Steuererklärung
Was bei der Steuererklärung richtig Geld bringt
Gesellschafts Blog

Was bei der Steuererklärung richtig Geld bringt

Eine Steuererklärung lohnt sich für viele Menschen. Die meisten stellen sich jedoch die Frage: Was bringt am meisten Geld? Obgleich sich das nicht so pauschal beantworten lässt, gibt es aber bestimmte Dinge, die Sie besonders leicht absetzen können.
Hier sind drei Beispiele dafür.

Beispiel Eins: Frau Auto ist sehr mobil

Frau Auto fährt täglich längere Strecken, um zur Arbeit zu kommen. Jeden Tag fährt sie 150 Kilometer, 75 Kilometer hin und nochmal 75 Kilometer zurück. Jeder gefahrene Kilometer einer Strecke wird mit 30 Cent vergütet. Da sie in der einfachen Strecke 75 Kilometer gefahren ist, waren das 22,50 Euro. Gehen wir von 220 Arbeitstagen aus, kommen wir auf eine Summe von 4.950 Euro.

Absetzen darf Frau Auto aber bloß 4.500 Euro, da das der Höchstbetrag bei der Entfernungspauschale ist.

Nun leben wir ja in Zeiten der Corona-Pandemie, in der viel Homeoffice erlaubt bzw. teilweise vorgeschrieben war. Anstelle der 22,50 Euro pro Tag bekam Frau Auto nur noch fünf Euro. Aber Frau Auto war sowieso unzufrieden mit ihrem Job und wechselte ihn. Die neue Arbeitsstelle war jetzt 200 Kilometer entfernt – in der einfachen Strecke. Da sich dieser Weg nahezu nicht pendeln lässt, entschied sie sich dafür, eine neue Wohnung zu mieten. Entfernungspauschale wären ja eh bloß 4.500 Euro. An den Wochenenden kam Frau Auto für gewöhnlich zu ihrem Lebensgefährten zurück.

Frau im Auto
Frau Auto fährt täglich längere Strecken, um zur Arbeit zu kommen

Diese doppelte Haushaltsführung hat sich aus steuerlicher Sicht dann sehr gelohnt: Geltend gemacht werden können Miete und Nebenkosten des Arbeitsortes sowie die Kosten für die Heimfahrt am Wochenende. Da Frau Auto übrigens jetzt in einem Beruf arbeitet, in dem sie Arbeitskleidung braucht, kann sie auch die Arbeitskleidung inklusive Reinigungskosten absetzen.

Beispiel Zwei: Die Familie Meyer

Familie Meyer achtete schon immer darauf, wie sich am besten Steuern sparen ließen. Irgendwann erweiterten sich die Meyers und sie bekamen ein Kind. Vor der Geburt kümmerten sie sich darum, mehr Elterngeld zu bekommen, indem sie die Steuerklasse wechselten.

Einige Zeit später war dann Kind zwei unterwegs. In diesem Zeitraum fing Familie Meyer an zu bauen, denn mit zwei Kindern war die Wohnung zu klein. Durch Handwerkerkosten sparten die Meyers auch Steuern. All das ist jedoch schon einige Jahre her. Inzwischen gehen beide Kinder in die Kindertagesstätte.
Diese Kosten darf Familie Meyer übrigens zu zwei Dritteln absetzen. Gleiches gilt für das Au-Pair, das am Nachmittag auf die Kinder aufpasst. Immerhin sind das pro Jahr bis zu 4.000 Euro, die die Steuerlast mindern. Darüber hinaus profitiert Familie Meyer natürlich auch von Kinderfreibetrag und vom Kindergeld.

Familie mit zwei Kindern
Familie Meyer mit zwei Kindern

Beispiel Drei: Herr Immer-Mehr will nicht stagnieren

Unser Herr Immer-Mehr verfolgt einen klaren Plan in seinem Leben. Er möchte beruflich schnell weiterkommen und nicht stagnieren. Allerdings geht so eine Entwicklung nicht von heute auf morgen und ist meistens mit hohen Kosten verbunden. Da es sich bei diesen Investitionen jedoch um Zukunftsinvestitionen handelt, trägt er sie gern. Vor allem deshalb, weil er weiß, dass er diese Kosten fast vollständig von der Steuer absetzen kann. Nach seinem Bachelor-Abschluss hat Herr Immer-Mehr also gleich noch seinen Master hintern drangehangen.
Der Masterabschluss zählt sozusagen als zweite Ausbildung, weswegen sich schon dabei alle Kosten als Werbungskosten absetzen lassen. Außerdem hatte der Herr Immer-Mehr in dieser Zeit keine Einnahmen und trug genau diesen Verlust in den Jahren darauf immer vor.

Indem er einen Verlustvortrag machte, bekam er im ersten Berufsjahr dann äußerst viel Geld vom Finanzamt zurück.

„Was mache ich mit so viel Geld?“, überlegte sich Herr Immer-Mehr. Er entschied sich dafür, das Geld anzulegen. Da der Chef von ihm sehr geizig war, er aber trotzdem nicht stagnieren wollte, besuchte er auf eigene Kosten einen Fachkongress. Die dafür entstandenen Kosten, wie zum Beispiel Übernachtung, Teilnahmegebühr, Verpflegungsmittelmehraufwand und Reisekosten konnte er jedoch absetzen.
Im nächsten Jahr bekam er also wieder eine ordentliche Steuererstattung. Von dieser bezahlt Herr Immer-Mehr dann eine Weiterbildung. Wie Sie sich vielleicht denken können, setzte er die Kosten dafür auch wieder ab.

Manchmal kommt es anders als man denkt – Außergewöhnliche Belastungen

In diesen drei Beispielen lief das Leben und damit auch die Steuern nach Plan. Allerdings läuft natürlich nicht immer alles so, wie wir uns das vielleicht wünschen.
Je älter wir werden, desto mehr unvorhergesehene Kosten können auf uns zu kommen. Dazu zählen zum Beispiel Hörgeräte, Brillen oder ein teurer Zahnersatz.

Darüber hinaus kann beispielsweise ein Unfall dazu führen, dass wir plötzlich hohe Gesundheitsausgaben haben. Obgleich diese privat sind, hilft der Staat hier, indem Sie die außergewöhnlichen Belastungen absetzen können. Das greift jedoch erst, wenn die zumutbare Belastungsgrenze überschritten wurde.

Senioren machen Steuererklärung
Je älter wir werden, desto mehr unvorhergesehene Kosten können auf uns zu kommen

Wann lohnt es sich, eine Steuererklärung selbst zu machen?

Eine Steuererklärung selbst zu machen lohnt sich insbesondere von den Personen, von denen das Finanzamt keine Steuererklärung erwartet. Steuerpflichtige erhalten im Durchschnitt nämlich eine Rückzahlung von ungefähr 1.000 Euro.
Generell kann eine Steuererklärung natürlich immer selbst gemacht werden. Besonders lohnt sich das allerdings für folgende Fälle:

  • Sie haben hohe Werbungskosten und überschreiten die Werbungskostenpauschalbetrag
  • Sie sind verheiratet und haben die Steuerkombination IV/IV
  • Sie haben außergewöhnliche Belastungen, die besonders hoch sind
  • Sie sind alleinerziehend und befinden sich nicht in der Steuerklasse II
  • Sie beschäftigen eine Haushaltshilfe
  • Sie waren nicht das ganze Jahr über berufstätig (z.B. als Berufseinsteiger)
  • Sie haben/hatten Ausgaben für haushaltsnahe Handwerker- oder Dienstleistungen