Annapurna Wanderung – Preiswert zum Dach der Welt

Das Himalaya-Gebirge ist eines der außergewöhnlichsten Regionen unserer Erde. Zwischen Tibet und Nepal liegen hier die schlafenden Riesen, die einst die Mythen von Hinduismus und Buddhismus formten. Eine Besteigung des Mount Everest kann teuer werden – immer häufiger setzen Urlauber auf seinen kleinen Bruder, den Annapurna. Doch wie läuft eine Besteigung des zehnthöchsten Berges ab? Wir geben einen Überblick und Tipps zur Wanderung.
Inhaltsverzeichnis
Annapurna-Basecamp-Circuit – Der schnellste Weg in den Himalaya
Wer den Himalaya besteigen möchte, wird als erstes an den Mount Everest denken. Doch Trecking zum höchsten Berg der Welt ist teuer – das Basecamp erreicht man für gewöhnlich nicht unter 1.000 €. Dabei ist die Tour enorm touristisch geprägt. Atmosphärische Himalaya-Erlebnisse sammelt man hier eher selten. Als Alternative wird der Annapurna seit einigen Jahren immer beliebter. Mit 8.091 m ist er der zehnthöchste Berg der Welt und alles andere als ein Zuckerschlecken. Eine Wanderung führt durch Dschungel, Hochebenen, vorbei an Wasserfällen, Schneemassen und über die Dächer unserer Erde. In einer 5-Tages-Rundwanderung, dem Annapurna-Basecamp-Circuit (ABC), erreicht man das Basecamp auf 4.130 Metern.
Für die meisten bietet er die beste und günstigste Möglichkeit, um im Himalaya zu wandern zu gehen.
Pokhara markiert den Startpunkt unserer Wanderung und lässt sich unkompliziert mit dem Bus für 15 € von der Hauptstadt aus erreichen.
Das Trecking beinhaltet Übernachtungen entlang der Strecke in spartanischen, dennoch ausreichenden Gasthäusern. Heiße Duschen sowie Mahlzeiten sind nicht im Preis mitinbegriffen, sodass einiges an Bargeld mitgeführt werden sollte. Sicherheitshalber empfehlen sich 250.000 Nepal-Rupien.

Was brauche ich für ein Annapurna-Wanderung?
In Pokhara angekommen, gilt es sich erst einmal um die passende Ausrüstung zu kümmern. Der Urlaubsort ist voll von Sportgeschäften, die Wander-Equipment zu günstigen Preisen anbieten. Niemand der nach Nepal reist, muss selbst Wanderklamotten mitnehmen. Einfacher ist es, die Ausrüstung vor Ort für die Dauer des Aufenthalts zu mieten. Zur Grundausstattung gehören eine dicke Winterjacke und ein Fleeceshirt. Die Jacke sollte sich einfach transportieren lassen, da sie oft erst ab Tag drei benötigt wird. Hierfür dient ein Wanderrucksack, den man sich ebenso mietet. Am besten eignen sich Modelle mit 35 – 45 Liter Fassungsvermögen. Neben Klamotten und Wechselgepäck finden hier auch Handtücher, Kosmetika und eventuell Elektrik und Bücher Platz. Für Bettwäsche ist an den Unterkünften gesorgt.
Was auf keinen Fall fehlen darf, sind geeignete Wanderschuhe. Auf zusätzliche Spikes, die in den Läden häufig angeboten werden, kann verzichtet werden. Unbedingt ins Gepäck gehören jedoch Schlauchschals, Mützen und Handschuhe. Die Wanderung ist zwar für unerfahrene Bergsteiger zu meistern, teilweise jedoch sehr anspruchsvoll. Besonders entlastend für die Knie sind Wanderstöcke, die dem ein oder anderen Amateurbergsteiger das Erlebnis retten können. Sie lassen sich zusammenklappen und unkompliziert am äußeren Teil des Rucksacks befestigen. Auch eine lange Unterhose ist dringend zu empfehlen. Für die gesamte Ausrüstung zahlt man etwa 35 – 50 €.

Tag 1 – Rasanter Aufstieg
Der erste Tag startet von Pokhara aus und führt abenteuerlustige Urlauber über die strengen Serpentinen des Vorhimalayas. Nach einem kurzen Fahrzeugwechsel aufgrund der komplizierten Beschaffenheit der Strecke machen sich Wanderer das erste Mal auf den Weg. Tag 1 zeigt was sie zu erwarten haben – und das sind unglaubliche Höhen. Knappe 5 bis 6 Stunden führt es sie durch grüne Wälder und über Hängebrücken vorbei an charmanten Gasthäusern bis sie in Sinuwa ihre erste Nacht-Station erreichen.
Tag 2 – Dschungel und Himalaya
Nach einem üppigen Frühstück führt es sie durch den dichten Dschungel des Vorhimalayas vorbei an niedlichen Teehäusern. Nach ein paar Stunden wartet ein buddhistischer Tempel vor einer prägnanten Steinwand an der sich brüllende Affen schlengeln. Ab hier darf traditionsgemäß kein Fleisch mehr serviert werden.
Gegen Mittag erreichen Urlauber ein einladendes Gasthaus, wo sie sich am nepalesischen Nationalgericht Dhal Bhat oder internationalen Speisen wie Pizza und Kimchi erfreuen können.
Nun wird es immer kälter. Nach einer intensiven Steigung erreichen sie eine freie Ebene voller Wasserfällen, Gletschern und ihrem neuen Schlafort Deurali.
Tag 3 – Das Annapurna-Basecamp
Am dritten Tag sind sie vollends im Himalaya angekommen. Nun führt es Urlauber durch die letzten Wälder der immer kahler werdenden Natur. Felsabhänge werden steiler und gefährlicher. Wo sie auch hinblicken, sind sie nun von den Gipfeln des Himalayas umgeben. Ab etwa 3.500 m beginnt es wirklich kalt zu werden. Doch ein paar Stunden nach dem Mittagessen erreichen Urlauber das langersehnte Basecamp, wo sie einen freien Nachmittag genießen.

Tag 4 – Der Abstieg beginnt
Der Tag beginnt bei Sonnenaufgang mit einem Blick auf den Gipfel des Annapurna. Um ihn ranken sich seit Jahrhunderten Mythen und Erzählungen.
Der Ort ist magisch und bietet eines der eindrucksvollsten Naturerfahrungen unserer Erde.
Ab jetzt geht es bergab. Die geschulten Bergbegleiter helfen, sollten die Strapazen der letzten Tage zu viel geworden sein. An Tag 4 sollte man die gleiche Strecke wie an Tag 2 und 3 bezwingen und vor Dämmerung wohlverdient wieder in Sinuwa ankommen.
Tag 5 – Hängebrücken und heiße Quellen
Tag 5 führt von Sinuwa bis zum Startpunkt der Wanderung. Mit etwas mehr Ruhe und Gelassenheit durchquert man die grünen Ebenen des Vorhimalayas und denkt an die Erlebnisse der letzten Tage. Zum krönenden Abschluss wartet ein Bad in den heißen Quellen von Jhinu Danda.
Fazit
Eine Wanderung zum Annapurna-Basecamp ist ein unvergessliches Erlebnis für alle Sinne. Eindrücke, die man nie wieder vergisst, werden hier für wenig Geld möglich und man wird selbst zum Bezwinger des Himalayas.







