Leben mit Tinnitus
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Leben mit Tinnitus

Ein Leben mit Tinnitus ist zwar nicht gefährlich, kann aber extrem störend und quälend sein. Das Leben mit der Krankheit ist oft eine große Herausforderung und kann Sie an den Rand des Wahnsinns treiben. Das Klingeln, Sausen, Pfeifen, Zischen oder Summen in den Ohren kann unterschiedliche Ursachen haben und Menschen auf verschiedene Weise treffen. Ganz unabhängig von den Gründen, weswegen Sie daran leiden, ist es wichtig, dass Sie lernen, bestmöglich mit dieser Krankheit zu leben.

Hier sind einige Tipps für den leichteren Umgang mit Tinitus im Alltag.

Der erste und wichtigste Schritt – das Hörzentrum

Wenn Sie ein Summen oder Klingeln in den Ohren vernehmen und dieses anhält, sollten Sie sich natürlich Hilfe holen. Der Besuch eines Hörzentrums oder Hals-Nasen-Ohrenarztes ist unumgänglich. Dort wird zunächst Ihr Gehör getestet und untersucht, welche mögliche Ursachen bezüglich der Hörprobleme infrage kommen.

Die Ursachen für Tinnitus können variieren von Krankheiten, wie Hörverlust, Kopf- und Nackenverletzungen, Kiefergelenkstörungen und Nebenhöhlenproblemen usw. über psychische Erkrankungen oder Stress gehen.

Das Grundproblem zu diagnostizieren kann bei der Bekämpfung der Symptome sehr hilfreich sein.

Mithilfe der Ärzte wird neben dem Hörtest auch die Krankheitsgeschichte untersucht und ein personalisierter Behandlungsplan erstellt.

Stress vermeiden

Stress kann sowohl Auslöser sein als auch die Symptome verschlimmern. Aus diesem Grund ist es wichtig, Stress und Angst so gut es geht zu minimieren. Durch Entspannungstechniken wie Meditation und Yoga können Sie Ihr Stresslevel möglichst geringhalten. Auch Diät- oder Trainingsroutinen können bei der Bewältigung helfen. Vermeiden Sie zudem nach Möglichkeit Koffein und laute Geräusche.

Immer dabei – der Gehörschutz

Ein Gehörschutz ist auch für Menschen ohne Tinnitus wichtig. Sind Sie von der Krankheit jedoch betroffen, ist er sozusagen unumgänglich. Laute Geräusche können den altersbedingten Hörverlust beschleunigen und andere Probleme verursachen, einschließlich bleibender Schädigungen der Ohren.

Gerade beim Tinnitus ist es wichtig, auf einen Gehörschutz zu achten, denn laute Geräusche können hierbei die Symptome verschlimmern. Wenn Sie also zu einem Konzert gehen oder an einen anderen Ort, an dem laute Musik auf der Tagesordnung steht, bringen Sie sich Ohrstöpsel oder einen anderen geeigneten Schutz mit. Das gleiche gilt übrigens auch, wenn Sie längere Zeit Baulärm ausgesetzt sind.

2,7 Millionen Menschen leiden dauerhaft an Tiniuts
Bei 2,7 Millionen Menschen hat sich die Krankheit hartnäckig gezeigt und ist nun ein ständiger Begleiter

Sie sind nicht alleine

Oft hilft Betroffenen die Kenntnis, dass sie nicht alleine sind. Allein in Deutschland sind rund 19 Millionen Menschen, die in ihrem Leben schon mal von den Ohrgeräuschen betroffen waren.

Bei 2,7 Millionen Menschen hat sich die Krankheit hartnäckig gezeigt und ist nun ein ständiger Begleiter.

Da dieser Umstand doch recht häufig ist, können Sie in Gruppen oder bei Organisationen Hilfe und Unterstützung erfahren. Auch der Austausch mit Leidensgenossen kann zumindest dabei helfen, Ihre emotionalen Symptome zu lindern.

Notieren Sie jedes Ohrgeräusch

Mithilfe von einer App oder per Hand können Sie in Form eines Tagebuchs notieren, wie oft, in welcher Form, in welchem Umfeld oder bei welcher Tätigkeit das Ohrgeräusch mehr oder bei welchen Umständen weniger zu hören ist. Bei der Erkennung von regelmäßigen Mustern können Sie den Auslöser herausfinden und dadurch vermeiden.

Stille hilft Ihnen nicht

Natürlich denken einige Menschen, dass es naheliegend ist, bei Geräuschen im Ohr stille Orte aufzusuchen. Betroffene ziehen sich oft in ruhige Umgebungen zurück. Absolute Stille ist jedoch nicht förderlich, denn dabei konzentrieren sie sich verstärkt auf das Summen oder Piepen. Auf diese Weise wird es noch schwieriger, die Ohrgeräusche zu ignorieren. Besser wäre es zum Beispiel Musik zu hören. Es gibt spezielle Musik, bei denen die störende Tonfrequenz im Ohr gezielt herausgefiltert wird.

Auch beim Einschlafen können Sie Ihre eigenen Töne durch Nebengeräusche ersetzen. Versuchen Sie es mal mit einem Ventilator, einem Zimmerspringbrunnen, Meeresrauschen oder einer tickenden Uhr. Es gibt inzwischen Zahlreiche Apps, die Naturgeräusche imitieren. Eigens dafür wurden übrigens auch spezielle Kopfkissenlautsprecher erfunden. Diese sind so konzipiert, dass nur Sie die Musik hören, indem die Lautsprecher unter ein Schlafkissen passen und dabei nicht stören.