Ärztemangel in Brandenburg
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Brandenburg: In diesem Bundesland ist der Ärztemangel besonders hoch

Im deutschlandweiten Vergleich über die medizinische Versorgung der Bürger bildet Brandenburg das Schlusslicht. Aus einer kürzlich von der Bundesärztekammer publizierten Statistik geht hervor, dass in dem Bundesland rechnerisch ein Arzt auf 248 Einwohner kommt.

Im benachbarten Bundesland Berlin beläuft sich der Wert auf 154. Bundesweit beläuft sich der Durchschnitt auf ungefähr 200 Einwohner pro jedem berufstätigem Mediziner.

Es besteht dringender Bedarf nach neuem medizinischen Nachwuchs

Insgesamt sind in Brandenburg 10.120 berufstätige Mediziner tätig. Damit erhöhte sich der Anteil an Ärzten im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent. Über die Hälfte dieser Mediziner – insgesamt 5.495 Ärzte – ist in Krankenhäusern tätig. Etwa 3.400 Ärzte sind Inhaber einer eigenen Praxis. Diese Zahlen sind für die Spitzenorganisation der Ärzte und Ärztinnen in Deutschland ein Anlass, um auf den dringenden Bedarf an neuem medizinischen Nachwuchs hinzuweisen.

Der Behandlungsbedarf spitzt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit noch einmal zu.

Je deutlicher die Alterung in der deutschen Bevölkerung fortschreitet, desto stärkerer Behandlungsbedarf ist gefragt.

Rund 20 Prozent aller Ärzte erreichen demnächst das Rentenalter

Der Anteil an Behandlungsfällen in deutschen Kliniken hat sich von 2009 auf 2017 von 17,8 auf 19,5 Millionen Menschen erhöht. Etwa 20 Prozent aller aktuell berufstätigen Ärzte werden mit hoher Wahrscheinlichkeit schon bald aus dem Berufsleben ausscheiden. Dieser Anteil an Medizinern ist mittlerweile 60 Jahre oder älter.

Die Corona-Pandemie als Initialzündung

Deshalb ist die Politik gezwungen, sich zukünftig noch stärker auf eine Förderung des Nachwuchses sowie eine Sicherung der Fachkräfte im Gesundheitswesen zu engagieren.

Laut Aussagen des Bundesärztekammer-Präsidenten Klaus Reinhardt hat insbesondere die „Corona-Pandemie drastisch vor Augen geführt, wie sehr unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben von einem gut funktionierenden Gesundheitswesen abhängt.“