Schokolade
Schokolade kann den Blutzucker und die Darmgesundheit verbessern
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Schokolade kann den Blutzucker und die Darmgesundheit verbessern

Eine neue Studie stellt fest, dass der Konsum von Schokolade den Blutzucker und andere Gesundheitsmarker positiv beeinflussen kann. Was ist der Schlüssel zu den gesundheitlichen Vorteilen von Schokolade?

Was hat die Studie untersucht?

Diese neuartige Studie (zur engl. Studie) zielte darauf ab, die Auswirkungen des Schokoladenkonsums auf Gewicht, Taillenumfang, Sättigung, Nüchtern-Blutzuckerwerte und die Zusammensetzung des Darmmikrobioms zu quantifizieren. Eine wesentliche Rolle spielte dabei die Tageszeit, zu der Schokolade konsumiert wurde.

Forscher der Universität Murcia in Spanien nahmen hierfür 19 postmenopausale Frauen mit einem BMI unter 35 in eine randomisierte kontrollierte Studie auf.

Jeder Teilnehmer wurde nach dem Zufallsprinzip angewiesen, morgens oder abends je 100 Gramm Milchschokolade zu konsumieren. Die Kontrollgruppe dagegen sollte zwei Wochen lang ganz auf Schokolade verzichten. Alle anderen Mahlzeiten währenddessen wurden wie üblich eingenommen.

Schokoladenkonsum
Diese Studie zielte darauf ab, die Auswirkungen des Schokoladenkonsums auf Gewicht, Taillenumfang, Sättigung, Nüchtern-Blutzuckerwerte und die Zusammensetzung des Darmmikrobioms zu quantifizieren

Das haben die Forscher herausgefunden:

Der Schokoladenkonsum zeigte einige überraschend beeindruckende Ergebnisse. Trotz des zusätzlichen Schokoladengenusses mit einer Kalorienzufuhr von 542 kcal/Tag reduzierten Frauen in den Schokoladengruppen die tägliche Energieaufnahme.
Beim Schokoladenessen am Morgen reduzierten sie die Kalorienzufuhr um etwa 300 Kalorien und am Abend immerhin noch um ca. 150 kcal/Tag. Interessanterweise reduzierten außerdem die Frauen, die morgens Schokolade aßen, ihren Taillenumfang im Vergleich zur Kontrolle signifikant um 1,7 Prozent.

Darüber hinaus berichteten die Frauen in den Schokoladengruppen im Vergleich zu den Frauen, die auf den Verzehr von Schokolade verzichteten, über einen verringerten Hunger und Appetit auf Süßes. Im Rahmen der Studie wurde jedoch kein signifikanter Unterschied im Körpergewicht zwischen den Gruppen festgestellt.

Schokolade beeinflusste die Teilnehmer sogar auf Biomarker-Ebene

Milchschokolade ist dafür bekannt, dass sie relativ viel Zucker enthält, insbesondere im Vergleich zu dunkler Schokolade. Trotz des Zuckergehalts ergab diese Studie aber, dass der Verzehr von Milchschokolade am Morgen den Nüchtern-Blutzucker im Vergleich zur Kontrolle tatsächlich um 4,4 Prozent senkte. Weiterhin trug dieser Leckerbissen auch zu positiven Veränderungen des Darmmikrobioms bei.

Sowohl ein morgendlicher als auch ein abendlicher Schokoladengenuss wurden mit einer erhöhten Mikrobenvielfalt in Verbindung gebracht, was auf eine gute Darmgesundheit hinweist.

Darüber hinaus führte Schokolade zu einer höheren Häufigkeit von Actinobakterien (typischerweise guten Darmbakterien) und einer geringeren Häufigkeit von Firmicutes (typischerweise schlechten Bakterien) im Darm. Der nächtliche Schokoladenkonsum wurde zudem mit einer höheren Konzentration an kurzkettigen Fettsäuren (SCFA) in Verbindung gebracht, was sich ebenfalls positiv auf das Darmmikrobiom auswirkt.

Milchschokolade
Milchschokolade ist dafür bekannt, dass sie relativ viel Zucker enthält, insbesondere im Vergleich zu dunkler Schokolade

Worauf lassen sich diese Vorteile zurückführen?

Die Forscher haben eine Theorie, um zu erklären, warum eine morgendliche Dosis Schokolade günstige Veränderungen des Nüchtern-Blutzuckers hervorrufen kann: Schokolade kann die Glukosehomöostase verbessern, indem sie die Kohlenhydratverdauung und -aufnahme verlangsamt. Tatsächlich könnte Kakao die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Makronährstoffverdauung reduzieren, indem er sich an Verdauungsenzyme bindet und diese antagonisiert. Die Verlangsamung der Verdauung ist besonders wichtig, um große Blutzuckerspitzen nach einer Mahlzeit zu verhindern.

Forscher vermuten, dass die gewichtsneutrale Wirkung von Schokolade eine Reaktion auf die polyphenolreiche Zusammensetzung des Kakaos sein könnte, die Epicatechine und Catechine umfasst. Diätetische Polyphenole, wie sie in Kakao vorkommen, sind auch für ihre positiven Auswirkungen auf die Fülle guter Darmbakterien bekannt, ein Indikator für eine optimale Darmgesundheit.
Darüber hinaus kann die geringe, aber vorhandene Menge an Ballaststoffen in Schokolade (genau 1,8 Gramm) zu einer erhöhten SCFA-Konzentration beitragen, die die guten Bakterien des Darms unterstützt.

Ist Schokolade zum Frühstück wirklich gesund?

Schokolade kann ein Teil einer insgesamt gesunden Ernährung sein. Also ja, Schokolade zum Frühstück zu essen kann durchaus gesund sein und möglicherweise einige Vorteile mit sich bringen. Dazu gehört zum Beispiel den ganzen Tag über weniger Kalorien zu sich zu nehmen und den Blutzuckerspiegel besser zu kontrollieren.

Aber die Forscher waren sich dennoch einig, die Vorbehalte dieser Studie zu beachten.

Bei einer Stichprobengröße von nur 19 Teilnehmern und einem begrenzten Teilnehmerpool (alle waren postmenopausale Frauen) sind die Studienergebnisse möglicherweise nicht auf andere Populationen übertragbar. Obwohl diese neue Studie vielversprechende Ergebnisse zeigt, sind weitere Forschungen zur Wirkung von Schokolade bei einer vielfältigeren Gruppe von Menschen gerechtfertigt.