Enten kein Brot füttern
Warum Sie Enten kein Brot füttern sollten
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Warum Sie Enten kein Brot füttern sollten

Viele Menschen lieben es zu Gewässern in der Nähe zu gehen und Enten zu füttern. Was viele aber nicht wissen: Ausgerechnet der Klassiker untern den Futteralternativen für Enten kann für die Tiere tödlich enden. Die Rede ist von Brot. Das schlimme daran ist, dass nicht mal die Enten selbst wissen, was gut für sie ist und was nicht. Grundsätzlich fressen die Tiere alles, was ihnen unter den Schnabel kommt und halbwegs verdaubar ist. In ihrer natürlichen Umgebung ernähren sie sich überwiegend von (Wasser-)Pflanzen, Samen und Früchten. Auch auf dem Speiseplan zu finden sind Kaulquappen, Froschlaich, Insekten, Schnecken und Würmer.

Wenn wir Menschen nun kommen und ihnen eine leichte Alternative bieten, lassen die Enten ihre natürliche Nahrung links liegen und wählen den leichten Weg – mit fatalen Folgen. Erfahren Sie, warum Sie Enten kein Brot geben sollten und was die Alternativen sind.

Warum darf ich Enten kein Brot füttern?

In der Regel sind Enten nicht auf uns Menschen als Nahrungsquelle angewiesen. Sie können sich gut alleine ernähren und brauchen keine Zu-Fütterung. Es wäre besser, die Tiere nur zu beobachten, anstatt sie zu füttern. Dennoch kommen die Wasservögel schnell angeschwommen, wenn sie Nahrung wittern. Ausgerechnet Brot ist nun das Schlimmste, was wir den Tieren anbieten können.

Brot ist für Enten gefährlich, da es im Magen quillt und zu viel Salz und Zucker enthält.

Je nach gefressener Menge kann das für die Tiere den Tod bedeuten. Doch auch wenn Enten nur wenig Brot essen, kann es auf lange Sicht zu gesundheitlichen Folgen kommen. Brot enthält keine Nährstoffe, vermittelt den Enten jedoch das Gefühl, dass Sie satt sind. Ohne Nährstoffe leidet die Gesundheit.
Außerdem sind an Brotresten häufig schimmlige Stellen und Schimmel ist für die Tiere ebenso giftig wie für uns Menschen. Ein weiterer negativer Faktor ist, dass Brotreste zu vermehrtem Algenwachstum führen. Das wiederum kann ein „Umkippen“ des Gewässers verursachen und zu mangelndem Sauerstoff für Tiere und Pflanzen führen.

In der Regel sind Enten nicht auf uns Menschen als Nahrungsquelle angewiesen
In der Regel sind Enten nicht auf uns Menschen als Nahrungsquelle angewiesen

Warum Enten generell nicht gefüttert werden sollten

Nicht nur Brot ist ein Problem, sondern generell das Füttern der Enten. Wenn die Vögel regelmäßig gefüttert werden, verlieren sie die Scheu vor uns Menschen. Sie werden zutraulicher und entfernen sich immer weiter von ihrer Heimat (dem Wasser) und damit aus geschützten Bereichen. Je weiter sie weggehen, desto eher werden die Tiere Opfer von Hunden, Katzen oder vom Straßenverkehr.

Was Sie sicher auch nicht wussten: Das Füttern bringt vor allem Weibchen in Lebensgefahr. Warum?
Nun, wenn die Tiere nicht mehr selbst für die Nahrungssuche verantwortlich sind, haben sie sozusagen keine Arbeit mehr. Wir nehmen ihnen diese Aufgabe ab. Dadurch entsteht extrem viel Langeweile. Resultat ist, dass sich diese Langeweile häufig darin äußert, dass mehrere Männchen einen Versuch starten, die Weibchen zur Begattung zu zwingen. Hierbei werden die Weibchen oft versehentlich unter Wasser gedrückt – sie ertrinken.

Enten sollten generell nicht gefüttert werden
Enten sollten generell nicht gefüttert werden

Ist Enten füttern verboten?

Tatsächlich ist Enten füttern in sehr vielen Regionen verboten. Allerdings steckt nicht nur der Schutz der Tiere dahinter, sondern auch andere praktische Probleme. Die meisten Enten erinnern sich daran, wo sie im Winter gefüttert wurden und sie kommen im Sommer wieder. Handelt es sich um einen Badesee, ist dieser nach einiger Zeit verdreckt und zieht keine Menschen mehr an. Vogeldreck ist nicht nur unästhetisch, sondern äußerst unhygienisch. Schlimmer wird es, wenn die Futterreste noch andere Tiere anzieht – ganze Rattenkolonien zum Beispiel.

Die meisten Städte und Gemeinde beschildern das Fütterungsverbot.

Doch auch wenn Sie weit und breit kein Schild sehen, lohnt es sich, bei der jeweiligen Kommune nachzufragen. Häufig gibt es ein Verbot, obwohl dieses an dem Gewässer selbst nicht klar ausformuliert ist. Wenn Sie sich nicht an das Verbot halten, kann das mitunter richtig teuer werden.
Über die Höhe der Geldstrafe entscheidet nämlich jede Gemeinde selbst. In Kötzing kostet das verbotene Füttern der Enten zum Beispiel bis zu 2.500 Euro. Wenn Sie dachten, dass das schon übertrieben wäre, dann müssen Sie sich jetzt festhalten: In Ingolstadt kann das Füttern bis zu 50.000 Euro kosten.

Was kann ich Enten füttern, wenn es erlaubt ist?

Wenn Sie die Enten wirklich füttern wollen und kein Verbot dagegenspricht, sollten Sie auf Brot verzichten. Stattdessen sollten Sie spezielles Wasservogelfutter verwenden oder auf Haferflocken, Obst und Gemüse zurückgreifen. Besonders gerne mögen die Tiere Trauben, Bananen, Salat und Salatstrünke sowie gekochte Kartoffeln. Wichtig ist dabei, dass Sie die Nahrung in Schnabelgerechte Stücke schneiden.

Außerdem sollten Sie immer nur winzige Portionen anbieten, damit möglichst keine Reste im Wasser oder am Land liegenbleiben. Apropos Land: Um eine Wasserverschmutzung durch Nahrungsmittel zu vermeiden, sollten Sie die Enten ohnehin nur am Land füttern.