Wirtschaft und Klimawandel
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Wirtschaft und Klimawandel

Der Klimawandel ist in aller Munde. Kein Wunder, denn jeder Mensch auf diesem Planeten ist entweder direkt oder zumindest indirekt vom Klimawandel betroffen. Auch die (deutsche) Wirtschaft ist davon nicht befreit. In vielen Bereichen ist die Wirtschaft bereits beeinflusst.

Kurzer Überblick: Was ist der Klimawandel

Schon seit es unseren Planeten gibt, gibt es Klimaschwankungen. In unserer heutigen Zeit gibt es jedoch mehr Klimaschwankungen, sodass die Temperaturen jetzt schneller steigen als noch im 19. oder Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die Welt wird wärmer und der Treibhauseffekt ist schuld daran.

Dieser Beschreibt, wie die Erdatmosphäre einen Teil der Sonnenenergie einfängt. Sonnenenergie, die von der Erdoberfläche zurück in den Weltraum strahlt, wird von Treibhausgasen absorbiert und in alle Richtungen wieder abgegeben. Dadurch erwärmt sich sowohl die untere Atmosphäre als auch die Oberfläche unserer Erde. Ohne diesen Effekt wäre Leben auf der Welt kaum möglich, denn dann wäre es 30 Grad kälter.
Das Problem ist, dass wir diesen natürlichen Effekt verstärken, indem Gase aus Industrie und Landwirtschaft mehr Energie einfangen und dadurch die Temperatur erhöhen (Anstieg von über 1°C seit Mitte des 20. Jahrhunderts).

Treibhauseffekt
Die Welt wird wärmer und der Treibhauseffekt ist schuld daran

Klimawandel schadet der Wirtschaft

Die Erderwärmung hat Einfluss auf die Wirtschaft. Sowohl die Produktionskraft als auch der Wohlstand der Bevölkerung wird durch die Klimaänderung beeinträchtigt. Unternehmen und Arbeitsplätze sind genauso vom Wandel betroffen wie Eisbären und andere Lebensräume. Wenn die Erderwärmung weiter in diesem Tempo voranschreitet und bis 2100 zum Beispiel vier Grad Celsius beträgt, verlieren die betroffenen Regionen bis zu 10 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung.

Tropische Gebiete sind schlimmer betroffen als beispielsweise Deutschland. Dort wird ein Rückgang von 20 Prozent und mehr erwartet. Zudem nehmen die ohnehin schon fatalen Auswirkungen des Klimawandels weiter zu. Es wird noch mehr und schlimmere Schäden durch Wetterextreme geben. Außerdem werden im Zuge der Klimaänderung viele Ökosysteme zerstört, was wiederum Folgen hat. Eine davon könnte das höhere Konfliktpotential sein, denn durch die Zerstörung sinkt die Biodiversität.

Deutsche Unternehmen durch Verlagerung der Werke und Co. ins Ausland betroffen

In Deutschland haben die Unternehmen in den letzten Jahren immer mehr Sektoren ihrer Wertschöpfungskette an Zulieferer im Ausland verteilt. Wenn ein Teil der Lieferkette durch klimabedingte Störungen (Unwetter etc.) ausfällt, wird das weitreichende Auswirkungen haben.

In kleinem Ausmaß ist dieses Problem schon in den vergangenen Jahren durchaus beobachtbar gewesen: Die Flutkatastrophe in Thailand im Jahr 2011 brachte Teile der Automobilbranche in Schwierigkeiten.

Die Schäden betrugen insgesamt etwa 45 Millionen US Dollar (auf der Welt verteilt). Die Flut war ein indirekter Effekt der Klimaänderung. Auch deutsche Autohersteller haben Werke in Thailand und mussten diese kurzzeitig schließen.

Flutkatastrophe in Thailand im Jahr 2011
Die Flutkatastrophe in Thailand im Jahr 2011 brachte Teile der Automobilbranche in Schwierigkeiten

Die Auswirkungen des Klimawandels bringen große wirtschaftliche Einbußen

Direkte Schäden wird Deutschland vielleicht nicht so schnell spüren, andere Regionen auf der Welt allerdings schon. Dazu gehören zum Beispiel Teile Nord- und Südamerikas, Asiens und Afrikas. Die Klimarisiken in diesen Regionen nimmt bereits in den nächsten zehn Jahren beträchtlich zu.
Das wiederum hat auch indirekten Einfluss auf die deutsche Wirtschaft, denn die Globalisierung führt auch hierzulande zu Importverflechtungen. Besonders betroffen sind neben der Automobilbranche, die Chemieindustrie und der Maschinenbau.

Wenn wir die Treibhausgasemission nicht eindämmen

Schaffen wir es nicht, die Treibhausgasemission einzudämmen, werden die Temperaturen steigen, der Meeresspiegel ansteigen und extremes Wetter die menschliche Gesundheit schädigen. So viel steht fest. Aber neben Handels- und Transportwegen sind auch Sektoren wie Land- und Fortwirtschaft, Fischerei und Tourismus sowie die Infrastruktur davon betroffen. Die Stromerzeugung könnte in Teilen der Welt weniger zuverlässig werden und damit wird der Energiebedarf erheblich steigen.

Ebenso betroffen wird die Wasserversorgung sein.

In den USA beispielsweise kosten die Auswirkungen des Klimawandels jedes Jahr Millionen von Dollar. Naturkatastrophen finden dort fast in einem regelmäßigen Rhythmus statt (Waldbrände, Hurrikanen). Neben überfluteten Wohnsiedlungen gibt es seit Jahren schon viele weggespülte Felder und ertrunkenes Vieh. Dieses Phänomen kostet weitere Millionen von Dollar und nimmt Menschen die Lebensgrundlage, was sich wiederum negativ auf die Wirtschaft auswirkt. Wenn wir die Treibhausgasemission nicht eindämmen, wird das vielleicht noch eines der „kleineren“ Probleme sein.