Ein Elektrofahrzeug kaufen: Worauf achten?
Ein Elektrofahrzeug kaufen: Worauf achten?
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Ein Elektrofahrzeug kaufen: Worauf achten?

Wer über den Kauf eines Elektroautos nachdenkt, sollte den Erwerb nicht überstürzen. Schließlich gibt es viele Aspekte, auf die es vor dem Kauf zu achten gilt. Gibt es in meiner Nähe Möglichkeiten, das neue E-Auto wieder aufzuladen? Dies ist eine der ersten Fragen, die sich Kaufinteressenten stellen sollten.

Stefan Heimlich als Vorsitzender des ACE – des Auto Club Europas – weiß genau, dass das Nutzungsverhalten eines Elektrowagens deutlich von dem eines Wagens mit Verbrennermotor abweicht. Im Gegensatz zum Benzin- oder Dieselfahrzeug werden Elektrofahrzeuge bis zu 90 Prozent zu Hause geladen. Deshalb ist es notwendig, dass sich zu Hause auch eine Ladestation befindet.

Wo befindet sich die nächste Ladestelle?

Alternativ zur Lademöglichkeiten am eigenen Zuhause sollte an der Arbeitsstelle eine Ladeoption vorhanden sein. Angebote für ein Laden im öffentlichen Raum bestehen bislang eher nicht.

Öffentliche Ladesäulen sind zwar vorhanden, funktionieren jedoch relativ langsam. Im Gegensatz dazu ist das Aufladen an Hochleistungssäulen HPC an Autobahnen verhältnismäßig teuer.

Welche Reichweite sollte der Elektrowagen haben?

Ist diese Frage geklärt, spielt die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug sowie der erhofften Reichweite samt Batterieladung eine wichtige Rolle. Allerdings ist die Angst vor einer unzureichenden Reichweite im Alltag zumeist unbegründet. Schließlich genügt es für den täglichen Weg zum Arbeitsplatz, den Akku nachts wieder für den nächsten Tag vollzuladen.

Um nicht zu viel Energie zu verbrauchen, sind Kleinwagen oder Kompaktfahrzeuge für einen Elektrowagen häufig eine gute Wahl.

Außerdem sollten sich potentielle Käufer im Vorfeld darüber im Klaren sein, wie häufig längere Strecken absolviert oder mit dem Fahrzeug gereist werden soll.

Nutzen Fahrzeugbesitzer das E-Auto als Zweitwagen zum Pendeln oder für kurze Wege im Stadtverkehr, ist ein kleines Fahrzeug auch völlig ausreichend. In diesem Bereich sind gute solide E-Fahrzeuge nach Abzug der Förderprämie schon für 16.000 Euro erhältlich. Aktuellen Regelungen zufolge ist ein reines Elektroauto – im Genauen Brennstoffzellenfahrzeuge und batterieelektrische Fahrzeuge – bei einem Nettolistenpreis bis 40.000 Euro mit maximal 6.000 Euro förderbar.

Elektroauto an der Ladesäule
Elektroauto an einer Ladesäule

Geringe Betriebskosten

Bei einem E-Mobil reduzieren sich Betriebskosten um bis zu 60 Prozent, weil sich Wartungen auf ein Minimum reduzieren und die Stromkosten geringer als für Kraftstoff sind.

Im Gegensatz dazu sind zur Kategorie der Elektrofahrzeuge gehörige Brennstoffzellenfahrzeuge mit einer Batterie zu teuer. Deutschlandweit stehen für Fahrzeuge dieser Kategorisierung aktuell der Hyundai Nexo ab einem Preis von 69.000 Euro oder der Toyota Mirai ab einem Preis von 78.600 Euro zur Verfügung.

Technische Daten genau unter die Lupe nehmen

Auf der Suche nach dem Elektrowagen nach Maß raten Experten wie Thomas Schreiner vom ARCD – dem Auto- und Reiseclub Deutschland – an, technische Daten der einzelnen Kfz genau zu überprüfen. Denn neben der Leistung und Batteriegröße ist die Ladegeschwindigkeit ebenso entscheidend. Diese Prozesse beziehen sich auf Ladevorgänge mit Gleich- und Wechselstrom sowie die Anzahl damit verbundener Phasen. Dabei hängt es vom Modell und der jeweiligen Marke ab, wie schnell die sogenannte Onboard-Lader aus dem E-Fahrzeug die Ladegeschwindigkeit minimiert.

Ist das Auto mit einem schwachen Onboard-Lader ausgestattet, ist es häufig schlichtweg unmöglich, die komplette Ladeleistung von einer öffentlichen Ladesäule oder von zu Hause komplett auszuschöpfen.

Aus dem Grund sollten die Elektromobile bestenfalls über dreiphasige Lader verfügen, die jedoch auch etwas kostenintensiver sind. Auf an Fernstraßen gelegene Schnellladesäulen wirkt sich der Onboard-Lader hingegen nicht aus. Da an diesen Stationen Gleichstrom fließt, beeinflusst der Onboard-Lader die Ladegeschwindigkeit nicht.

Je größer der Akku, desto länger die Ladezeiten

Auch wenn kleinere Autos für den Stadtverkehr zumeist über eine recht kleine Batterie und damit auch eine geringe Reichweite verfügen, ist dieser Fahrzeugtyp für viele Einsatzgebiete geeignet. Diese Modelle sind wendig, klein und benötigen außerdem nur wenig Strom. Verhältnismäßig geringe Preise sprechen ebenfalls für diese Fahrzeuge. Außerdem wirkt sich die Größe der Fahrzeuge auch auf die Ladezeit aus.

Somit ermöglicht ein Kfz mit größerem Akkumulatur zwar automatisch mehr Reichweite. Allerdings müssen diese Elektrowagen ebenfalls über einen längeren Zeitraum geladen werden.