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Reichweite von E-Autos beeinflussen: Mit diesen Tricks gelingt es

Reichweite von E-Autos beeinflussen
Reichweite von E-Autos beeinflussen: Mit diesen Tricks gelingt es | Foto: ©Erman Gunes #1927333298 – stock.adobe.com

Bei Elektroautos ist die Reichweite ein wichtiges Thema. Die neuen Elektroautos haben bereits eine hohe Reichweite. Die Ladeinfrastruktur wird immer weiter verbessert, was auch an der wachsenden Beliebtheit von Elektroautos liegt. Neben der Technik des Fahrzeugs zählt aber auch das eigene Verhalten: Wer ein E-Auto besitzt, kann selbst die Reichweite mit dem richtigen Fahrverhalten beeinflussen.

Auswirkungen von Verbrauch und Geschwindigkeit auf die Reichweite

In den vergangenen Jahren wurden die Batterieleistung und die Akkukapazität von Elektroautos immer weiter verbessert. Die Batterien werden kleiner und leichter, bei gleicher oder höherer Leistungsfähigkeit.

Neue Batterien können mehr Energie speichern. Wer ein Elektroauto kaufen möchte, sollte auf eine moderne Batterie achten. Wie weit ein Auto kommt, hängt aber nicht nur von der Akkukapazität ab, sondern ebenso vom Verbrauch.

Vor allem Kälte verringert die Reichweite: Laut ADAC sinkt sie im Winter meist um 10 bis 30 Prozent. Auch große Hitze kann sich negativ auswirken.

Der Verbrauch und die gefahrene Geschwindigkeit wirken sich auf die Reichweite des Elektroautos aus. Die im Fahrzeug angezeigte Restreichweite ist eine Prognose, die sich unter anderem am bisherigen Verbrauch und an der Fahrweise orientiert.

Der Verbrauch fällt bei einer konstanten und eher niedrigen Geschwindigkeit geringer aus. Wer die Reichweite seines Fahrzeugs verlängern möchte, sollte hohe Geschwindigkeiten und häufige hohe Beschleunigungen vermeiden. So kann eine längere Strecke ohne Aufladen gefahren werden.

Eine für alle Elektrofahrzeuge gültige optimale Geschwindigkeit gibt es nicht. Die ideale Geschwindigkeit hängt vom Hersteller und vom Modell ab. Fahrer von Elektroautos sollten den Sweet Spot kennen. Dabei handelt es sich um den Optimalbereich aus schnellem Vorankommen und moderatem Verbrauch. Er liegt bei vielen Fahrzeugen zwischen 110 und 120 km/h.

Batterieleistung und die Akkukapazität von Elektroautos immer weiter verbessert
In den vergangenen Jahren wurden die Batterieleistung und die Akkukapazität von Elektroautos immer weiter verbessert | Foto: ©amorn #2117825603 – stock.adobe.com

Beim Kauf eines Elektrofahrzeugs auf Effizienz achten

Um eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen, sollten Interessierte bereits beim Kauf ihres Elektrofahrzeugs einiges beachten. Für die Fahrzeuge werden von den Herstellern unterschiedliche Rad-Reifen-Kombinationen angeboten. Mit einem Konfigurator kann für das jeweilige Modell die optimale Kombination gewählt werden. Zwischen der optisch attraktivsten und der effizientesten Kombination können laut Audis Chef-Aerodynamiker bis zu 20 Kilometer Reichweite liegen. Bei den Reifen werden Leichtlaufeigenschaften empfohlen.

Mit einem Sportfahrwerk liegt das Auto tiefer. Die Stirnfläche und der Luftwiderstand werden damit verringert, der Aktionsradius vergrößert. Das wirkt sich positiv auf die Reichweite aus, genau wie eine Luftfederung, sofern sie das Fahrzeug bei höherem Tempo absenkt. Der Effekt zeigt sich vor allem bei Autobahngeschwindigkeit.

Beim Kauf eines Elektrofahrzeugs auf Effizienz achten
Um eine möglichst hohe Reichweite zu erzielen, sollten Interessierte bereits beim Kauf ihres Elektrofahrzeugs einiges beachten | Foto: ©ihorvsn #1346709681 – stock.adobe.com

Verschiedene Faktoren für mehr Reichweite

Auf die Reichweite eines Elektroautos wirken sich verschiedene Faktoren aus. Dazu gehört der Sparmodus oder Eco-Modus, der bei vielen modernen E-Autos vorhanden ist. Das Fahrzeug verbraucht in diesem Modus weniger Energie. Die Beschleunigung und die Höchstgeschwindigkeiten passen sich in diesem Modus an und reduzieren sich.

Im Eco-Modus werden Heizung und Klimaanlage zumeist gedrosselt, um zusätzlich Energie zu sparen. Die Maximalreichweite kann um bis zu zehn Prozent erhöht werden.

Vor allem die Heizung beansprucht im Winter viel Energie; der Einfluss einer modernen Klimaanlage ist vergleichsweise gering. Daher kommt es auf einen bewussten Einsatz an. Wenn beide Geräte nicht benötigt werden, sollten sie deaktiviert werden. Auf Heizung und Klimaanlage für angenehmes Fahren müssen Fahrer jedoch nicht verzichten.

Bei kürzeren Strecken ist es sinnvoll, die Sitz- und Lenkradheizung anstatt der Innenraumheizung zu benutzen.

Sie verbrauchen weniger Energie. Eine Wärmepumpe verbraucht weniger Energie als eine klassische elektrische Heizung. Der Stromverbrauch wird reduziert. Im Winter kann eine Wärmepumpe die Reichweite um bis zu 20 Prozent erhöhen, im Alltag fällt der Gewinn oft geringer aus.

Bei der Erhöhung der Reichweite kann ein Navigationssystem helfen. Nicht immer ist die schnellste Route am besten. Autofahrer können die effizienteste Route wählen: Statt über die Autobahn führt sie oft über Landstraßen, die häufig kürzer sind, kaum länger dauern und durch das niedrigere Tempo weniger Energie kosten

Weniger Gewicht und Luftwiderstand

Die Reichweite lässt sich mit weniger Gewicht und Luftwiderstand erhöhen. Bei der Beschleunigung wird weniger Energie benötigt, wenn das Fahrzeug ein geringeres Gewicht hat. Alles, was nicht unbedingt benötigt wird, sollte aus dem Fahrzeug geräumt werden.

Das gilt auch für Dachboxen und Dachgepäckträger, wenn sie nicht benötigt werden. Mit Dach- oder Heckboxen sowie Fahrradträgern wird der Luftwiderstand erhöht. Die Reichweite verringert sich dadurch.

Regelmäßig sollte der Reifendruck geprüft werden. Der Rollwiderstand erhöht sich bei zu niedrigem Luftdruck, was zu einer geringeren Reichweite führt.

Die Reichweite lässt sich mit weniger Gewicht und Luftwiderstand erhöhen
Die Reichweite lässt sich mit weniger Gewicht und Luftwiderstand erhöhen | Foto: ©Oleksandr #282703918 – stock.adobe.com

Reichweite erhöhen mit dem richtigen Ladeverhalten

Das Ladeverhalten beeinflusst vor allem die Lebensdauer des Akkus und damit langfristig die nutzbare Reichweite. Hohe Ladezustände verkürzen die Lebensdauer vieler Batterien. Die Lithium-Ionen-Batterien mit NMC-Zellen sollten daher nicht immer auf 100 Prozent geladen werden. Ladezustände zwischen 20 und 80 Prozent sind für sie optimal. Anders bei Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP): Hersteller wie Tesla, Ford und Mercedes-Benz empfehlen, sie regelmäßig auf 100 Prozent zu laden, damit das Batteriemanagement den Ladezustand korrekt ermittelt. Welche Zellchemie verbaut ist, verraten Betriebsanleitung oder Fahrzeug-App.

Wenige lange Stopps können manchmal sinnvoll sein. Das Fahrzeug kann in dieser Zeit auch mit mehr als 80 Prozent geladen werden. Ist ein Ladelimit von 80 Prozent eingestellt, sollte es dafür angepasst werden.

Vorkonditionierung deaktivieren

Der Ladevorgang wird durch die Vorkonditionierung verkürzt. Allerdings wird der Verbrauch dadurch gesteigert. Bei kühleren Temperaturen kann die Vorkonditionierung sinnvoll sein, wenn der Ladevorgang verkürzt werden soll.

Das Aufheizen des Akkus kostet viel Energie.

Nicht immer ist unterwegs ein kurzer Ladevorgang erforderlich, beispielsweise bei Fahrten in den Urlaub. Ein Zwischenstopp zum Aufladen kann mit einem Einkauf, einem Restaurantbesuch oder einer Wanderung verbunden werden. Es ist dann ratsam, die Vorkonditionierung zu deaktivieren. Die Energie kann dann für zusätzliche Kilometer genutzt werden.
Im Winter lohnt es sich außerdem, das Auto vorzuheizen, solange es noch am Ladekabel hängt, das entlastet den Akku.

Reichweite durch das Fahrverhalten erhöhen

Mit dem Fahrverhalten haben Fahrer von E-Autos entscheidenden Einfluss auf die Reichweite. Der Luftwiderstand wirkt sich auf Autobahnen am stärksten auf den Verbrauch aus. Verdoppelt sich die Geschwindigkeit, vervierfacht sich der Energieaufwand, um den Luftwiderstand zu überwinden.

Wer 150 statt 130 km/h fährt, verliert laut einem Test des Fachmagazins „Elektroautomobil“ im Schnitt rund 20 Prozent Reichweite, bei nur geringer Zeitersparnis.

Der Verbrauch wird bei E-Autos durch die Energierückgewinnung beim Verzögern und Bremsen, die Rekuperation, verringert. Bei häufigem Abbremsen, was insbesondere beim Fahren in der Stadt erforderlich ist, wirkt sich das aus. Eine hoch eingestellte Schubrekuperation beim Loslassen des Fahrpedals oder One-Pedal-Driving können hilfreich sein.

Auf der Autobahn können Fahrer die Schubrekuperation ausschalten oder auf niedrig stellen. Sie sollten das Fahrzeug besser rollen lassen. Dieses sogenannte Segeln ist laut ADAC effizienter als Rekuperieren.