Datenfalle Internet - Wie kann das Netz vergessen?
Datenfalle Internet - Wie kann das Netz vergessen?
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Datenfalle Internet – Wie kann das Netz vergessen?

Was im ersten Moment eitel wirkt, erweist sich schnell als sinnvoll. Es ist durchaus ratsam, in der Netzwelt gelegentlich nach dem eigenen Namen zu suchen. Auf diese Weise werden auch schnell negative Meldungen gefunden, die möglicherweise über die eigene Person im Internet kursieren.

Klassische Selbstmarketing-Plattformen

Es bedarf nur weniger Worte, um im Internet – zumeist ungewollt – einen bleibenden negativen Eindruck zu hinterlassen. Von missverständlichen Kommentaren unter Artikeln über ein unvorteilhaftes Foto bis hin zum unbedachten Foren-Post: Es mangelt nicht an Gelegenheiten, um online dauerhaft und erheblich den eigenen Ruf zu schädigen.
Einerseits ist das World Wide Web ideal dafür geeignet, um die virtuelle Öffentlichkeit zu eigenen Gunsten zu nutzen. Insbesondere Portale wie LinkedIn oder Twitter sind die ideale Plattform für sogenanntes Selbstmarketing.

Andererseits bieten diese Portale möglichen zukünftigen Arbeitgebern die Gelegenheiten, sich intensiver über die potentiellen Wunsch-Arbeitnehmer zu informieren.

In vielerlei Hinsicht würde Privates dennoch Privatsache bleiben. Nach Aussagen eines Juristen müssten Betroffene laut europäischer Datenschutzgrundverordnung einer derartigen Suche zustimmen. Allerdings liegen zu dieser Thematik derzeit noch keine exakten Regelungen und Urteile vor. In den meisten Fällen belasten diese Online-Auftritte jedoch das Gesamtbild der virtuellen Präsentation.

Klassische Selbstmarketing Plattformen
Portale wie LinkedIn oder Twitter sind die ideale Plattform für sogenanntes Selbstmarketing

Virtuelle Inhalte bewusst präsentieren

Vorsorge ist für eine gute Präsentation im Internet das A und O. Deshalb ist es wichtig, auch nicht aus einer Schnapslaune heraus peinliche Bilder online zu stellen oder wutentbrannt emotionale Kommentare zu veröffentlichen.
Ganz im Gegenteil: Man sollte sich immer vor Augen führen, dass derartige Entgleisungen auch viele Jahre später noch im Internet auffindbar sind.

Dennoch trifft nicht der alte Satz zu, dass das Netz niemals vergisst. Es gibt Wege und Mittel, um das Netz vergessen zu lassen. Hierfür bedarf es jedoch eines größeren Aufwands. Stellen Anbieter im Internet ihren Betrieb ein, verschwinden die Daten automatisch von den Websites. Alternativ können Inhalte auf Webseiten gelöscht werden. Zudem ist das Netz dabei behilflich, Daten weitgehend unsichtbar zu machen.

Löschungen in Eigenregie sind möglich

Doch wie erfolgt Recherche in Eigenregie?

Einige Internetexperten sind darauf spezialisiert, entgeltlich „verborgene Bereiche“ im Internet aufzuspüren und diese zu eliminieren.

Viele Schritte könne man allerdings auch selbst erledigen. Hier ist es im ersten Schritt wichtig, den eigenen Namen bei unterschiedlichen Suchmaschinen einzugeben.
Wer diese Überprüfung automatisieren möchte, sollte sich über den Marktführer einen sogenannten Google Alert einrichten. Dieses System meldet sich automatisch via Mail, wenn der eigene Name auf den Seiten auftaucht. Dieser Alert berücksichtigt allerdings keine Foren, soziale Netzwerke oder das Dark Web.

Seitenbetreiber und Urheber um eine Löschung bitten

Tauchen unerwünschte Meldungen und Informationen auf, gibt es Löschoptionen. In dieser Situation empfiehlt es sich, die Urheber oder Seitenbetreiber direkt zu kontaktieren und einzufordern, dass die Inhalte gelöscht werden. Lehnen die Webseitenbetreiber und Urheber diesen Wunsch ab, ist eine Kontaktaufnahme zum Diensteanbieter sinnvoll. Dieser Schritt empfiehlt sich insbesondere dann, falls gegen das Persönlichkeitsrecht verstoßen wurde. Mittlerweile nehmen nahezu alle großen Akteure aus dem Internet die Anträge auf Löschung entgegen.

Seitenbetreiber und Urheber um eine Löschung bitten
Seitenbetreiber und Urheber um eine Löschung bitten

Nichtsdestotrotz besteht keine 100%ige Garantie, dass die Daten auch tatsächlich wie gewünscht gelöscht werden. Schließlich müssen nicht nur die Rechte Betroffener, sondern ebenfalls die Meinungsfreiheit und Presserechte berücksichtigt werden.
Aus dem Grund existieren unterschiedliche Lösungsstrategien auf verschiedenen juristischen Ebenen. Google oder weitere Suchmaschinen dürfen nur Suchergebnisse löschen. Im Gegenzug dürfen die Suchmaschinen allerdings nicht die Seiten löschen, auf denen sich die kritischen Informationen befinden. Eine Löschung bei Google erfüllt jedoch schon einen wichtigen Zweck. Wurden entsprechende Formulare ausgefüllt, muss Google die Angelegenheit überprüfen, jedoch nicht alle Löschungsgesuche erfüllen.

Achtung vor Identitätsdiebstählen

Kommerziell orientierte Löschanbieter weisen darauf hin, diesen Service gegen Gebühr vorzunehmen. Diese Löschung erfolgt entweder einmalig oder im Rahmen eines Abo-Modells für eine dauerhafte Überprüfung.

Wer jedoch die wichtigsten Grundlagen im Umgang mit dem Internet beherrscht, kann die Suche selbst durchführen und aktiv werden.

Schließlich sind unachtsame Postings oder eigene Verhaltensweise zumeist nicht die grundlegende Ursache, damit der eigene Name im Internet missbraucht wird oder persönliche Beleidigungen stattfinden.
Ein typischer Fall sind sogenannte Identitätsdiebstähle, bei denen Kriminelle den eigenen Namen einkaufen. In dieser Situation ist es durchaus ratsam, die Polizei einzuschalten.

Tipps gegen eine virtuelle Rufschädigung

Wer einer Rufschädigung im Netz vorbeugen möchte, sollte gepostete Inhalte am besten so behandeln, als würde man diese Informationen einer fremden Person geben. Deshalb sollten Internetuser die Daten am besten so formulieren, dass sich auch jeder Fremde die Kommentare, Bilder etc. getrost anschauen könnte.
Einige Einstellungen auf sozialen Netzwerken eröffnen zwar die Möglichkeit, dass bestimmte Postings nur von Freunden eingesehen werden können. Doch noch sicherer ist es, vor der Veröffentlichung der Postings genau über die Inhalte nachzudenken.