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Alkoholfreies Bier
Alkoholfreies Bier – Vom Außenseiter zum Publikumsliebling
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Alkoholfreies Bier – Vom Außenseiter zum Publikumsliebling

Wer zum Ende der Jahrtausendwende in einer Bar oder Kneipe alkoholfreies Bier bestellte, erntete häufig mitleidige Blicke. Denn es bedurfte guter und überzeugender Gründe, um auf ein „richtiges Bier“ zu verzichten. Heute herrscht eine andere Situation vor.
Immer weniger Deutsche lassen sich regelmäßig ein herkömmliches Bier schmecken. Stattdessen landen vorzugsweise die alkoholfreien Biere auf den Tischen vieler Kneipiers.

Hohe Nachfrage nach alkoholfreiem Bier

Die Zahlen sprechen für sich: 2018 profitierten deutsche Brauereien vom Jahrhundertsommer, in dem der Absatz von Mischgetränken und Vollbieren zwar nur um leichte 0,5 Prozent auf 94 Millionen Hektoliter anstieg.

Doch die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier übertraf selbst die optimistischsten Vorstellungen.

Inzwischen gibt es deutschlandweit ungefähr 500 alkoholfreie Marken. Der Marktanteil beläuft sich deshalb auf stolze sieben bis zehn Prozent. Ein Argument spricht deutlich für das sportlich-gesunde Image von alkoholfreiem Bier: Der Kaloriengehalt der Drinks ist nur etwa halb so hoch wie bei einem alkoholhaltigen Bier.

Hohe Nachfrage nach alkoholfreiem Bier
Hohe Nachfrage nach alkoholfreiem Bier

Die richtige geschmackliche Note treffen

Als die in Frankfurt ansässige Binding-Brauerei vor rund 40 Jahren erstmals Clausthaler Bier zum Verkauf anbot, war das alkoholfreie Bier noch ein Unikat. Im Osten und Westen gab es zwar zu dieser Zeit schon einige für Autofahrer geeignete Biere. Doch als im Jahr 1979 erstmals eine ganze alkoholfreie Biermarke bundesweit stark beworben wurde, betrat die Werbebranche Neuland.

Wie der Frankfurter Braumeister Peter Winter betonte, sollte der Geschmack so nahe wie möglich an einem guten Pils liegen. Die Herausforderung war bereits aus technischen Gründen groß. Schließlich wird die Gärung des einst patentierten Brauprozesses der Marke Clausthaler rechtzeitig abgebrochen, um den gesetzlich zulässigen Alkoholgehalt von 0,5 Prozent zu erreichen.

Bei diesem Gärprozess kann in Gerstenmalz enthaltener Zucker nach Beseitigung der Hefe nicht vollständig in Alkohol umgewandelt werden, so wie es bei herkömmlichem Pils üblich ist.

Dadurch entsteht eine dezente süßliche Note, welche die Brauer von Clausthaler wiederum mit Hopfen überlagern. Wer es allerdings extra-herb mag, darf seit Mitte der 1990er Jahre aus Sorten mit besonderer Geschmacksrichtung wählen.

Die richtige geschmackliche Note treffen
Die richtige geschmackliche Note treffen

Gute Bewertungen von der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest ließ sich die alkoholfreien Biere ebenfalls schmecken und war mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. Während einige alkoholfreien Biere intensiv nach Hopfen schmecken, begeistern andere Arten mit fruchtigen oder würzig-süßen Nuancen.

Die meisten alkoholfreien Biere stuften die Tester als vollmundig und harmonisch ein. Der einst restriktive Bier-Ersatz hat sich heute zu einem beliebten Genussmittel gemausert. Dieser Trend wird in Anbetracht des hohen Gesundheitsbewusstseins vieler Deutscher gewiss auch zukünftig anhalten.