Achtsamkeitsstrategien zur Bewältigung von Verlusten
Achtsamkeitsstrategien zur Bewältigung von Verlusten
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Achtsamkeitsstrategien zur Bewältigung von Verlusten

Wer schon einmal einen schweren Verlust erleiden musste, weiß, wie schwer Trauer zu bewältigen ist. Insbesondere dann, wenn sich Personen sehr nahestanden oder eine enge Verbindung zueinander hatten. Viele vermeiden dann Aktivitäten, die man zusammen gemacht und Orte, die man früher zusammen besucht hatte. Sogar bestimmte Speisen können manchmal vom Speiseplan gestrichen werden.

Eine gute Methode, die Trauer zu bewältigen, ist, auf die stille Kraft der Achtsamkeit zurückgreifen, um den Schmerz zu verdauen. Trauer mag ein unvermeidlicher Teil des Lebens sein, aber wie wir damit umgehen, kann den Unterschied zwischen enormen Qualen und zärtlicher, zarter Akzeptanz ausmachen.

Was ist Trauer?

Es gibt keinen einheitlichen Ansatz zum Trauern. Was für manche schnell vergehen mag, kann für andere Jahre dauern. In Wirklichkeit vergeht das Gefühl des Verlustes nie wirklich. Zumindest dann nicht, wenn wir jemanden verlieren, zu dem wir eine emotionale Bindung haben. Vielmehr wird die Trauer ein Teil unseres Lebens.

Irgendwann werden die meisten Menschen den Verlust eines Freundes, eines Elternteils, einer Beziehung oder ihrer Gesundheit erleben.

Trauer ist eine ganz natürliche menschliche Reaktion und es gibt unzählige Gründe zu trauern. Neben dem Tod eines geliebten Menschen, gehören dazu beispielsweise:

  • einen Job (ja, sogar einen, den du nicht ganz geliebt hast)
  • Haustier verlieren
  • Beziehung beenden
  • Fehlgeburt
  • Zuhause verlieren
  • Krankheiten
  • Verlust der Mobilität
Trauer
Es gibt keinen einheitlichen Ansatz zum Trauern

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit meint die grundlegende menschliche Fähigkeit, vollständig präsent zu sein. Es bedeutet im Grunde, sich dessen bewusst zu sein, wo wir sind und was wir tun, und nicht übermäßig reaktiv oder überwältigt von dem zu sein, was um uns herum passiert.
Wann immer Sie sich bewusst machen, was Sie direkt erleben, sind Sie achtsam. Das beinhaltet:

  • was Sie sehen, hören, riechen, schmecken und anfassen können
  • Ihren Gemütszustand
  • Ihre Gedanken und Gefühle
  • Ihre Körperempfindungen
  • Ihre Atmung
  • Ihre Umgebung

Manchmal geschieht dies automatisch. Manchmal braucht es ein wenig Übung.

Achtsamkeit
Achtsamkeit meint die grundlegende menschliche Fähigkeit, vollständig präsent zu sein

Achtsame Trauer

Es gibt keinen richtigen Weg zu trauern, aber es gibt Möglichkeiten, den Trauerprozess zu unterstützen. Achtsamkeit als Praxis, darauf zu achten, was gerade passiert, ist in der Trauer wirklich hilfreich. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Trauer normal und natürlich ist. Das Ziel der Achtsamkeit während der Trauer besteht darin, zu überleben, damit umzugehen und damit fertig zu werden, aber nicht, „sich zu reparieren“.

Es ist zwar nichts Falsches daran, positiv zu sein, aber es ist wichtig, im Heilungsprozess nicht vorbeizueilen oder schwierige Emotionen beiseitezuschieben.

Das häufigste Missverständnis über Trauer ist der Glaube, dass es ein Problem ist. Trauer sollte nicht als ein Problem betrachtet werden, das gelöst werden muss. Anstatt dessen sollte man die Trauer respektieren. Da es bei Achtsamkeit darum geht, bei allem zu sein, was aufkommt – gut oder schlecht – ist sie ein idealer Begleiter für eine gesunde Trauer.

Die Wissenschaft

Das alles steht im Einklang mit der wissenschaftlichen Forschung. Eine Studie aus dem Jahr 2018 umfasste eine achtwöchige achtsamkeitsbasierte kognitive Therapieintervention bei trauernden Personen. Es zeigten sich signifikante Verbesserungen sowohl bei der exekutiven Kontrolle als auch bei der emotionalen Regulation. Dies wurde durch Selbstauskunftsfragebögen und funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) gemessen.

Eine Studie aus dem Jahr 2020 ergab, dass Achtsamkeit als Merkmal höhere Raten des posttraumatischen Wachstums (PTG) für Personen vorhersagt, die traumatische Trauer erlebt haben. In einer Studie aus dem Jahr 2019 an Familienmitgliedern, die sich um einen geliebten Menschen mit Demenz kümmerten, fanden Forscher eine starke umgekehrte Beziehung zwischen der Trauer der Pflegeperson und der Achtsamkeit. Die Ergebnisse wurden ebenfalls durch Fragebögen und fMRT-Daten der 19 Teilnehmer gemessen.
Die Forscher stellten fest, dass Achtsamkeitstherapien besonders wirksam sein können, um Familienmitgliedern zu helfen, die langwierige Trauer zu verarbeiten, die durch die Pflege eines geliebten Menschen mit psychischem Verfall entsteht. Dennoch sind größere Studien erforderlich.