Coronavirus: Ist ein Sommerurlaub in diesem Jahr überhaupt möglich
Coronavirus: Ist ein Sommerurlaub in diesem Jahr überhaupt möglich
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Coronavirus: Ist ein Sommerurlaub in diesem Jahr überhaupt möglich?

Gehen die Menschen auf Reisen (zum Reiseblog), reist das Coronavirus einfach mit. Deshalb stellen sich viele Weltenbummler die Frage, ob sie in diesem Jahr überhaupt verreisen können. Der Virus Sars-CoV-2 stellt die Tourismusbranche vor eine große Herausforderung. Breitet sich das Virus noch immer aus, ist es schließlich nur schwer möglich, in betroffene Regionen zu verreisen.

Zahlreiche Urlauber üben sich aktuell in Geduld

Wie Tourismusforscher Prof. Martin Lohmann bestätigt, üben sich die meisten Urlauber aktuell in Geduld. Diese Strategie bezeichnet der Tourismusforscher als „besonders vernünftig“.

Viele Weltenbummler hatten ihren Urlaub vor Beginn der Corona-Pandemie auch schon längst gebucht. Nun ist es nach Meinung des Experten des NIT Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Kiel sinnvoll, schlichtweg abzuwarten.

Erste Möglichkeit: Urlaubszeit auf Balkonien?

Aus rein medizinischer Sicht gebe es laut Aussagen von Professor Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin – dem CRM in Berlin – keinen Grund, nicht zu verreisen. Seiner Meinung nach ist die Erkrankungsquote in Anbetracht der Gesamtbevölkerung noch immer sehr gering. Diese These unterstützt Professor Lohmann, dessen Meinung nach es keinen Unterschied macht, ob man in einer deutschen oder italienischen Stadt einen Linienbus betritt. Denn bleibt man zur Urlaubszeit in der Heimat, können schließlich genauso Corona-Fälle auftreten.

Urlaub auf Balkonien
Urlaubszeit auf „Balkonien“

Zweite Möglichkeit: Urlaub in einem Land ohne Corona-Virus

Das neue Corona-Virus wurde bislang in mehr als 60 Ländern diagnostiziert. Aktuell sind neben dem Ursprungsland auch weitere Länder wie Südkorea, Spanien und Italien besonders stark von dem Virus betroffen. Außerdem wurden verhältnismäßig viele Krankheitsfälle im Iran verzeichnet. Das bedeutet im Gegenzug aber auch, dass es aktuell noch viele Länder ohne Krankheitsfälle gibt. Doch dieses Blatt könnte sich jederzeit wenden.

Welche Nationen zukünftig vom Befall des Virus betroffen sein werden, lässt sich derzeit nicht voraussagen. Und diese Ungewissheit verursacht bei potentiellen Urlaubern auch Unsicherheit.

Die meisten großen Reiseveranstalter haben auf diesen Zustand reagiert und zeigen sich zumeist sehr kulant. Wer deshalb in den kommenden Wochen eine Reise neu bucht, kann diese bis zu 14 Tage vor der Abreise kostenfrei stornieren oder umbuchen.

Diesen Service bieten beispielsweise Alltours, TUI oder DER Touristik an.

Pauschalreisen lassen sich schnell umbuchen oder stornieren

Mit diesem Service wollen die Reiseveranstalter dazu beitragen, ihren Kunden die Angst vor dem Reisen zu nehmen und im Gegenzug mehr Sicherheit zu geben. Laut Aussage von Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband DRV bieten Pauschalreisen hierbei einen klaren Vorteil. Pauschalreisende sind im Falle eines drohenden Rücktritts von der Reise wesentlich besser abgesichert und können sich bei offenen Fragen stets an einen Ansprechpartner wenden.

Wer den Urlaub hingegen nicht über einen Reiseveranstalter buchen möchte, kann über zahlreiche Online-Hotelportale ebenfalls Feriendomizile mit kurzfristiger Storno-Option buchen. Somit können Reisefreudige die Aufenthalte auch kurzfristig ohne zusätzliche Kosten absagen. Eine Reservierung der Zimmer kostet über dieses System zwar im Zweifelsfall etwas mehr Geld. Doch dafür müssen Urlauber dann bei einem Rücktritt keine zusätzlichen Kosten in Kauf nehmen.

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Dritte Möglichkeit: Egal, wohin die Reise führt: Vorsicht walten lassen!

Aktuell gibt es nur sehr wenige Länder, die Weltenbummler unbedingt meiden sollten. Eines dieser Länder ist China. Noch immer empfiehlt das Auswärtige Amt (AA), auf nicht notwendige Reisen in das Land zu verzichten. Hierbei bilden die Regionen um Macau und Hongkong jedoch Ausnahmen. Eine Reisewarnung besteht außerdem für die Provinz Hubei. Auf Reisen nach Italien rät das Auswärtige Amt eindringlich von nicht notwendigen Reisen in die Provinzen Lodi in der Lombardei sowie Vo Euganeo in Venetien in der Provinz Padua ab. Reise-Einschränkungen nach Rom oder in Regionen wie Sardinien oder die Toskana bestehen bislang nicht.

In diesem Zusammenhang betont der Reisemediziner Jelinek außerdem, dass Reisende zusätzlich von Aufenthalten in Venedig absehen sollten. Denn wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich alternativ besser in Norditalien auf Wanderungen begeben. Die Entscheidung für einen Urlaub in der einen oder anderen Region gleiche einer Abwägung von Wahrscheinlichkeiten. Denn natürlich steigt das Risiko für eine Infektion in den Regionen, in denen Menschen unterschiedlicher Länder aufeinandertreffen.

Welche gesundheitlichen Risiken bestehen?

Aussagen von Tourismusspezialisten zufolge sollten Reisende allerdings zwischen zwei Risiken differenzieren. Einerseits ist das Risiko nicht von der Hand zu weisen, sich vor Ort mit dem Corona-Virus anzustecken. Dennoch ist diese Chance relativ gering. Schließlich muss man erst einmal auf eine Person treffen, wie das Virus verbreitet. Gefährlich wird es allerdings dann, wenn der Krankheitsverlauf im Falle einer Infektion besonders schwer ausfällt.

Das zweite Risiko bezieht sich eher auf die Gestaltung des Alltags. Schließlich sind Einschränkungen am Reiseziel nicht ausgeschlossen. Sind Sehenswürdigkeiten wie der Louvre in Paris geschlossen, ist diese Tatsache für viele Weltenbummler gewiss schon enttäuschend genug. Wesentlich tragischer sind drohende Quarantänen in Hotelanlagen, in denen sich dann auch deutsche Urlauber befinden können. Sperren die Behörden vor Ort kurzfristig bestimmte Gebiete ab, können sich auch Reisende nicht dagegen wehren.

Ein Restrisiko ist nicht auszuschließen

Was ist nun die bessere Wahl? Ein abgelegenes Ferienhaus in einer entlegenen Gegend oder doch das große Hotel, in dem sich Menschen aus aller Welt treffen? Kein Reiseziel und keine Unterkunft ist wirklich sicher. Schließlich müssen Reisende immerhin noch ihre Anreise bewältigen, die zumeist auch nicht an Flughäfen oder Bahnhöfen vorbeiführt. Laut Aussagen von Reisemediziner Jelinek müssen Menschen lernen damit umzugehen, dass dieses Virus vorhanden ist und erkrankte Menschen daran auch sterben können. Doch diesem Risiko sind Menschen immer ausgesetzt – insbesondere dann, wenn sie unter Vorerkrankungen leiden. Gleiches gilt natürlich auch für ältere Reisende, die auf Reisen stets einem höheren Risiko für Erkrankungen ausgesetzt sind. Diese Faustregel gilt völlig unabhängig von Corona.

Ist eine Reise in diesem Jahr möglich oder nicht? Zum Teil entscheidet über diese Frage das eigene Gewissen. Andererseits bleibt abzuwarten, welche Richtung durch Politiker ausgesprochene Reisebeschränkungen in den nächsten Monaten einschlagen werden.