Asteroiden-Scan durch Überwachungssysteme
Asteroiden-Scan durch Überwachungssysteme
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Asteroiden-Scan durch Überwachungssysteme

Sonne, Mond und Sterne – diese Kombination übt seit jeher eine besondere Faszination auf Menschen aus. Während Sternschnuppen einen Hauch von Romantik verbreiten, bergen Mythen um Sonnengötter Geheimnisse. Doch der Weltraum hat auch eine gefährliche Seite.

Das Risiko eines Einschlag ist gering

In den Köpfen der Menschen hat sich manifestiert, dass sich Beobachter beim Anblick eines verglühenden Himmelskörpers etwas wünschen können. Das Zusammenspiel zwischen Himmelskörper und Erdatmosphäre wurde schon so mancher Lebensform zum Verhängnis. Beispielsweise besagt eine Theorie, dass ein Gesteinsbrocken aus dem All das Leben der Dinosaurier auf unserem Planeten auslöschte (Wissenschaftler bestätigen: Asteroideneinschlag besiegelte Schicksal der Dinosaurier).

Das Risiko eines erneuten Einschlags ist zwar gering, aber dennoch nicht komplett auszuschließen.

Darauf weist Asteroidenforscher Alan Harris vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hin.

Der letzten Asteroideneinschlag im Jahr 2013

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein 100 Meter großer Brocken innerhalb von 100 Jahren auf unserem Planeten einschlägt, beläuft sich auf ein Prozent. Doch tritt dieser Fall ein, könnte eine komplette Großstadt zerstört werden. Regelmäßig wird ein Eintreffen größerer Asteroide auf unserem Planeten registriert.

So verwüstete im Februar 2013 ein rund 20 Meter großer Brocken einige Teile der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk. Ohne jegliche Vorwarnung entstand eine Druckwelle, durch die ungefähr 1.500 Menschen verletzt wurden. Doch eine Vorankündigung gab es nicht.

Vorbereitungen treffen

Hätten sich die Anzeichen im Vorfeld vermehrt, wäre es nach Aussage des Asteroidenexperten Detlef Koschny ausreichend gewesen, die Einwohner der Stadt einen Tag eher vorzuwarnen. Asteroiden dieser Größe setzen bei den Explosionen eine Energie von ungefähr 500 Kilotonnen von dem Sprengstoff TNT frei. Nur als Vergleich: Die Hiroshimabombe war 15 Kilotonnen stark.

Asteroideneinschläge und ihre Folgen

Bereits im Juni 1908 wurde in Russland eine Asteroidenexplosion aufgezeichnet.

Damals bildete sich im Tunguska-Gebiet eine Druckwelle, der Millionen an Bäumen zum Opfer fielen.

Erst 2019 befürchteten einige Wissenschaftler, dass ein bis zu 50 Meter großer Asteroid mit der Bezeichnung „2006QV89“ ebenfalls die Erde streifen könnte. Vor der Entwarnung stuften Experten das Risiko mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:7299 ein.

Normalität im Weltall

Übrigens ist es üblich, dass kleinere Gesteinsbrocken regelmäßig in der Erdatmosphäre umher fliegen und dann verglühen. Diese Bewegung sind im Weltraum völlig normal. Derartige Kollisionen sind nach heutigem Kenntnisstand auch der Auslöser für die heute in unserem Sonnensystem befindlichen Planeten. Ein Großteil dieser Brocken besteht schlichtweg aus Stein und ist vermutlich nicht radioaktiv.

Aktuell existieren zwei von der NASA finanzierte Überwachungsprogramme, die in jeder Nacht den Himmel überprüfen und nach den Gesteinsbrocken Ausschau halten. Anhand dieser Daten werden Bahnen der Asteroiden berechnet. Zusätzlich wird in Europa derzeit ein weiteres Überwachungsteleskop konzipiert, das ab 2022 eingesetzt werden soll. Teleskope für die erdabgewandte Seite wären zwar nicht sinnvoller, jedoch auch wesentlich teurer.

Gesteinsbrocken im Notfall ablenken

Erreichen Asteroiden eine Größe von mindestens 50 Metern, ist eine Ablenkung der Gesteinsbrocken unerlässlich. Bei dieser Größe wäre es nach Aussagen von Wissenschaftlern beispielsweise in Deutschland nötig, ein gesamtes Bundesland zu evakuieren.

Zur Vermeidung dieses Szenarios wäre es unter Umständen vorstellbar, die Satelliten auf Konfrontationskurs zu senden und die Flugbahn der Gesteine abzulenken. Dank dieser Möglichkeiten ist das Risiko eines großen Einschlags vergleichsweise gering.