Impfpriorisierung adé
Impfpriorisierung adé – Droht Anmeldechaos für Impftermine?
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Impfpriorisierung adé – Droht Anmeldechaos für Impftermine?

Die ersten Bundesländer haben bereits die Impfreihenfolge aufgehoben. Ab dem 7. Juni tritt die Aufhebung der Impfpriorisierung bundesweit in Kraft.
Dennoch äußern einige Mediziner erhebliche Bedenken.

Ein stetiger Mangel an Impfstoff

Wenn Anfang Juni bundesweit die Vorgaben für die Impfpriorisierung entfallen, steht vielerorts noch lange nicht genügend Impfstoff zur Verfügung.

Das bedeutet wiederum, dass alle impfwilligen Personen längst nicht schnellstmöglich einen Impftermin erhalten.

Dennoch ist aktuell geplant, dass die Priorisierung in Deutschlands Impfzentren bestehen bleibt.

Mangel an Impfstoff
Wenn Anfang Juni bundesweit die Vorgaben für die Impfpriorisierung entfallen, steht vielerorts noch lange nicht genügend Impfstoff zur Verfügung

Mehr Entscheidungsfreiheit durch Hausärzte

Ist in den Hausarztpraxen früher oder später genügend Impfstoff vorhanden, können die Mediziner selbst über die Impfreihenfolge entscheiden.
Bereits jetzt gibt es nach Aussagen von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow Hausärzte, die in ihrer Entscheidung recht frei agieren. Nichtsdestotrotz sollten Mediziner die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission auch weiterhin als Orientierung betrachten.

Impfung Hausarztpraxis
Ist in den Hausarztpraxen früher oder später genügend Impfstoff vorhanden, können die Mediziner selbst über die Impfreihenfolge entscheiden

Drohende Konkurrenzkämpfe

Allerdings äußern sich einige Ärztevertreter skeptisch über die Wahl des Zeitpunkts zur Aufhebung der Impfpriorisierung. In diesem Zusammenhang betont Susanne Johna als Vorgesetzte des Marburger Bunds, dass eine Aufhebung der Priorisierung noch lange nicht zur Bereitstellung von genügend Impfstoff führe.

Stattdessen gebe es einfach mehr Menschen, die um den Erhalt des Impfstoffs konkurrieren.

Dadurch ist nicht ausgeschlossen, dass durchsetzungsstarke Menschen den Impfstoff eher als Bedürftige erhalten. In ihren Augen fühlen sich schon zahlreiche niedergelassene Ärzte jetzt „wie die letzte Mauer“ bei der Vergabe von Impfstoffen.

Impfabstände nicht mutwillig verkürzen

Aufgrund der bisherigen Impfpriorisierung wurde nicht nur den Personen der Vorrang gegeben, die ein erhöhtes Risiko für eine schwere Erkrankung haben.
Im Gegenzug wurde Menschen mit geringerem Risiko ein Bild davon vermittelt, welche Position sie in der Impf-Rangfolge einnehmen. Wird jetzt jedoch allen Menschen suggeriert, sie hätten Anrecht auf einen Impftermin, macht sich bei Nichterhalt eines Impftermins Frustration breit. Erschwerend kommt hinzu, dass es schlichtweg nicht sinnvoll ist, Impfabstände aufgrund geplanter Urlaubsreisen zu verkürzen. Schließlich wäre diese Maßnahme schlichtweg nicht medizinisch sinnvoll.