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Warum Vögel langsam verschwinden

Warum Vögel langsam verschwinden
Warum Vögel langsam verschwinden | Foto: ©Dirk #317368023 – stock.adobe.com

Der Bestand an verschiedenen bekannten Vogelarten ist bereits zurückgegangen und nimmt weiterhin ab. Das hat verschiedene Gründe. Menschen können mit verschiedenen Maßnahmen dazu beitragen, dass sich die Tiere wohlfühlen und ansiedeln.

Mithilfe der Bevölkerung bei Wildvogelzählungen erwünscht

Wer im Winter ein Futterhaus aufstellt, kann Vögel wie Kohlmeisen, Sperlinge, aber auch Amseln beobachten. Hin und wieder erscheint auch ein Rotkehlchen. Solche Vögel können jedoch nicht überall beobachtet werden, da der Bestand zurückgegangen ist.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Berlin und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) in Bayern bitten jährlich Anfang Januar die Bevölkerung um Mithilfe bei der Vogelzählung.

Im Garten, vor dem Fenster oder im Park sollen die Menschen bei der Stunde der Wildvögel eine Stunde lang die Vögel zählen und melden. Die Fachleute wollen neue Erkenntnisse über die Veränderung der Vogelbestände gewinnen.

Mithilfe der Bevölkerung bei Wildvogelzählungen erwünscht
Mithilfe der Bevölkerung bei Wildvogelzählungen erwünscht | Foto: ©Marko #247465784 – stock.adobe.com

Auswirkungen des Wetters

Im Jahr 2025 sind an den Futterstellen deutlich weniger Amseln gesichtet worden. Auch die Bestände an Kohl- und Blaumeisen, Haus- und Feldsperling sind zurückgegangen. Da es sich bei den Angaben um Momentaufnahmen handelt, sind die Experten vom LBV noch nicht beunruhigt.

Das Wetter spielt bei dieser Momentaufnahme eine wichtige Rolle. Ist der Winter milder, kommen weniger Vögel in die Gärten, um Futter zu suchen.

Die Aktion von NABU und LBV spricht Menschen im Siedlungsraum von Vögeln, in den Städten und Dörfern, an. Es ging nicht um Erkenntnisse über die flächendeckende Verbreitung von Vögeln.

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten organisiert in Deutschland in der Brutzeit ein professionelles Vogelmonitoring. Er geht von stabilen oder sogar zunehmenden Brutbeständen bei Kohl- und Blaumeisen, Haussperlingen und Amseln aus. Ein Rückgang ist jedoch beim Feldsperling zu verzeichnen.

Amsel an Futterstelle
Im Jahr 2025 sind an den Futterstellen deutlich weniger Amseln gesichtet worden | Foto: ©Sulabaja #14450526 – stock.adobe.com

Schleichender Schwund bei häufigen Vogelarten

In den zurückliegenden Jahrzehnten ist bei den häufigen Arten fast überall ein schleichender Schwund festzustellen, wie Wolfgang Fiedler vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Radolfzell erläutert. Der Rückgang fällt bei diesen Arten von einem Jahr zum anderen nicht so stark auf wie bei den Arten, die vom Aussterben bedroht sind.

Der Trend kann sich regional unterscheiden. Das Usutu-Virus hat die Amseln im Raum Mannheim nahezu verschwinden lassen. Sind die Lebensräume weitgehend intakt, können sich die Populationen wieder erholen.

Der Bestand des Haussperlings ist aktuell noch stabil. Er nimmt europaweit jedoch bereits ab. Diese Entwicklung ist teilweise auch lokal zu beobachten. Energetische Sanierung und die damit verbundene Versiegelung von Flächen lässt den Sperlingen weniger Nistmöglichkeiten. Sperlinge sind immer in Gruppen unterwegs. Daher müssen Futter und Nistplätze für viele Vögel vorhanden sein.

Eine pauschale Erklärung, warum die Bestände der häufigsten heimischen Vogelarten langfristig abnehmen, ist nicht möglich.

Jede Vogelart stellt ihre eigenen Ansprüche an den Lebensraum. Einige Arten sind anpassungsfähiger als andere. Die Stunde der Wintervögel kann einige Hinweise liefern. Der LBV rief sie 2006 in München ins Leben. Sie findet bundesweit immer zum selben Zeitpunkt statt. Die Ergebnisse können über Jahre verglichen werden.

Im Rahmen der Stunde der Wintervögel werden einzelne Vogelarten mal häufiger und mal seltener gemeldet. Die Experten können genauer hinschauen und Hinweise auf die Gründe für die Veränderungen erhalten.

Begeisterung der Menschen für heimische Vogelarten wecken

Die Stunde der Wildvögel will die Begeisterung der Menschen für die heimischen Vogelarten wecken. Die Menschen sollen ihren Blick für die Vögel, die in der Region leben und auch im heimischen Garten vorkommen, schärfen.

Die Menschen sind geneigt, die Arten zu schützen, die sie kennen und die sie auch gerne beobachten. Bei den bekannten Arten wie Meisen, Sperlingen oder Amseln kann jeder einen Beitrag leisten, um die Ansiedlung zu fördern.

Gartenbesitzer können mit heimischen Pflanzen eine stabile Nahrungsgrundlage für die Vögel schaffen. Nistplätze können bei einer naturnahen Gestaltung von Gärten entstehen. Mit Hecken, Büschen und Stauden lassen sich Unterschlupfmöglichkeiten und Nahrungsquellen schaffen. Zusätzlich können Nistkästen aufgestellt werden. Glasscheiben können gesichert werden, damit sie für Vögel nicht zu einer tödlichen Gefahr werden.