Coronavirus Auswirkungen auf den Aktienmarkt
Coronavirus Auswirkungen auf den Aktienmarkt
Wirtschaftsblog

Wie wirkt sich der Coronavirus auf den Aktienmarkt aus?

Mittlerweile ist die ganze Welt von der Coronakrise betroffen. Ob Wirtschaft, Bildungswesen oder gar der medizinische Sektor – kein Bereich bleibt von der Krise verschont. An der Börse spiegeln sich die Auswirkungen des Covid-19 ebenfalls wider. Immer häufiger werden größere Kursverluste gemeldet.

Ein Beispiel ist der MSCI World. Dieser aus mehr als 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern bestehende Aktienindex ist nach einem Hoch im Februar bis Mitte März um mehr als 30 Prozent gefallen. Selbige Werte treffen auf den Deutschen Aktienindex DAX zu. Denn auch dessen Kurs ist seit dem Allzeithoch vom 17. Februar 2020 um über 30 Prozent gesunken.

Gründe für die fallenden Börsenkurse

Die Gründe für diese Entwicklung liegen auf der Hand. Als Folge des Ausbruchs des Coronavirus stellen Fahrzeughersteller ihre Produktion ein, bleiben Flugzeuge am Boden und sind alle Veranstaltungen abgesagt. Die Nachfrage an chinesischer Ware beschränkt sich auf ein Minimum.

Dies führt wiederum zu deutlichen Einschränkungen im Handel sowie für Dienstleistungen. Die Verunsicherung der Menschen ist groß und führt letztendlich auch zu den fallenden Börsenkursen.

Gold verliert als Krisenwährung ebenfalls an Stabilität

Zahlreiche Aktienfonds sind in den vergangenen Wochen deutlich gefallen. Sogar Gold – eine vermeintlich stabile Krisenwährung – verlor deutlich an Stabilität. Als die Panik vor dem Coronavirus im März auch auf die Finanzmärkte übertrat, fiel der Goldpreis heftig. Allerdings erholte sich die Krisenwährung in den letzten Tagen schon wieder etwas. Einige Anleger betrachten außerdem Kryptowährungen wie den Bitcoin als sichere Geldanlage. Doch die Realität zeigt ein anderes Bild auf. Denn auch der Bitcoin-Wert in Euro-Beträgen reduzierte sich in den vergangenen Wochen um die Hälfte.

Rohstoffpreise sinken ebenfalls

Obwohl Gold seinem Ruf als Krisenwährung zu Beginn der Coronakrise noch alle Ehre machte, geriet der Goldpreis zunehmend unter Druck. Ein wichtiger Grund für diese Entwicklung ist vermutlich der Tatsache geschuldet, dass zahlreiche Anleger dringend auf Bargeld angewiesen waren. Während dieser Marktphasen verkaufen Anleger zumeist alles, was im Vorfeld Gewinne erzielen konnte.

In naher Zukunft ist davon auszugehen, dass Gold vermutlich als sinnvolle Depotmischung mit Anteilen von bis zu zehn Prozent bestehen bleibt. Ergänzend dazu sind Basismetalle wie Kupfer ebenfalls von der Coronakrise betroffen. Rohstoffpreise erzielten neue Tiefstwerte. Ein Beispiel ist der Dow Jones Community, der mittlerweile über 40 Prozent seines bisherigen Wertes einbüßte. Durch den Wertverlust des Rohölpreises verlor der sogenannte MSCI AC World Energie zum Teil wesentlich mehr als 50 Prozent. Diese Entwicklung wirkt sich 1:1 auf zahlreiche Rohstofffonds aus.

Coronavirus und Gold
In naher Zukunft ist davon auszugehen, dass Gold vermutlich als sinnvolle Depotmischung mit Anteilen von bis zu zehn Prozent bestehen bleibt

Folgen für Staatsanleihen

Zu Beginn der Coronakrise konnten Anleger auch noch bedenkenlos auf Staatsanleihen setzen. Doch die Ausgaben der Regierung steigen in diesen Krisenzeiten weiterhin an. Der Staat ist gezwungen, Investitionen in die Gesundheitsbranche und Wirtschaft zu tätigen (Nachrichten rund ums Thema Wirtschaft gibt es in unserem Wirtschaftsblog). Dadurch steigert sich auch das Risiko von Staatsanleihen. Obwohl in Europa in erster Linie Italien von diesem Risiko betroffen ist, ist Deutschland ebenfalls von diesem Problem betroffen. Durch wirtschaftliche Unsicherheiten erhöhen sich ebenfalls Risikoprämien für Unternehmensanleihen. Dadurch sinken die Kurse der Anleihen drastisch. Aus dem Grund kündigte die Europäische Zentralbank – die EZB – bereits an, ein Notkaufprogramm für die Anleihen mit einem Betrag von 750 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen.

Obwohl sich die Kurse für die Staatsanleihen seit dieser Ankündigung wieder etwas erholt haben, verzeichnen diese noch immer ein Minus von ungefähr zwei Prozent.

Deutliche Verluste für Weltaktienindixes

Vergleiche des klassischen Weltaktienindix MSCI World sowie dessen Pendant MSCI World SRI zeigen auf, dass zwar beide Indizes deutlich an Boden verloren haben. Doch der Nachhaltigkeitsindex MSCI World SRI fiel dabei weniger stark. Wer deshalb aktuell Aktien kaufen möchte, trifft mit dem Nachhaltigkeitsindex möglicherweise noch die bessere Wahl. Denn diese nachhaltigen Aktien sind derzeit stabiler. Doch insbesondere langfristige Geldanleger sollten auch in Anbetracht der derzeitigen Krise Ruhe bewahren. Denn wirkliche Verluste drohen nur dann, wenn die Aktien jetzt verkauft werden.

Gute Chancen für Anleger von ETF-Sparplänen

Wenig Grund zur Besorgnis bieten ebenfalls ETF Sparpläne. Da die Höhe der monatlichen Sparsumme jeweils von der Börsenphase abhängt, gibt’s die ETF in Krisenzeiten sozusagen im Sonderangebot. Das bedeutet wiederum, dass Anleger bei aktuellen Sparplanvarianten besonders viele Fondsanteile erhalten.

Wer im Gegenzug jetzt Geld benötigt, sollte keinesfalls komplette Depots auflösen. Insbesondere Menschen, die Depots für eine Rentenergänzung nutzen möchten, sollte diese auch auf Raten verkaufen.