Datendiebstahl bei Online-Bestellungen vermeiden

Der Kauf in Online-Shops wird immer beliebter, denn die Auswahl an Waren ist riesig, Kunden sind nicht an Ladenöffnungszeiten gebunden und sparen Zeit. So manches Angebot ist günstiger als im stationären Ladengeschäft. Der Online-Kauf kann aber auch Nachteile haben. Datendiebstahl kann nicht völlig ausgeschlossen werden, doch können sich Kunden mit einigen Mitteln vor dieser Gefahr schützen.
Inhaltsverzeichnis
Mögliche Folgen von Datendiebstahl
Beim Kauf im Online-Shop kann Datendiebstahl niemals völlig ausgeschlossen werden. Viele Menschen bestellen in mehreren Online-Shops und haben dort Kundenkonten angelegt, für die sie Passwörter verwenden.
Betrüger können Kundenkonten hacken, um an die Daten zu gelangen. Sie können Datenlecks nutzen oder Login-Daten abgreifen, um die Daten der Kunden zu stehlen und für ihre Zwecke zu verwenden. Auch Phishing-E-Mails, die täuschend echt wirken, sind bei den Betrügern eine beliebte Möglichkeit, Kundendaten zu erhalten.
Cyberkriminelle geben sich mit den gestohlenen Daten im Internet als eine andere Person aus.
Dazu müssen sie nicht immer ein fremdes Konto eröffnen. Sie erstellen auch in einem fremden Namen einen neuen Account. Dafür müssen sie zuvor in den Besitz von privaten Daten wie Geburtsdatum, Wohnanschrift und Beruf der Kunden im Online-Shop gelangen.
Nachdem sie die Daten gestohlen haben, können die Cyberkriminellen damit auf verschiedene Weise vorgehen. Sie können im Namen der Person, der die Daten in Wirklichkeit gehören, bestellen, Verträge abschließen oder auch online Kredite beantragen. Die Folgen können für die Betroffenen schwerwiegend sein, insbesondere die finanziellen Folgen.

Nur in bekannten Shops bestellen
Einige Betrüger locken mit günstigen Angeboten und versprechen einen hohen Nutzen ihrer Waren. Dahinter stehen häufig Fake-Shops, die es gar nicht gibt. Sie bieten den Kunden oft nur wenige Zahlungsmöglichkeiten an, doch verlangen sie Geld, bevor der Kunde die Ware erhält. Der Kunde hat zwar bezahlt, doch bekommt er keine Ware.
Um das zu vermeiden, ist es sinnvoll, nur in größeren, bekannten Shops zu bestellen. Bevor das erste Mal in einem Shop bestellt wird, ist es wichtig, sich über diesen Shop zu informieren. Ein Siegel für Trusted Shop oder EHI Geprüfter Online-Shop garantieren, dass es sich um einen seriösen Shop handelt – insofern die Siegel echt sind! Ein Impressum mit der Anschrift und den Kontaktdaten des Betreibers muss vorhanden sein.
Es kommt auch darauf an, wie die Shops mit den persönlichen Daten ihrer Kunden umgehen und wie lange diese Daten gespeichert werden.
Auch Zahlungsdaten und die eingebundenen Zahlungsdienstleister spielen eine Rolle. Regelmäßig sollten diese Shops Sicherheitsupdates vornehmen.

Sicheres Passwort und Zwei-Faktor-Authentifizierung
Wer einen Account in einem Online-Shop eröffnet, sollte ein starkes Passwort erstellen, das aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Ziffern besteht. Zusätzlich können Sonderzeichen enthalten sein.
Das Passwort für einen Online-Shop sollte nicht identisch mit dem Passwort für den E-Mail-Account sein. Werden die Daten gestohlen, können sich Cyberkriminelle mit dem Passwort auch in das Postfach des Kunden einloggen und weitere Daten abschöpfen.
Für jeden Dienst sollte daher immer ein eigenes Passwort verwendet werden. Ein Passwortmanager gibt immer neue starke Passwörter aus.
Zusätzliche Sicherheit kann die Zwei-Faktor-Authentifizierung bieten, die jedoch nicht von allen seriösen Shops angeboten wird. Zusätzlich zum Passwort kann sich der Kunde einen Code auf sein Handy senden lassen, den er angibt, um in seinen Account zu gelangen.
Als Gast bestellen
Verschiedene Online-Shops bieten die Möglichkeit, als Gast zu bestellen. Dafür muss kein Nutzerkonto angelegt werden, sodass die hinterlegten Daten nicht gestohlen werden können.
Wer als Gast bestellt, füllt beim Checkout die entsprechenden Datenfelder aus, so wie bei jeder Online-Bestellung. Ein Kundenkonto wird dabei nicht angelegt. Der Besteller benötigt kein Passwort, doch muss er auf verschiedene Vorteile für treue Kunden verzichten.
Die angegebenen Daten werden nur genutzt, um die Bestellung abzuwickeln. Sie werden jedoch nicht immer komplett gelöscht, da die Shopbetreiber die steuer- und handelsrechtlichen Aufbewahrungsfristen beachten müssen. Die Daten sind jedoch nicht in einer Kundendatenbank aktiv.
Der Umgang der Händler mit den Daten bei Gastbestellungen ist unterschiedlich. Einige Händler verlagern diese Daten in Hintergrundsysteme, andere sperren sie. So sind die Daten der Gäste nicht mit anderen Systemen verknüpft.

Weitere Möglichkeiten für mehr Sicherheit
Wer in Online-Shops bestellt, sollte so wenige Daten wie möglich über sich angeben. Nur die Daten, die für eine Bestellung relevant sind, sollten angegeben werden.
Auf optionale Daten sollte verzichtet werden. So lässt sich die eigene Privatsphäre besser schützen.
Die Zahlung über einen Zahlungsdienstleister wie PayPal ist sicherer als die SEPA-Lastschrift oder Kreditkarte.
Was tun bei einem Datenmissbrauch?
Betroffene bemerken einen Datenmissbrauch zumeist erst dann, wenn sie eine Rechnung oder Mahnung über eine Ware oder Dienstleistung erhalten, die sie nicht bestellt haben. Möglichst umgehend sollte eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Das ist auch online möglich.
Im nächsten Schritt wird der entsprechende Online-Shop über den Vorfall informiert. Dabei ist das Aktenzeichen der Anzeige mitzuteilen oder eine Kopie der Anzeige zu übermitteln.
Um festzustellen, ob die Bonität gelitten hat, kann der Betroffene eine kostenlose Auskunft bei der Schufa anfordern und die Schufa kontaktieren, wenn ein unberechtigter Eintrag vorhanden ist. Außerdem sollte der Betroffene regelmäßig sein Bankkonto prüfen.
Wer Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden ist, kann seinen Personalausweis sperren lassen und einen neuen Personalausweis beantragen.







