Der Wolgazander – ein Raubfisch, der sich in Deutschland verbreitet

Der Wolgazander ist ein Raubfisch, der in Deutschland nicht heimisch ist. Im zeitigen Frühjahr 2026 wurde er in Norddeutschland bereits in elf Gewässern gesichtet. Er wurde zuerst in Braunschweig nachgewiesen und hat sich 15 Jahre später bereits stark ausgebreitet.
Der Raubfisch mit den dunklen Streifen und der hohen Rückenflosse kam offenbar vom Ural nach Deutschland. Er könnte sich schon bald im Rhein ausbreiten.
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Ein Eindringling aus Osteuropa
Angler haben den Wolgazander erstmals 2010 in Norddeutschland gesichtet. Der Raubfisch mit dem wissenschaftlichen Namen Sander vongensis hat seinen Ursprung im Osten Europas. Der Anglerverband Niedersachsen (AVN) teilte mit, dass der natürliche Verbreitungsschwerpunkt dieses Fisches im Osten Europas liegt. Der Verband grenzte sein Verbreitungsgebiet vom Ural über das Schwarze Meer nach Ungarn über die Donau bis nach Österreich ein.
Laut AVN sind die neuesten Fangdaten eindeutig. Die Raubfischart breitet sich in Norddeutschland aus und hat innerhalb von 15 Jahren sein Verbreitungsgebiet stark vergrößert. Künftig ist damit zu rechnen, dass er sich noch weiter verbreitet.
Dr. Matthias Emmrich, Fischereibiologe und Raubfisch-Experte beim AVN, spricht davon, dass im Frühjahr 2026 bereits mehrere bestätigte Nachweise dieses Raubfisches aus elf Gewässern vorlagen. Der Wolgazander wurde bereits in sechs Bundesländern nachgewiesen.
Neben Nachweisen in Niedersachsen wurde der Wolgazander inzwischen auch in Sachsen-Anhalt, Hamburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg gesichtet. In Niedersachsen wurde der Wolgazander auch in der Elbe nahe Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen.
Wie Dr. Matthias Emmerich erklärt, breitet sich der Wolgazander über Wasserstraßen für Schiffe wie den Mittellandkanal aus. Solche Kanäle verbinden ehemals isolierte Flusssysteme miteinander. Dr. Matthias Emmerich hält es daher für wahrscheinlich, dass der Wolgazander das westdeutsche Kanalnetz besiedeln und in das Rheinsystem gelangen könnte
Rückschlüsse über die Verbreitung des Raubfisches sind laut Angaben des Anglerverbands anhand von 1.100 Fangdaten möglich. Die Wissenschaftler hatten bis zum Frühjahr 2026 bereits mehr als 200 Wolgazander untersucht.

Was unterscheidet den Wolgazander vom heimischen Zander?
Vom heimischen Zander mit dem wissenschaftlichen Namen Sander lucioperca unterscheidet sich der Wolgazander in seiner Größe. Der Wolgazander ist deutlich kleiner und erreicht nur eine Größe von 40 bis 65 Zentimetern. Der heimische Zander kann hingegen mehr als einen Meter groß werden. Er kann ein Gewicht von mehr als zehn Kilogramm erreichen.
Der Wolgazander erreicht nur ein Maximalgewicht von zwei Kilogramm.
Auf den ersten Blick ähneln sich jedoch die beiden Raubfischarten. Vom heimischen Zander unterscheidet sich der Wolgazander auch dadurch, dass er eine hohe erste Rückenflosse hat. Der Wolgazander weist kräftige dunkle Streifen auf, die bis zum Bauch reichen. Der Wolgazander hat keine sichtbaren spitzen Fangzähne.
Keine Gefahr für heimische Raubfischarten
Der Wolgazander stellt für heimische Raubfischarten keine Gefahr dar. Er ernährt sich in den ersten Lebenswochen von Wasserflöhen und anderen kleinen Lebewesen. Wird er größer, ernährt er sich von wirbellosen Tiere, aber auch von kleineren Fischen wie Grundeln. Auch Barsche werden vom Wolgazander erbeutet, ebenso wie Krebse.
Der Wolgazander ist nachtaktiv und begibt sich meist schon gegen Abend auf Nahrungssuche. Auch in der kühlsten Jahreszeit ist er aktiv und nimmt Nahrung zu sich. Dennoch geht der Biologe Dr. Matthias Emmerich davon aus, dass der Wolgazander für heimische Raubfische keine ernsthafte Gefahr ist. Er ist zwar eine invasive Art, doch wird er die heimischen Raubfischarten nicht nennenswert dezimieren.
Die Experten gingen bereits nach den ersten Funden davon aus, dass sich der Wolgazander langfristig in Deutschland ansiedelt, aber nicht gefährlich ist. Von April bis Mai laicht der Wolgazander an seichten Stellen in Gewässern. Das Männchen übernimmt die Brutpflege.







