Wie entstehen Tsunamis?

Tsunamis sind riesige Flutwellen und gehören zu den tödlichsten Naturereignissen der letzten Jahrzehnte. Sie machen Städte und Dörfer dem Erdboden gleich und fordern viele Todesopfer. Diese tückischen Riesenwellen können verschiedene Ursachen haben, doch am häufigsten werden sie durch Seebeben verursacht.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Tsunami?
Das Wort Tsunami stammt aus dem Japanischen und setzt sich aus Tsu für Hafen und Nami für Welle zusammen, wortwörtlich übersetzt bedeutet Tsnumai also „Hafenwelle“. Wahrscheinlich haben japanische Fischer diesen Begriff geprägt, als sie in ihren Heimathafen zurückkehren wollten und dieser vollkommen verwüstet war.
Das drittstärkste bislang aufgezeichnete Seebeben trat am 26. Dezember 2004 vor der Nordwestküste der Insel Sumatra (Indonesien) auf und löste mehrere verheerende Riesenwellen aus. Mehr als eine Million Menschen wurden obdachlos, ungefähr 230.000 Menschen starben in der Folge des Tsunami.
Ein Tsunami ist nicht nur eine einzige riesige Flutwelle, sondern er setzt sich aus mehreren Wellen zusammen.
Die Ursache für diese Wellen ist eine Außenwirkung, beispielsweise ein Seebeben. Wenn sich der Boden unter dem Meeresspiegel plötzlich hebt oder senkt, entstehen um das Epizentrum große Wellen, die sich mit gewaltiger Geschwindigkeit in alle Richtungen ausbreiten.
Auf dem offenen Meer macht sich ein Tsunami kaum bemerkbar, doch an Land hat diese Naturkatastrophe verheerende Auswirkungen. Im offenen Meer werden die Wellenkämme zumeist nicht höher als 80 Zentimeter. Auch für kleine Boote sind sie keine Gefahr.
Die Wassermassen türmen sich zur Küste hin immer höher auf. So entsteht eine Flutwelle mit gewaltiger Zerstörungskraft. Auch kleinere Wellen können weit ins Land reichen, wo sie Bäume und Häuser mit sich reißen. Zumeist treten mehrere Flutwellen hintereinander auf.

Rasche Ausbreitung von Tsunamis
Innerhalb weniger Stunden können Tsunamis ganze Ozeane durchqueren und sich ringförmig auf bis zu 20.000 Kilometer ausbreiten. Sie sind deshalb so gefährlich, da sie verglichen mit anderen Naturkatastrophen noch tausende Kilometer vom Entstehungsort entfernt große Schäden anrichten können.
Der Abstand zwischen den Wellenkämmen wird umso kürzer, je näher die Welle ans Festland gelangt.
Die Wellenberge werden immer höher und können sich meterhoch auftürmen. In Extremfällen erreichen die Wellen Höhen von 30 bis 50 Metern. Ganze Landstriche können zerstört werden.
Tsunamis können Geschwindigkeiten bis zu 800 km/h erreichen. Die Wellen werden umso schneller, je tiefer das Wasser ist. Die Geschwindigkeit in flachen Gewässern liegt oft bei 30 bis 50 km/h.

Ursachen von Tsunamis
Tsunamis können verschiedene Ursachen haben, darunter Erdbeben, Erdrutsche, Meteoriteneinschläge oder Vulkanausbrüche. Am häufigsten werden sie durch Seebeben verursacht. Plötzlich werden riesige Wassermassen in vertikaler Richtung verdrängt.
Bei einem Erd- oder Seebeben verschieben sich die Kontinentalplatten. Dadurch werden große Mengen an Wasser in Bewegung gesetzt. Diese Wassermassen breiten sich ringförmig aus und nehmen an Höhe zu.
Ein Erdbeben unter Wasser löst nur dann einen Tsunami aus, wenn es eine Stärke von mindestens 7,0 auf der Richterskala erreicht. Die freigesetzte Energie kann erst ab dieser Stärke die über dem Epizentrum befindliche Wassersäule in Schwingungen versetzen. Daher lösen nur 10 bis 20 Prozent der Seebeben Tsunamis aus.
Damit ein Tsunami durch ein Seebeben entsteht, muss sich der Meeresboden anheben oder absenken.
Wenn der Meeresboden nur seitlich versetzt wird, kommt es nicht zum Tsunami. Das Zentrum des Bebens muss sich in einer Tiefe von weniger als 50 Kilometern befinden. Bei größeren Tiefen entsteht kein Tsunami.
Deutlich seltener lösen Vulkanausbrüche Tsunamis aus, wenn sie gewaltige Mengen an Asche und Gestein ins Meer schleudern. Die so entstehende Druckwelle kann einen Tsunami auslösen.
Risikogebiete für Tsunamis
Theoretisch können Tsunamis in allen Ozeanen und Meeresgebieten auftreten. Am stärksten sind Regionen mit aneinander angrenzenden Erdplatten gefährdet, da dort eine größere Gefahr für Seebeben besteht. Der Pazifische Feuerring am nördlichen Rand der Pazifischen Platte ist eine solche Gefahrenzone und gehört zu den tektonisch aktivsten Regionen der Erde.
Einige Länder sind aufgrund ihrer geografischen Lage häufiger von Tsunamis betroffen, auch wenn dort weniger tektonische Aktivität herrscht. Thailand, Japan und Indonesien gehören dazu.
Auch der Atlantik und das Mittelmeer können von Tsunamis betroffen sein. Die Gefahr, dass ein Tsunami auch in Europa auftritt, ist zwar gering, aber nicht auszuschließen.







