durchmesser
- ein sauberes, scharfes Messer
- nährstoffreiche Pflanzerde
- ein Gummiband oder Schnur
- eventuell Frischhaltefolie
So funktioniert der Anbau von Ingwer
Das Frühjahr ist der beste Zeitpunkt, um Ingwer anzubauen. Auf die gleiche Weise wie Ingwer kann auch Kurkuma angebaut werden. Die Pflanze ist artverwandt und gedeiht daher unter ähnlichen Bedingungen wie Ingwer.
Für den Anbau von Ingwer sind die folgenden Schritte nötig:
- Das Ingwer-Rhizom wird in ungefähr fünf Zentimeter große Stücke geschnitten. An jedem Stück muss sich ein Vegetationsknoten befinden, damit das Rhizom austreiben kann. An den Vegetationsknoten bildet die Pflanze neue Triebe aus.
- Über Nacht werden die Stücke des Rhizoms in ein Glas mit warmem Wasser gelegt.
- Am nächsten Tag werden die Ingwerstücke mit der Schnittfläche nach unten in ein mit nährstoffreicher Erde gefülltes Pflanzgefäß gelegt. Als Flachwurzler bildet Ingwer waagerechte Rhizome aus. Die Ernte ist umso besser, je breiter das Pflanzgefäß ist.
- Die Ingwerstücke werden dünn mit Blumenerde bedeckt.
Der Keimvorgang von Ingwer lässt sich beschleunigen, indem Frischhaltefolie mit einem Gummiband über den Topf gespannt oder mit einer Schnur festgebunden wird.
Alternativ dazu kann der Topf auch in ein Mini-Gewächshaus gestellt werden.
Hohe Luftfeuchtigkeit ist wichtig, wenn der Keimvorgang beschleunigt werden soll. Um Schimmelbildung zu vermeiden, muss regelmäßig gelüftet werden. Die Folie oder das Mini-Gewächshaus wird entfernt, sobald sich die ersten Triebe gebildet haben.
Ingwer benötigt einen warmen und hellen Standort. Direkte Sonneneinstrahlung muss vermieden werden. Die Pflanze wird regelmäßig mit kalkarmem Wasser gegossen. Sie verträgt keine Staunässe.
Ernte von Ingwer
Die Ingwerpflanze erinnert optisch an Bambus, kann 60 bis 120 Zentimeter hoch werden und bringt mehrere Triebe hervor. Die Pflanze entwickelt sich über Monate. Mit der Zeit werden die Triebe gelb. Die Pflanze sollte dann nur noch wenig und später gar nicht mehr gegossen werden.
Wenn die Pflanze gelb geworden ist, kann geerntet werden. Dabei kann das gesamte Rhizom verwendet werden. Es ist auch möglich, nur einen Teil des Rhizoms abzuschneiden. Befinden sich Vegetationsknoten am verbleibenden Stück des Rhizoms, kann das Rhizom erneut in frische Erde eingegraben werden.







