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Tanmaxxing – der gefährliche Trend zum Sonnenbrand

Tanmaxxing – der gefährliche Trend zum Sonnenbrand
Tanmaxxing – der gefährliche Trend zum Sonnenbrand | Foto: ©JINGJITS PHOTOGRAPHY #121658798 – stock.adobe.com

Auf verschiedenen Social-Media-Plattformen kursiert unter den Hashtags „Tanmaxxing“ oder „UV-Maxxing“ ein gefährlicher Trend zum Sonnenbrand. Hautärzte warnen vor den erheblichen Gesundheitsgefahren, denen sich Jugendliche und junge Erwachsene aussetzen. Schlimmstenfalls können ein Sonnenbrand oder Sonnenbrand-Tattoos tödliche Folgen haben.

Was ist Tanmaxxing?

Der Lifestyle Trend zu extrem tiefer Bräune oder zu Bräunungsstreifen, den sogenannten Tan-Lines, hat verschiedene Namen, darunter Tanmaxxing, UV-Maxxing oder Sweet Sunburn.

Jugendliche und junge Erwachsene zeigen Videos und Fotos auf verschiedenen Social-Media-Plattformen, bei denen sie sich ohne Sonnenschutz extremer UV-Strahlung aussetzen.

Die Jugendlichen nutzen jede Gelegenheit zum Bräunen und liegen stundenlang beim höchsten UV-Index in der Sonne. Dunkelbraune Haut, aber auch Bräunungsstreifen und Sonnenbrand-Tattoos, bei denen Schablonen auf die Haut gelegt werden, gelten in Teilen der Gesellschaft als Schönheitsideale.

Da die Haut gar nicht dunkel genug werden kann, schauen die Jugendlichen in der Wetter-App nach, wann die UV-Strahlung möglichst stark ist, um sich dann der Sonne auszusetzen. Um die Bräunung zu intensivieren, benutzen sie anstelle von Sonnenschutzcremes Bräunungsbeschleuniger und verschiedene Öle.

Bräunungsstreifen sogenannte Tan-Lines beim Tanmaxxing
Der Lifestyle Trend zu extrem tiefer Bräune oder zu Bräunungsstreifen, den sogenannten Tan-Lines, hat verschiedene Namen, darunter Tanmaxxing, UV-Maxxing oder Sweet Sunburn | Foto: ©Юля Бурмистрова #443147051 – stock.adobe.com

Intensivere UV-Strahlung führt zu steigenden Zahlen bei Hautkrebs-Erkrankungen

Die Belastung mit UV-Strahlung steigt, was zu einer zunehmenden Gefahr für Hautkrebs und zu steigenden Zahlen der Hautkrebs-Erkrankungen führt, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) angibt.

Wie Auswertungen der Daten von Messstationen in Dortmund und im Raum Brüssel ergaben, stieg die UV-Strahlung pro Monat im Zeitraum von 1997 bis 2022 in Dortmund um mehr als zehn Prozent und im Raum Brüssel um fast 20 Prozent an.

Forscher sehen eine Zunahme der Sonnenscheindauer aufgrund von Veränderungen der Bewölkung, aber auch den Klimawandel als Ursache für den Anstieg.

In den letzten 20 Jahren hat sich in den deutschen Krankenhäusern die Zahl der Patienten mit Hautkrebs fast verdoppelt. Mit 120.100 stationär behandelten Patienten mit Hautkrebs im Jahr 2024 gab es 95 Prozent mehr Hautkrebs-Patienten als im Jahr 2004. Auch die Zahl der Hautkrebs-Todesfälle war im Jahr 2024 mit 4.600 Menschen um 65 Prozent höher als 2004.

Intensivere UV-Strahlung führt zu steigenden Zahlen bei Hautkrebs Erkrankungen
Die Belastung mit UV-Strahlung steigt, was zu einer zunehmenden Gefahr für Hautkrebs und zu steigenden Zahlen der Hautkrebs-Erkrankungen führt, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) angibt | Foto: ©Pattarisara #587761324 – stock.adobe.com

Es gibt keine gesunde Bräune

Gebräunte Haut verbinden viele Menschen mit Frische, Jugend und Gesundheit. Es gibt jedoch keine gesunde Bräune. Die Haut ist bereits geschädigt, wenn sie zu bräunen beginnt. Zum Schutz des Erbguts vor weiteren UV-Schäden produziert sie den Farbstoff Melanin. Bräune ist ein Schutzmechanismus und gleichzeitig ein Warnsignal.

Eine Entzündung und eine Schädigung der Zell-DNA liegen vor, wenn sich die Haut rötet. Der Körper reagiert damit auf die UV-Belastung. Mit einem schrittweisen Abbrennen kann die Haut nicht auf die Sonne vorbereitet werden.

Beim Tanmaxxing, bei Bräunungsstreifen und bei Sonnenbrand-Tattoos wird ein Sonnenbrand gezielt herbeigeführt. Jedes Mal wird die DNA in den Hautzellen stark geschädigt. Für Menschen, die sich bereits in jungen Jahren häufig ungeschützt der Sonne ausgesetzt und einen Sonnenbrand erlitten haben, besteht ein zwei- bis dreimal höheres Risiko für schwarzen Hautkrebs (Melanom).

Nicht nur Hautkrebs kann die Folge einer wiederholten UV-Belastung der Haut sein. Es kann auch zu Pigmentstörungen und einer vorzeitigen Hautalterung kommen. Auch künstliche UV-Strahlung ist eine Gefahr. UV-Strahlung ist der größte Verursacher von Hautkrebs und gilt laut der International Agency for Research on Cancer (IARC) als Klasse-1-Karzinogen.

Menschen mit erhöhter Gefahr für Hautschädigungen durch UV-Strahlung

Für einige Menschen besteht ein höheres Risiko für Hautschädigungen durch UV-Strahlung.

Gefährdet sind hellhäutige Menschen mit Neigung zu Sommersprossen, mit vielen Pigmentflecken und mit blonden oder rötlichen Haaren.

Bereits bei kurzer Zeit in der Sonne ohne Sonnenschutz kann die Haut geschädigt werden. Ein erhöhtes Risiko besteht auch, wenn ein Familienmitglied bereits an Hautkrebs erkrankt ist.

Die Haut richtig schützen

Susanne Weg-Remers, Leiterin des DKFZ-Krebsinformationsdienstes, spricht sich für einen bewussten Umgang mit der zunehmenden UV-Strahlung aus. Der Sonnenschutz sollte an den Hauttyp angepasst werden.

Bereits ab dem Frühjahr sollte die Haut geschützt werden. Sonnenschutz ist auch bei wechselhaftem Wetter und bedecktem Himmel wichtig. Die Haut vergisst nicht. Sie kann auch geschädigt sein, wenn sie sich von einem Sonnenbrand erholt hat. Hautkrebs kann auch noch nach vielen Jahren auftreten.

Um Sonnenbrand zu vermeiden, empfiehlt die Deutsche Krebshilfe, sich im Schatten aufzuhalten und die Haut zu bedecken. Sinnvoll ist auch der Verzicht auf Besuche im Solarium. Kinder sollten konsequent geschützt werden. Sonnencreme sollte einen hohen Lichtschutzfaktor haben.