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Perfekter Kompost für den Garten

Perfekter Kompost für den Garten
Perfekter Kompost für den Garten | Foto: ©Garry Sanders #1733647832 – stock.adobe.com

Kompost ist ein hervorragender Dünger für den Garten und noch dazu preiswert, nachhaltig und natürlich. Er entsteht aus Garten- und Küchenabfällen und verbessert den Boden. Hobbygärtner sollten jedoch einige Regeln beachten, um bereits nach wenigen Monaten qualitativ hochwertigen Kompost zu erhalten.

Kompost als Bodenverbesserer

Kompost wird als schwarzes Gold des Gärtners bezeichnet, da er den Boden verbessert und die Pflanzen stärkt. Er kann für die meisten Arten von Pflanzen genutzt werden. Der natürliche Dünger verbessert die Bodenstruktur, versorgt die Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen und speichert Feuchtigkeit. Gemüsebeete, Staudenbeete, Obstgehölze und auch Rasenflächen können mit Kompost mit wertvollen Nährstoffen angereichert werden.

Beim Anlegen neuer Beete, vor der Aussaat oder der Bepflanzung und beim Umsetzen von Stauden kann Kompost genutzt werden.

Er wird in den Boden eingearbeitet. Um die Feuchtigkeit besser zu speichern und eine noch bessere Nährstoffversorgung zu gewährleisten, kann eine dünne Schicht auf die Oberfläche der Beete gegeben werden. Der Kompost an der Oberfläche bildet eine natürliche Mulchschicht.

Es gibt jedoch auch Pflanzen, für die sich Kompost nicht eignet. Junge Pflanzen und Keimlinge reagieren empfindlich auf die hohe Konzentration an Nährstoffen. Der Kompost sollte daher vor der Verwendung mit Erde verdünnt werden. Auch für Pflanzen, die nährstoffarmen Boden bevorzugen, wie Moorbeetpflanzen, ist Kompost nicht geeignet.

Kompost als Bodenverbesserer
Kompost wird als schwarzes Gold des Gärtners bezeichnet, da er den Boden verbessert und die Pflanzen stärkt | Foto: ©jbphotographylt #747572029 – stock.adobe.com

Den richtigen Komposter verwenden

In einem Komposter lässt sich der Kompost ordentlich aufschichten. Das Material kann auch schneller verrotten. Wer handwerkliches Geschick hat, kann sich selbst einen Komposter aus Holz bauen. Allerdings müssen nach einigen Jahren Bretter ausgetauscht oder der Komposter erneuert werden, da auch das Holz verrottet.

Im Handel sind Komposter aus Kunststoff und Metall erhältlich. Die passende Größe eines Komposters richtet sich vor allem nach Gartenfläche und Haushaltsgröße: Für kleinere Gärten reichen oft schon 300 bis 400 Liter, für mittlere Gärten mit einer 4-köpfigen Familie werden meist 500 bis 600 Liter empfohlen.

Ab etwa 400 Quadratmetern Gartenfläche gilt ein Fassungsvermögen von einem Kubikmeter als guter Richtwert. In einem großen Garten können mehrere dieser Kompostbehälter aufgestellt werden.

Es ist vorteilhaft, mehrere Kompostbehälter zu nutzen. Während der Kompost in dem einen Behälter reift, kann er aus dem anderen Behälter bereits fertig entnommen werden. Mit zwei Behältern lässt sich das Umsetzen zudem leichter organisieren, da der Kompost direkt in den zweiten Behälter umgeschichtet werden kann.

Ein Thermokomposter besteht aus Kunststoff und ermöglicht eine höhere Wärmeentwicklung als ein Komposter aus Metall oder Holz. Aufgrund der höheren Temperaturen reift der Kompost in einem Thermokomposter schneller. Fäulnis wird vermieden, wenn trockene Zweige unter den Kompost gemischt werden.

Richtigen Komposter verwenden
In einem Komposter lässt sich der Kompost ordentlich aufschichten. Das Material kann auch schneller verrotten | Foto: ©dang #2067112207 – stock.adobe.com

Der richtige Standort

Entscheidend für qualitativ guten Kompost ist der richtige Standort. Ein Platz im Halbschatten ist optimal, denn der Kompost trocknet dort nicht so schnell aus und durchnässt auch nicht. Der Kompost muss natürlichen Bodenkontakt haben, damit Mikroorganismen und Regenwürmer in den Kompost eindringen und ihn zersetzen können.

Unter den Kompost kann ein Gitter platziert werden, um das Eindringen von Ratten, Mäusen und anderem unerwünschtem Tieren zu verhindern.

Auch ein gut gepflegter Kompost kann sich hin und wieder mit Gerüchen bemerkbar machen. Der Kompost sollte daher einen luftigen und geschützten Platz bekommen und in einem Abstand von mindestens 50 Zentimetern zu Nachbargrundstücken, Sitzbereichen und Terrassen platziert werden.

Was in den Kompost darf und was nicht

Alle Garten- und Küchenabfälle, die nicht nennenswert mit Schadstoffen belastet sind, eignen sich für den Kompost. Es kommt auf Vielfalt an, denn nur so wird der Kompost nährstoffreich. Wichtig ist, dass das Material unbehandelt, pflanzlich und biologisch abbaubar ist.

Grundsätzlich dürfen Laub und trockener Rasenschnitt, Reste von Obst und Gemüse, Eierschalen, Teebeutel ohne Kunststoffanteil (Etikett prüfen, da viele Beutel Kunstfasern wie Polypropylen oder PLA enthalten und kaum verrotten) und Kaffeesatz, kleine Zweige, unbehandeltes Holz und Stroh in den Kompost. Papier kann in kleinen Mengen in den Kompost gegeben werden, doch es darf nicht beschichtet sein.

Frischer Rasenschnitt darf nur in kleinen Mengen verwendet werden, da er aufgrund der hohen Feuchtigkeit schnell faulen kann.

Nicht in den Kompost dürfen Milchprodukte, Knochen, Fleisch, Fisch, Öl und Fett, Reste von gekochten Speisen, Katzenstreu und Tierkot. Auch Pflanzen, die krank oder von Schädlingen befallen sind, dürfen auf keinen Fall in den Kompost.

Was in den Kompost darf und was nicht
Alle Garten- und Küchenabfälle, die nicht nennenswert mit Schadstoffen belastet sind, eignen sich für den Kompost | Foto: ©Viktor Iden #1432180616 – stock.adobe.com

Material zerkleinern, damit es schneller verrottet

Das Material verrottet umso schneller, je stärker es zerkleinert wird. Holzige Abfälle wie Äste und Zweige können mit einem Gartenhäcksler zerkleinert werden.

Die Fasern der Holzteile werden dabei aufgebrochen. Mikroorganismen können leichter eindringen und das Material zersetzen.

Laub kann mit einem Rasenmäher zerkleinert werden. Das Material sollte auf fünf bis zehn Zentimeter zerkleinert werden, denn so ist der Kompost noch gut belüftet.

Die richtige Mischung

Kompost muss nicht perfekt geschichtet werden. Es kommt auf eine lockere Mischung der verschiedenen Materialien an, damit der Kompost gut belüftet ist und der biologische Abbauprozess erfolgen kann. Eine gute Belüftung ist durch kleine Äste und Strauchschnitt im unteren Bereich gewährleistet. Fäulnis wird zusätzlich vermieden, wenn trockene Zweige unter den Kompost gemischt werden.

Garten- und Küchenabfälle werden über das grobe Material gegeben. Dazwischen werden Laub, Häckselgut oder Stroh geschichtet.

Zu viel trockenes Material verlangsamt den Zersetzungsprozess stark. Ist das Material zu feucht, kommt es aufgrund des Sauerstoffmangels zu Fäulnis. Trockenes und feuchtes Material sollten daher gut gemischt werden.

Kompost muss nicht perfekt geschichtet werden
Kompost muss nicht perfekt geschichtet werden | Foto: ©Manuel #1839176073 – stock.adobe.com

Optimale Feuchtigkeit beim Kompostieren

Beim Kompostieren kommt es auf einen optimalen Feuchtigkeitshaushalt an. Kleinstlebewesen benötigen genügend Wasser, damit sie aktiv sein können. Das Rottegut darf jedoch nicht zu stark befeuchtet werden, da es sonst faulen kann.

Der Kompost darf nicht nasser als ein ausgedrückter Schwamm sein.

Regnet es über längere Zeit nicht, kann der Kompost mit Regenwasser aus der Regentonne befeuchtet werden. Mit einem Kompostschutzvlies kann der Kompost vor starkem Regen geschützt werden.

Zusätze für den Kompost

Bei einer ausgewogenen Mischung des Materials sind Kompoststarter nicht nötig. Allerdings kann das frisch aufgesetzte Kompostmaterial mit Auszügen aus Brennnesseln harmonisiert werden. Einige Schaufeln von fertigem Kompost können den Rotteprozess in Gang bringen, da darin Kleinstlebewesen enthalten sind.

Auszüge aus Brennnesseln für den Kompost
Frisch aufgesetztes Kompostmaterial kann mit Auszügen aus Brennnesseln harmonisiert werden | Foto: ©waldenstroem #294817124 – stock.adobe.com

Unangenehme Gerüche als Warnsignal

Funktioniert der Rotteprozess gut, riecht der Kompost angenehm nach feuchtem Waldboden. Unangenehme Gerüche sind hingegen ein Warnsignal und können auf zu hohe Feuchtigkeit oder mangelnde Belüftung hindeuten. Viele weiche oder nasse Abfälle können solche üblen Gerüche verursachen.

Das Problem lässt sich lösen, indem trockene Materialien wie Stroh oder Laub unter den Kompost gemischt werden. Er wird aufgelockert und wieder mit Sauerstoff versorgt, sodass der Zersetzungsprozess wieder funktioniert.

Gute Belüftung mit gelegentlichem Umsetzen

Kompost benötigt nicht viel Pflege, doch sollte er gelegentlich umgesetzt werden. So können sich die äußeren und inneren Schichten gut durchmischen. Der Kompost wird wieder besser belüftet.

Die Mikroorganismen werden aktiviert und der Zersetzungsprozess beschleunigt.

Dier Umsetzung verhindert, dass sich einzelne Bereiche verdichten oder nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Es genügt, den Kompost ein- bis zweimal im Jahr umzusetzen.

Der fertige Kompost

Frischkompost entsteht abhängig von Witterung, Pflege und Material nach ungefähr sechs Monaten. Dieser Kompost ist noch nicht vollständig ausgereift, kann aber schon für die Bodenverbesserung genutzt werden.

Reifer Kompost ist dunkel, krümelig und riecht angenehm erdig. Je nach Pflege und Ausgangsmaterial entsteht er meist innerhalb von sechs bis zwölf Monaten. Der Kompost kann noch gröbere Bestandteile enthalten, die noch nicht vollständig zersetzt sind. Sie können ausgesiebt und zurück in den Kompost gegeben werden.