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Immer mehr Naturkatastrophen und Extremwetter durch Klimawandel
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Immer mehr Naturkatastrophen und Extremwetter durch Klimawandel

Einer aktuellen Studie des Roten Kreuzes zufolge gingen in den letzten zehn Jahren vier von fünf Naturkatastrophen auf Folgen von Extremwetterlagen sowie des Klimawandels zurück. Neben Unwetter und Hitzewellen gehören Überschwemmungen diesen Naturkatastrophen an. Belief sich dieser Anteil im letzten Jahrzehnt auf 83 Prozent aller Katastrophen, wurde der Anteil zuvor mit 76 Prozent festgelegt.

Über 410.000 Todesopfer in den letzten zehn Jahren

Wie die Föderation der Rotkreuz- und Halbmondgesellschaften vor einigen Tagen in Genf bestätigte, kamen seit 2010 mehr als 410.000 Menschen durch die Naturkatastrophen ums Leben. Eine besonders hohe Anzahl ist auf Hitzewellen zurückzuführen. Auf Platz 2 rangieren Unwetter, die Todesopfer kosteten.

Weiterhin besagen diese Statistiken, dass ungefähr 1,7 Milliarden Menschen durch die Naturkatastrophen in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Viele dieser Personen waren sogar mehrfach von den verheerenden Auswirkungen betroffen. Der Bericht weist darauf hin, dass Betroffene Angehörige oder Wohnbauten verloren. Zugleich mussten die Menschen mit Verlusten wie Feldern, ihrem Vieh oder anderen wichtigen Lebensgrundlagen rechnen.

Zu wenig Unterstützung für besonders bedürftige Länder

Allein in diesem Jahr wurde nach Informationen der Föderation über 50 Millionen Menschen von über 100 Katastrophen heimgesucht. Damit stieg der Anteil an wetter- sowie klimabedingten Katastrophen im letzten Jahrzehnt um rund 35 Prozent an. Die Föderation betonte, dass zwar bereits viele Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels eingeleitet wurden.

50 Millionen Menschen von Naturkatastrophen heimgesucht
Allein in diesem Jahr wurde nach Informationen der Föderation über 50 Millionen Menschen von über 100 Katastrophen heimgesucht

Allerdings bleiben die Bedürftigsten in den Augen der Vereinigung außen vor. Unter den 20 am deutlichsten vom Klimawandel betroffenen Ländern sei dem Bericht zufolge kein einziger Staat, der pro Kopf der Bevölkerung die meisten Zuwendungen für Klimaanpassungen erhält. Somalia als das am meisten gefährdete Land rangiert auf der Liste der Pro-Kopf-Empfänger nur auf Platz 71.

Das Prinzip: Prävention ist besser als Nachsorge

Deshalb sind nach Aussagen der Föderation die reichen Länder zu Zahlungen verpflichtet.

Nach Aussagen der Vereinigung benötigen die 50 Entwicklungsländer in den nächsten zehn Jahren ungefähr 50 Milliarden Dollar, um für die Auswirkungen des Klimawandels gewappnet zu sein.

Dieser Betrag sei gering im direkten Vergleich mit dem Corona-Aufbauplan der EU, der rund 750 Milliarden Euro einschließt. Die Investitionen müssten in erster Linie für Programme und Frühwarnsysteme investiert werden, um negativen Folgen der Naturkatastrophen vorzubeugen. Wie Jagan Chapagain als Generalsekretär der Föderation betont, ist internationale Solidarität weit mehr als eine moralische Verpflichtung. Zugleich erscheint es auch günstiger, die Widerstandsfähigkeit der Menschen in besonders gefährdeten Gebieten zu stärken. Demgegenüber sei es wesentlich kostenintensiver, humanitäre Einsätze nach den Katastrophen zu bezahlen.

Daten und Fakten zur Rotkreuz-Bewegung

Die Rotkreuz-Bewegung unterteilt sich in die Föderation und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Die Aufgabe des Komitees besteht darin, die Einhaltung des humanitären Rechts zu überprüfen. Ferner ist das IKRK dafür verantwortlich, sich um bewaffnete Konflikte sowie Opfer von Kriegen zu sorgen.

Die Föderation macht sich als größte Freiwilligen-Organisation weltweit einen Namen und hat dafür nahezu 14 Millionen Helfer weltweit engagiert. Diese Helfer sind in 192 nationalen Gesellschaften tätig. Allein in Deutschland engagiert sich fast eine halbe Million freiwilliger Helfer für das Deutsche Rote Kreuz.