Wie mobile Zahlungen Menschen während der Pandemie helfen
Wie mobile Zahlungen Menschen während der Pandemie helfen
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Wie mobile Zahlungen Menschen während der Pandemie helfen

Schnelle finanzielle Unterstützung für Menschen, die währen der pandemiebedingten Wirtschaftskrise ihren Job verloren haben, bewegt die Wirtschaft. Social Distanceing, wirtschaftliche Sperren, lückenhafte Sozialschutzsysteme und Länder mit ohnehin schon niedrigem Einkommen erleichtern die Unterstützung von diesen Personen nicht gerade. Viele Regierungen versuchen ihren Bürgern durch mobile Technologien zu helfen.

Sie haben Geld – helfen durch mobile Zahlungen

Dass das System funktionieren kann, zeigt zum Beispiel Togo. Die kleine westafrikanische Nation mit ihren gerade mal 8 Millionen Einwohnern ermöglichte innerhalb von 2 Wochen mithilfe von Mobiltelefonen eine schnelle finanzielle Hilfe.

Auf diese Weise wurde 500.000 Menschen unterstützt. Auch Arbeitnehmer in Marokko erhalten über ihre Telefone schnelle und effiziente Hilfe.

Geldtransfers / Sozialhilfe

Viele Länder mit niedrigem Einkommen erhöhen die direkte Hilfe für Haushalte und Einzelpersonen. Das liegt vor allem daran, dass sie die Arbeitsplätze nicht direkt schützen können. Die Wirksamkeit der Arbeitsmarktpolitik wird durch fehlende Daten beeinflusst. Daher greifen Regierungen auf Geldtransfers zurück, um ihre Sozialschutzsysteme zu stärken.

Im Süden Afrikas werden 80 % der seit Beginn der Corona-Krise angekündigten Maßnahmen auf diesem Weg durchgeführt. Lediglich 4 % versuchten es auf die arbeitsmarktpolitische Weise.

Wie wird die Unterstützung überhaupt berechnet?

Normalerweise beruht die Berechnung auf einem robusten nationalen Identifikationssystem. Dieses stellt Einkommensunterstützungen für die am stärksten gefährdeten Haushalte bereit, indem es anhand von sozioökonomischen Informationen die Verteilung von Bargeld überprüft.

Wenn eine dieser Komponente aber fehlt, kann sich das als großes Problem herausstellen.

Wenn eine Regierung zum Beispiel aufgrund fehlender Informationen keine Begünstigten ansprechen kann, müssen entweder stark gefährdete Haushalte ausgeschlossen werden, um so das Budget in Schach zu halten oder mehr Geld bereitgestellt werden, damit eben diese auch erreicht werden.

Vorteile von Banking agents

Gerade in Zeiten von Corona, in denen soziale Distanz ganz groß geschrieben wird, bietet mobiles Geld eine optimale Lösung um einen Geldtransfer in großem Umfang zu ermöglichen. So gut wie jeder besitzt ein Mobiltelefon – auch in Schwellen- oder Entwicklungsländern. Die Zahl der Telefonnutzungen pro 100.000 Einwohner ist bei weitem höher als die im Vergleich geringen Zahlen von 11 Banken und 33 Geldautomaten.

Auch die Benutzung Bankagenten oder mobile agents ist bei der Telefonnutzung eingeschlossen. Durch mobile Geldtransfermechanismen können auch ländliche und abgelegene Bevölkerungsgruppen erreicht werden und staatliche Unterstützung erhalten, ohne dabei weite Strecken zurückzulegen oder durch lange Warteschlangen der Gefahr einer Ansteckung ausgesetzt zu sein. Theoretisch müssen diese Menschen nicht mal ein Bankkonto besitzen.

Mobil- bezahlen während der Corona Krise
Gerade in Zeiten von Corona, in denen soziale Distanz ganz groß geschrieben wird, bietet mobiles Geld eine optimale Lösung um einen Geldtransfer in großem Umfang zu ermöglichen

Was ist ein Banking agent?

Bei einem „Bankagent“ handelt es sich um eine Poststelle oder Einzelhandelsstelle, die von einem Mobilfunknetzbetreiber oder einem Finanzinstitut mit der Abwicklung einer Kundentransaktion angewiesen wurde. Es ist ein Weg, um niemanden vor formellen Finanzdienstleistungen auszuschließen. So kann man seine Bankgeschäfte dort erledigen, wo man auch einkauft.

Das kann neben der Poststelle auch ein kleiner Kiosk oder eine Tankstelle sein. Auf diese Weise können auch die Ärmsten der Armen Zugang zu Finanzdienstleistungen erhalten.

Statt Bargeld: Effektive Geldtransfermechanismen

Durch die Corona-Krise mussten viele Länder ihre Ökosysteme für mobile Gelder stärken. Regierungen mit einem bereits wachsenden Mechanismus konnten schneller reagieren.

Ecuador zum Beispiel hat die Anzahl der lizensierten Cash agents in zwei Wochen verdoppelt, Malaysia erweiterte hingegen vorerst den kostenlosen mobilen Internetzugang.

Nigeria hat sich mit Mobilfunknetzbetreibern zusammengetan, Saudi-Arabien reduzierte Gebühren für die mobile Nutzung, um auf diese Weise mobile Zahlungen zu fördern.

Mobiles Geld hat Grenzen und bringt auch Risiken mit sich

Es ist nicht unüblich, dass Menschen in ländlichen oder abgelegenen Gebieten auch keinen Internetzugang haben, sodass sie die Möglichkeit von Bankagenten nicht nutzen können. Mobiles Geld in Bargeld umzutauschen kann zudem immer noch mit hohen Kosten verbunden sein. In vielen Ländern mussten die Regierungen außerdem schnell handeln, um die Unterstützung der Armen mithilfe von mobilem Geld zu garantieren. Durch die Beschleunigung gibt es natürlich mehr Cyber-Risiken und digitalen Betrug. Das sollte jedoch verhindert werden, damit die Vorteile nach wie vor überwiegen.

Wenn die Länder wieder in den normalen Modus zurückkehren und nicht mehr mit einem Krisenmanagement leben müssen, sollten sie die Prozesse optimieren, die dafür notwendig sind eine bessere finanzielle Unterstützung zu erreichen. Eine Methode sollte sein, die Stärkung der Sozialschutzsysteme durch Technologie anzugehen.