Wahlsystem in Deutschland
Was Sie über das Wahlsystem in Deutschland wissen müssen
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Was Sie über das Wahlsystem in Deutschland wissen müssen

Im September 2021 steht eine Bundestagswahl bevor und deutsche Wahlsystem kann teilweise sehr kompliziert erscheinen. Wenn Sie sich schon immer gefragt haben, wie genau eine Wahl prinzipiell abläuft und welche Grundsätze dabei gelten, lesen Sie weiter.
Wir erklären Ihnen alles Wichtige, was Sie über das Wahlsystem in Deutschland wissen müssen.

Die Grundsätze des deutschen Wahlsystems

Alle vier Jahre kommt es in Deutschland zu einer Bundestagswahl – so auch im September 2021. Die Wahlen finden nach bestimmten Grundsätzen statt. Diese umfassen folgende Punkte:

  • Unmittelbar: Sie (sowie das gesamte Volk) wählen die Abgeordneten des Bundestags direkt.
  • Frei: Niemand darf Sie oder einen anderen Wahlberechtigten in Ihrer Wahl beeinflussen.
  • Allgemein: Ausnahmslos jeder deutsche Staatsbürger, der über 18 Jahre ist, darf wählen gehen. Dabei kommt es nicht auf Konfession, politische Überzeugung oder Geschlecht an.
  • Geheim: Sie (sowie alle anderen Wahlberechtigten) wählen geheim, also unbeobachtet, in Wahlkabinen. Neben den Wahlkabinen gibt es seit einigen Jahren zudem die Möglichkeit, per Briefwahl zu wählen. Das können Sie dann bequem von Zuhause aus machen.
Bundestagswahl 2021
Alle vier Jahre kommt es in Deutschland zu einer Bundestagswahl – so auch im September 2021

Wie funktioniert das Wahlsystem in Deutschland?

In Deutschland leben wir in einer Demokratie. Das bedeutet wörtlich übersetzt „Herrschaft des Volkes“.

Die Grundlage des deutschen Wahlsystems besteht demnach darin, dass das Volk mit dem Bundestag Parteien, die deren Meinungen repräsentieren, sowie auch Abgeordnete wählt.

Das bedeutet, dass Sie als Wähler zwei Stimmen abgeben dürfen. Zum einen wählen Sie den Politiker aus Ihrem Wahlkreis, der Ihrer Meinung nach in den Bundestag einziehen soll (Erststimme).
Und als zweites wählen Sie die Partei, die Ihrer Meinung nach Ihre Interessen am ehesten vertritt (Zweitstimme).

Zwei Stimmen abgeben
Wähler dürfen bei der Bundestagswahl zwei Stimmen abgeben

Bundeskanzler und Bundespräsident

Die Regierung und der Bundeskanzler werden schließlich von den Abgeordneten gewählt, der Bundespräsident von der Bundesversammlung.

Der Bundespräsident schlägt den Bundeskanzler vor. In den Bundestag einziehen dürfen übrigens nur die Parteien, die bundesweit mehr als fünf Prozent der Zweitstimmen bekommen haben. Hierbei handelt es sich um die sogenannte Fünf-Prozent-Klausel. Mit dieser soll verhindert werden, dass zu viele kleine Parteien im Parlament sind, denn dann könnte es schwerer werden, eine regierungsfähige Koalition zu bilden.

Wie viele Parteien gibt es, die ich wählen kann?

Wie viele Parteien es gibt, ist immer unterschiedlich. Bei der letzten Bundestagswahl, also im Jahr 2017, traten so viele Parteien wie nie zuvor an.

Von den 42 Parteien, die vor vier Jahren zur Wahl standen, waren 16 zum ersten Mal dabei.

Bei den dominierenden Volksparteien handelt es sich um die SPD und die CDU/CSU. Diese bilden die aktuelle Regierungskoalition. Vertreten sind im Moment neben der SPD, CDU und CSU außerdem die AfD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen sowie die FDP.

Jede Stimme zählt

Obgleich sich viele Menschen nicht oder nur wenig für Politik interessieren, ist eine hohe Wahlbeteiligung sehr wichtig. Nur wenn Sie wählen gehen, können Sie für nachhaltige Veränderungen sorgen. Wenn Sie nur die anderen für sich entscheiden lassen, wird vielleicht eine Wahl getroffen, die nicht Ihren Wünschen oder Interessen entspricht.

Übrigens ist eine Wahl nur dann gültig, wenn niemand im Wahllokal erfährt, wen Sie gewählt haben. Es muss demnach immer das Wahlgeheimnis gewährleistet sein.
Außerdem kann die Wahl ungültig werden, wenn Sie mehr Stimmen abgeben, als zulässig oder wenn Sie kein Kreuzchen auf Ihrem Zettel machen.