Produktion von Corona-Impfstoff Sputnik V ist in Italien geplant
Produktion von Corona-Impfstoff Sputnik V ist in Italien geplant
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Produktion von Corona-Impfstoff Sputnik V ist in Italien geplant

Noch bevor der russische Corona-Impfstoff Sputnik V eine EU-Zulassung erhält, wird in Italien die Errichtung der ersten europäischen Produktionsstätte für das Vakzin geplant. Wie die italienisch-russische Handelskammer verlauten ließ, wird die Fabrik durch den Schweizer Pharmakonzern Adienne sowie den russischen Staatsfonds RDIF erbaut.
Allerdings bedarf das Vorhaben aktuell noch der Zustimmung italienischer Aufsichtsbehörden.

Ein Impfstoff mit hoher Wirksamkeit

Forscher attestieren dem Vakzin eine Wirksamkeit von nahezu 92 Prozent. Die Effektivität dieses Arzneimittels bewegt sich dementsprechend auf einem vergleichbaren Niveau wie in der EU zugelassenen Impfstoffen, darunter des Mainzer Unternehmens Biontech.

Informationen der Handelskammer zufolge soll die Produktion des Medikaments im Juni 2021 beginnen.

Bis zum Jahresende sollen in der Fabrik bis zu zehn Millionen Impfeinheiten produziert werden. In den Augen von Handelskammer-Chef Vincenzo Trani ist dieser Schritt ein historisches Abkommen. Zugleich belegt die Maßnahme, dass die Bedeutung italienischer Unternehmen als höher eingeordnet wird als politische Differenzen.

Sputnik V Impfstoff mit hoher Wirksamkeit
Forscher attestieren dem Vakzin eine Wirksamkeit von nahezu 92 Prozent

Das Zulassungsverfahren für Sputnik V läuft

Das Zulassungsverfahren für das Vakzin ist derzeit bei der EU-Arzneimittelbehörde Ema noch im Gange. Mittlerweile ist Italien schon das vierte Land, das nicht auf die Resultate des Zulassungsverfahren warten möchte.
Weitere Länder sind Tschechien, Ungarn oder die Slowakei, in denen Sputnik V bereits zugelassen wurde oder derzeit nationale Zulassungsverfahren laufen.

Unstimmigkeiten über die Sicherheit des Vakzins?

Zu diesem Thema äußern sich die Entwickler von Sputnik äußerst kritisch. Ihrer Meinung nach agiere die Ema nur bedingt neutral. Via Sputnik-Twitter-Kanal forderten die Wissenschaftler eine Entschuldigung von Ema-Chefin Christa Wirthumer-Hoche ein.

Die Vertreterin der Zulassungsbehörde warnte die EU-Staaten vor einigen Tagen davor, den Impfstoff einfach in Eigenregie zuzulassen.

Daraufhin nahmen die Sputnik-Entwickler Stellung. Nach Ihrer Ansicht werfe dieses Verhalten ernsthafte Fragen über eine etwaig politische Einflussnahme auf den Zulassungsprozess auf. Dmitry Peskow als Sprecher des russischen Präsidialamtes bezeichnete diese Reaktion als unangemessen und bedauerlich.

Die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen

Zu dieser Behauptung wollte die Ema wiederum nicht Stellung nehmen. Nach aktuellem Stand ist noch unklar, ab wann die Zulassung des Impfstoffs für die EU folgen könnte. Informationen der Entwickler zufolge ist Sputnik V bereits in 46 Ländern zugelassen.