Wie sinnvoll sind Freundschaften im Job?

Die meisten Menschen verbringen einen großen Teil ihres Lebens am Arbeitsplatz, mit Kollegen. Es ist kein Wunder, dass daraus Freundschaften entstehen können. Solche Freundschaften im Job können eine Bereicherung sein. Es kommt jedoch darauf an, die richtige Balance zu finden.
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Wenn aus Kollegen Freunde werden
In der modernen Arbeitswelt kommt es immer mehr darauf an, dass die Arbeitsplätze mit den persönlichen Werten im Einklang stehen. Das ergab das Randstad-Arbeitsbarometer, eine internationale Studie von 2025, zu der 26.000 Menschen aus 35 Ländern befragt wurden.
Den Arbeitnehmern kommt es längst nicht mehr nur auf ein attraktives Gehalt an. Der Wohlfühlfaktor spielt eine wichtige Rolle. Viele Arbeitnehmer wünschen sich ein starkes Gemeinschaftsgefühl.
Laut der Studie können acht von zehn Befragten bessere Leistungen am Arbeitsplatz erbringen, wenn ein starkes Gemeinschaftsgefühl vorhanden ist.
Von den Befragten würden 55 Prozent kündigen, wenn sie sich bei ihren Kollegen nicht zugehörig fühlen. Dieser Wert lag 2024 noch bei nur 37 Prozent. Zwischenmenschliche Beziehungen am Arbeitsplatz sind für immer mehr Arbeitnehmer wichtig.

Verbreitung von Freundschaften im Job
Die Studie liefert keine direkten Zahlen zur Verbreitung von Freundschaften im Job. Allerdings ist ein klarer Trend erkennbar. In den vergangenen Jahren ist das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Verbundenheit am Arbeitsplatz stark gestiegen.
Der Psychotherapeut Wolfgang Krüger spricht davon, dass Menschen dazu neigen, sich Freunde zu suchen, die einen ähnlichen Job haben. Umso mehr gilt das bei einer Arbeit, die mit Herzblut gemacht wird. Arbeitnehmer sind in solchen Jobs mit ihrer gesamten Persönlichkeit untergebracht.
Von den in der Studie befragten Arbeitnehmern erfahren 80 Prozent durch ihren Arbeitgeber Vertrauen und Wertschätzung. Es sind also mehr als drei Viertel, die den Führungskräften vertrauen. Diese Vertrauensbasis ist eine wichtige Grundlage für ein freundschaftliches Verhältnis mit Kollegen.

Vorteile von Freundschaften im Job
Freundschaften im Job können sowohl für die befreundeten Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber Vorteile bringen. Die Vorteile sind stärker als die Nachteile.
Arbeitgeber profitieren von einer hohen Kreativität und einer besseren Arbeitsleistung, wenn die Mitarbeiter ein freundschaftliches Verhältnis zueinander haben. Der Team-Zusammenhalt ist stärker. Da sich die Arbeitnehmer wohlfühlen, kommt es seltener zu Kündigungen seitens der Arbeitnehmer. Auch weniger Arbeitsunfälle werden verzeichnet, wenn der Zusammenhalt unter den Mitarbeitern stark ist.
Freundschaftliche Verhältnisse zu den Kollegen bringen auch Vorteile für die Arbeitnehmer. Sie sind zufriedener und haben mehr Freude an der Arbeit, was zu einer stärkeren Motivation und Leistungsbereitschaft führt.
Arbeitnehmer fühlen sich wohler, wenn sie von Menschen umgeben sind, die sie mögen und mit denen sie gut zusammenarbeiten. Sie erleben deutlich weniger negative Gefühle wie Unwohlsein, schlechte Stimmung oder Angst. Die Zufriedenheit ist umso größer, je stärker die Freundschaft wahrgenommen wird.
Freundschaften im Job und mögliche Nachteile
Freundschaften im Job können auch Nachteile haben. Das betrifft das Verhalten von Kollegen, die Freunde bei der Arbeit haben, gegenüber denjenigen, die keine Freunde haben. Diese Mitarbeiter können ausgegrenzt werden oder von den anderen mit Unfreundlichkeit begegnet werden. Oft ist dieses Verhalten unbewusst.
Ein zentrales Problem ist der Rollenkonflikt. Freundschaften sind mit Verpflichtungen verbunden. Arbeitnehmer möchten diesen Verpflichtungen nachkommen, um ihre Freunde nicht zu verlieren, doch stehen diese Verpflichtungen den Anforderungen im Beruf gegenüber. Freunde können nach Aufmerksamkeit verlangen, während der Termin für die Ausführung eines Projekts immer näher rückt und gefährdet ist.
Ein Rollenkonflikt verursacht Stress und ist ein Energieräuber. Es mangelt an der Energie zur Ausführung der beruflichen Aufgaben. Die Folge kann ein Versagen der Selbstregulation sein.
In einigen Fällen können Freundschaften im Job zum Problem werden, wenn es zu Missverständnissen, emotionaler Abhängigkeit und Unsicherheiten kommt.
In Hierarchien können Freundschaften eher nachteilig sein. Ist ein Teammitglied mit einer Führungskraft befreundet, kann es passieren, dass dieses Teammitglied gegenüber anderen Mitarbeitern bevorzugt wird. Das Vertrauen im Team kann dadurch belastet werden.
Nicht zu unterschätzen ist die Konkurrenzfalle. Wenn eine Position im Unternehmen zu besetzen ist und Freunde darum konkurrieren, stellt das ein Konfliktpotenzial dar.
Richtige Balance finden bei Freundschaften im Job
Bei Freundschaften im Job kommt es darauf an, die richtige Balance zu finden, damit sie das Arbeitsklima und die Arbeitsleistung nicht belasten. Zwischen Beruflichem und Privatem muss es klare Grenzen geben.
Gespräche sollten sich weitgehend auf die Arbeit beschränken. Private Themen und Pläne sollten vermieden werden und können nach der Arbeit diskutiert werden. So fühlen sich Kollegen nicht von Privatgesprächen ausgeschlossen.
Freundschaften am Arbeitsplatz sollten kein Geheimnis sein. Wichtig ist auch, Probleme anzusprechen, die durch Freundschaften am Arbeitsplatz entstehen können. Wer mit Kollegen befreundet ist, sollte auch darauf achten, wie die Freundschaft von den anderen Mitarbeitern wahrgenommen wird. Kommt es zu Problemen, ist es wichtig, das eigene Verhalten zu überdenken.
Auch wenn Teammitglieder miteinander befreundet sind, kommt es darauf an, die anderen nicht auszuschließen. Für diejenigen, die noch nicht zur Freundschaftsgruppe gehören, ist es kein Zwang, sich anzuschließen. Wenn sie gerne ein Teil davon sein möchten, sollten sie integriert werden.
Nicht jeder Kollege kann zum Freund werden. Für diejenigen, die nicht zu einer Freundschaftsgruppe gehören, ist es wichtig, keine zu hohen Erwartungen zu haben. Zurückweisungen sollten nicht persönlich genommen werden. Ein freundlicher Umgang sollte mit allen Kollegen gewährleistet sein.







